Medi-Team greift nach Pokal-Teilnahme

In der gesonderten Pokaltabelle (ohne die Ergebnisse von Final-Four-Gastgeber Alba Berlin) sind die Göttinger nach den unmittelbaren Verfolgern München und Bonn einer der aussichtsreichsten Mitbewerber des Medi-Teams um einen der sechs Qualifikationsplätze – auch weil sie im Gegensatz zu Oldenburg, Berlin, Gießen und Ludwigsburg den direkten Vergleich (noch) nicht verloren haben. Umso mehr könnte es für die Bayreuther im Falle einer Niederlage noch einmal eng werden, zumal die Aufgaben in den dann noch verbleibenden drei Spielen bis zur Abrechnung am Ende der Vorrunde kaum leichter werden dürften: in Bremerhaven sowie gegen Bamberg und Bonn.

„Wir haben zwar eigentlich immer schon genug Motivation, aber das ist noch einmal eine zusätzliche“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner. Über die Pokal-Perspektive hinaus zählt er die Göttinger aber sogar zu den direkten Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Plätze: „Diese Mannschaft hat einen ähnlichen Charakter wie unsere. Sie spielt mit viel Energie und Intensität, hat individuelle Qualität, aber definiert sich doch über das Kollektiv.“

Dabei war der Tabellen-16. der Vorsaison, der damals nur dank des Gesamtvergleichs mit den punktgleichen Rivalen Bremerhafen und Mitteldeutscher BC dem Abstieg entging, ursprünglich eher im unteren Drittel erwartet worden. Nach dem Auftaktsieg in Hagen (84:75) gelang den Göttingern zwar mit 74:71 in Ludwigsburg gleich eine Überraschung, aber dann folgten erst einmal fünf Niederlagen in Serie. Allerdings hatten sie bis zu diesem Zeitpunkt auch nur zwei Heimspiele austragen können, und dabei waren sie gegen München und Bonn nicht gerade favorisiert.

Aufwärtstrend mit Rückkehrer Alex Ruoff

Dass die Niedersachsen nun von ihren letzten fünf Spielen vier gewonnen haben, hat also sicher mit dem Terminplan zu tun – sicher aber auch mit der Rückkehr von Alex Ruoff, der die Saison im Ludwigsburger Trikot eröffnet hatte. „Er ist ein Allrounder mit vielen Qualitäten auf hohem Niveau“, sagt Korner über den Aufbau- und Flügelspieler. „Vielleicht vergleichbar mit unserem Nate Linhart, aber in der Offensive noch aggressiver.“ Schon beim ersten Einsatz in Berlin führte Ruoff mit 18 Punkten sein Team nahe an einen Sensationssieg (87:91), und auch beim Aufwärtstrend der folgenden Spiele gehörte er stets zu den besten Werfern. Nur seine sechs Punkte gegen Gießen fielen aus dem Rahmen, und da gab es für Göttingen prompt die einzige Niederlage dieser Phase (74:84).

Göttinger sammeln die meisten Offensivrebounds

Allerdings warnt Raoul Korner auch noch vor einer Göttinger Stärke in einem ganz anderen Bereich: „Das ist die beste Mannschaft der Liga beim Offensivrebound.“ Die 11,6 zweite Chancen pro Spiel werden nur von den inzwischen abgemeldeten Hagener Vielwerfern noch knapp überboten (11,7). Den größten Beitrag zu dieser Qualität leistet Scott Eatherton, der mit 7,6 im Schnitt der erfolgreichste aktive Rebounder in der BBL ist (nur Hagens Owen Klassen kommt auf 7,8). „Eatheron ist nicht der ganz große Athlet, aber er hat eine Nase für den Rebound und geht auch da hin, wo es weh tut“, beschreibt Korner den Göttinger Center.

Mit nach wie vor unveränderter Bestbesetzung ist der Bayreuther Coach aber zuversichtlich, ausreichend eigene Stärken entgegensetzen zu können. An erster Stelle nennt er dabei den Heimvorteil: „Beide Mannschaften leben von ihrer Energie, und die ist daheim immer leichter zu erzeugen.“

Nicht bewertet

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