Medi-Team schon wieder gegen Göttingen

Für beide Teams ist es der Start in die Rückrunde. Während Bayreuth am vergangenen Wochenende in das Final-Four-Turnier einzog, war die BG Göttingen in der Bundesliga spielfrei. Weil deren Gegner Ludwigsburg ebenfalls in der Pokalqualifikation im Einsatz war. Somit war das Duell mit dem Medi-Team das letzte Pflichtspiel des Tabellenfünfzehnten. Die Mannschaft von Trainer Raoul Korner musste in diesem Zeitraum vier Partien absolvieren, drei davon in der Champions League. „Sie hatten jetzt zwei beziehungsweise drei Wochen Zeit, um sich auf uns vorzubereiten. Andererseits sind sie nicht im Rhythmus. Da kann man keine Prognose abgeben“, sagt der 43-jährige Österreicher.

Eigentlich kann die Pause den Göttingern, die durch den Gewinn der Eurochallenge 2010 den Bayreuthern einen internationalen Titel (noch) voraus haben, aber nur gutgetan haben, stehen doch seit dem verletzungsbedingten Ausfall von Center Darius Carter sieben Niederlagen in Folge zu Buche. Im Gegensatz zum mit 70:93 verlorenen Hinspiel ist bei den Göttingern zudem Topscorer Brion Rush wieder dabei, der nach dem Tod seines Vaters in die USA gereist war. „Er gibt der Mannschaft eine neue Dimension, was das Scoring anbelangt. Wir müssen auf der Hut sein, es wird für uns ein hartes Stück“, warnt Korner davor, die Gäste zu unterschätzen. Etwas, das leicht passieren könnte, sind die Göttinger doch in mehreren Statistikkategorien Letzter und nur bei der Freiwurfquote (75 Prozent) besser als Bayreuth (73,5).

Meiste Wurfversuche, schwächste Quote

Eben jene Freiwürfe, von denen das Medi-Team am Dienstag bei Estudiantes Madrid bei 17 Versuchen lediglich fünf traf. Wie die Spanier in der Champions League nimmt sich Göttingen in der Bundesliga die meisten Dreier und auch insgesamt viele Würfe – allerdings jeweils mit der schwächsten Trefferquote. „Sie haben nicht so den klingenden Namen wie Madrid, die Spielanlage ist sich aber nicht so unähnlich“, weiß Korner. „Gegen Estudiantes haben wir den Speed gut rausgenommen.“

Eine entscheidende Rolle werde der mentale Aspekt spielen. „Nach emotional großen Siegen ist es schwer, den Fokus zu bewahren. In der Rückrunde geht es bei Null los, und wir wollen so gut abschneiden wie in der Hinrunde. Da wäre ein Heimsieg gegen Göttingen von Vorteil. Es ist so eng, dass du in zwei Spielen um Platz zehn herum stehen kannst.“ Vor dem Hinspiel hatten die Bayreuther eine ähnliche Situation zu meistern: Damals war der erste Sieg gegen den großen Rivalen Bamberg seit dem Wiederaufstieg 2010 vorausgegangen.

Andreas Seiferth wohl wieder voll einsatzfähig

Andreas Seiferth dürfte nach seinen Magenproblemen vom Dienstag wieder voll einsatzfähig sein. „Ihm ging es nachher besser als vorher. Unter diesen Voraussetzungen hat er einen tollen Job gemacht“, lobt Korner seinen Center. Und auch bei Steve Wachalski ist er zuversichtlich: „Steve konnte sich nach einem Schlag auf den Rücken nicht mehr rühren und musste in der letzten Minute raus. Das sind aber die normalen Wehwehchen bei dem Spielprogramm.“

Seiferths erneute Nichtberücksichtigung für die Nationalmannschaft durch Henrik Rödl will der Medi-Trainer nicht kommentieren. „Der Coach wird es sich sehr gut überlegt haben. Das ist seine Sache, nicht meine.“

Nicht bewertet

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