Medi-Team startet gegen den Vizemeister

„Diese Aufgabe ist denkbar schwierig für uns“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner und bezieht sich dabei nicht nur auf die Saisonbilanz der Schwaben, die nach dürftigem Start letztlich als Tabellensiebter bis ins Finale gegen Bamberg gestürmt sind: „Es gibt nur drei Teams, die nahezu unverändert geblieben sind, und die Ulmer sind eines davon. Gerade die besten Scorer sind alle weiterhin dabei, das ist eine Rarität in unserem Geschäft. Für eine neu formierte Mannschaft wie uns macht es das zum Auftakt besonders schwer.“

Die relativ wenigen personellen Veränderungen im Ulmer Kader bewertet Korner zudem als Verstärkungen: „Mit Hobbs kam im Aufbau noch ein extrem starker Passer hinzu, der mehrere Positionen spielen kann. Tadda ist jemand, dem man immer Einsatzminuten geben kann, ohne dass etwas Schlechtes passiert.“ Und Tim Ohlbrecht sei nicht einmal ein Neuzugang im engeren Sinn: „Er hat sich in diesem Umfeld schon bewährt“, sagt der Medi-Coach in Anspielung auf die Saison 2014/15, als der Nationalcenter nach vergeblichem Kampf um ein dauerhaftes Engagement in der NBA bereits zu den Ulmer Leistungsträgern gehört hat.

Viel Respekt vor Günther und Morgan

Für den Gegner hat diese Kontinuität nur einen positiven Aspekt: Man weiß, woran man ist. „Dass Per Günther ein Schlüsselspieler ist, ist kein Geheimnis“, sagt Korner über den langjährigen Spielmacher der Nationalmannschaft. „Ein einzelner Gegenspieler wird ihn nicht ausschalten können, zumal er weniger aus dem Eins-gegen-Eins heraus gefährlich wird, als vielmehr aus den Blocks seiner Mitspieler. Da muss man als Kollektiv entgegen wirken.“

Ähnlich viel Respekt hat der Medi-Coach vor Raymar Morgan: „Er ist extrem schwierig im Matchup, weil er so variabel ist, physisch stark und sehr aktiv beim Rebound.“ Vor allem aber gelte es, mannschaftlich etwas gegen die Ulmer Vorliebe für schnelles Spiel und Distanzwürfe zu unternehmen: „Wir müssen sie möglichst ins Halbfeld zwingen und ihnen die schnellen Dreier wegnehmen.“

Die Höhe der ersten Hürde ändert aber nichts an der Vorfreude im Bayreuther Lager: „Ich bin froh, dass es jetzt losgeht, und man spürt, dass sich die Mannschaft auch darauf freut“, sagt Korner. Und trotz der unbestrittenen Außenseiterrolle seines Teams sieht er dem Spiel auch sportlich nicht ohne Zuversicht entgegen: „Mit Kampfgeist und der Unterstützung unserer Fans müssen wir nicht chancenlos sein.“ Die personellen Voraussetzungen sind immerhin optimal: Im Gegensatz zu den Gästen, die verletzungsbedingt bereits eine Nachverpflichtung vornehmen mussten (Dominique Sutton), sind alle Bayreuther Spieler ohne Verletzung aus der Saisonvorbereitung hervor gegangen.

Erster Einsatz für Bastian Doreth

Am schwierigsten wird der Saisonstart für Bastian Doreth, der wegen seiner Verpflichtungen in der Nationalmannschaft erst seit Beginn dieser Woche mit dem Medi-Team trainiert. „Die Jungs helfen mir alle dabei, möglichst schnell reinzufinden“, sagt der Kapitän. „Ich war auch immer in Kontakt mit dem Team. Daher weiß ich um die gute Stimmung, und da sollte es kein Problem sein, sich zu integrieren. Natürlich hakt es spielerisch noch ein wenig, aber für die paar Tage bin ich ganz zufrieden.“ Körperlich sei er ohnehin in guter Verfassung: „Von daher kann es sofort losgehen.“

Allerdings sei nicht zu leugnen, dass für ihn als Spielmacher die Harmonie mit den Nebenleuten besonders wichtig ist: „Ich muss ein Gefühl für meine Mitspieler bekommen und die Abläufe eher noch etwas besser kennen als jemand auf anderen Positionen. Aber ich kenne diese Situation, deswegen macht mir das keine großen Sorgen.“.

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