Medi-Team kann in Athen Playoffs erreichen

Die Chancen dafür stehen gut: Einzig im Falle einer Niederlage mit sieben oder mehr Punkten Differenz sowie gleichzeitigen Erfolgen von SIG Straßburg (bei Gruppenprimus Banvit Bandirma) und Estudiantes Madrid (beim ebenfalls noch um die Playoffs kämpfenden UR Venedig) würden die Bayreuther im Endklassement von Gruppe C noch auf den fünften Platz abrutschen und die internationale Saison im klassentieferen Fiba Europe Cup fortsetzen. In allen anderen Konstellationen wären sie weiter.

Medi-Trainer Korner wird heute Abend einen Blick auf die Zwischenergebnisse in den anderen Hallen – sämtliche Partien am letzten Spieltag beginnen zeitgleich – natürlich meiden. Er sagt: „Wir konzentrieren uns auf das, was wir in der Hand haben. Wir wollen auch dieses Spiel gewinnen. Das einzige Mal, dass wir auf die anderen schauen müssten, wäre, wenn wir unseren Job nicht erledigen.“

Motivation aus der Niederlage in München

Wieder mit an Bord ist heute Flügelspieler John Cox, der am Samstag bei der 88:96-Niederlage in München krankheitsbedingt fehlte. Dass seine Mannschaft beim Bundesliga-Tabellenführer, dem sie knapp 38 Minuten lang einen Schlagabtausch auf Augenhöhe lieferte, viel Energie gelassen habe, glaubt Korner nicht: „Das Spiel war auch nicht kraftraubender als andere. Ich glaube vielmehr, dass wir aus der Niederlage Motivation ziehen. Denn keine Mannschaft verliert gerne zweimal hintereinander.“

Im Hinspiel gegen AEK Athen Anfang Dezember musste Medi in der Oberfrankenhalle nach einer 44:35-Pausenführung und einer Schwächephase mit zwischenzeitlichem Rückstand in der zweiten Hälfte hart für den 80:73-Sieg arbeiten. Gabe York mit 22 und Robin Amaize mit 13 Punkten waren damals erfolgreichste Bayreuther Korbschützen, beste Spieler bei Athen waren der Flügelspieler Manny Harris (22) und Power Forward Dusan Sakota (19). Diese beiden sind auch über die Saison hinweg gesehen mit durchschnittlich 15,6 (Harris) und 14,8 Punkten (Sakota) die besten Scorer bei AEK. Ebenfalls zweistellig punktet Spielmacher Mike Green (12,5). Sakota fehlte die vergangenen zwei Spiele wegen einer Wadenverletzung, will heute Abend aber unbedingt wieder auflaufen.

Für Trainer Sotiris Manolopoulos hatte die Niederlage in Bayreuth Konsequenzen: Er wurde gefeuert. Die Nachfolge übernahm mit Dragan Sakota der Vater von Dusan Sakota. Der 65-Jährige hatte AEK in der Vergangenheit schon zweimal trainiert: von 2001 bis 2003 und von 2014 bis 2016.

Im Kampf um die Playoff-Teilnahme haben die Griechen in den vergangenen Wochen auch auf dem Feld mit Ex-Nationalspieler Panagiotis Vasilopoulos (33 Jahre) von Aris Saloniki und Power Forward Vince Hunter (23) nachgerüstet. Der US-Amerikaner begann die Saison bei den Memphis Grizzlies in der NBA, wo er auch zu vier Kurzeinsätzen kam (1,8 Minuten und 1,5 Punkte im Schnitt). Mitte Januar wurde er dort jedoch aus dem Vertrag entlassen. Hunters Champions-League-Debüt in der Vorwoche verlief glänzend: Mit 20 Punkten und acht Rebounds beim 80:71-Sieg gegen Olimpija Ljubljana sicherte er sich auf Anhieb einen Platz im wöchentlichen Allstar-Team der Liga. Medi-Coach Korner beschreibt Hunter als „ziemlichen Büffel, der dem unter den Körben ohnehin schon stark besetztem Team weitere Qualität verleiht. Physis und das Rebounding werden ein großes Thema im Spiel werden.“ Insgesamt sieht er den Kontrahenten „sehr ausbalanciert und mit viel viel individueller Qualität besetzt. Green ist ein Floor General und Harris ein unglaublicher Scorer.“

Seit der Weihnachtspause wechseln sich bei AEK in der Champions League Sieg und Niederlage im Wochenrhythmus ab. In der nationalen Liga verbesserte sich die Mannschaft mit dem 73:64 am Samstag gegen Aris Saloniki, dem dritten Sieg in Folge, auf den fünften Platz. Bester Korbschütze in diesem Spiel war Center Vasileios Kavvadas mit zwölf Punkten.

Hintergrund: AEK Athen

Die besten Zeiten von AEK Athen liegen ebenso wie die des gesamten griechischen Basketballs schon länger zurück. Die nationale Liga galt in den 1990er Jahren als die beste Europas, heute ist sie schwächer einzuschätzen als die Bundesliga. AEK gewann achtmal die Meisterschaft, der letzte Titel datiert aus dem Jahr 2002. Im Europapokal der Pokalsieger triumphierten die Athener 1968 und 2000. Es folgte ein schleichender Niedergang, der 2011 zum Abstieg in die zweite Liga und ein Jahr später wegen finanzieller Probleme sogar zum Rückzug in die Drittklassigkeit führte. Dort konsolidierte sich der Verein. Nach zwei Aufstiegen in Folge kehrte AEK 2014 ins Oberhaus zurück und entwickelte sich dort wieder zu einer festen Größe.

Nicht bewertet

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