Medi-Team gegen kampfstarke Ludwigsburger

Trotz der vielen personellen Veränderungen hält sich dieser Ruf der Schwaben beständig über Jahre. Die Konstante dabei ist Trainer John Patrick, der konsequent seine bevorzugte Spielweise kultiviert. „Diese Mannschaft kommt über die Intensität“, beschreibt es Korner. „Sie verteidigt sehr aggressiv und manchmal auch grenzwertig. Das ist mehr Kampf als Spiel.“ Entscheidend dafür sei bei der Zusammenstellung des Teams neben der Athletik vor allem die Tiefe des Kaders, um den hohen Aufwand über 40 Minuten durchzuhalten und auch mit möglicher Foulbelastung umgehen zu können: „Da gibt es 13 Spieler, die als Starter in Frage kommen. Einer muss also sogar auf der Tribüne sitzen. So tief ist keine andere Mannschaft besetzt, abgesehen von den Bambergern.“

Die Herausforderung für jeden Ludwigsburger Gegner liege damit auf der Hand: „Das Wichtigste ist, dass man mitkämpft“, sagt der Medi-Coach. „Man muss bereit sein, an die Grenzen zu gehen – auch wenn es mal weh tut.“

Bilanz noch nicht ganz überzeugend

Am Respekt vor den Riesen ändert es auch nichts, dass ihre Bilanz noch nicht rundum überzeugend wirkt. Zwar liegen sie auf Platz sechs, aber mit 12:10 Punkten sind sie eher dem Mittelfeld zuzurechnen als der Spitzengruppe. Noch immer wechseln sich Siege und Niederlagen so regelmäßig ab wie zu Saisonbeginn, als nach dem Auftaktsieg in Würzburg (81:72) eine enttäuschende Heimpremiere gegen Göttingen folgte (71:74). Ein Aufwärtstrend ist für Korner aber nur eine Frage der Zeit: „Es ist typisch für so tief besetzte Mannschaften, dass sie länger brauchen, um Stabilität und eine Hierarchie zu finden.“ Ein wesentlicher Schritt dorthin sei gerade mit der viel beachteten Verpflichtung des früheren Berliner Spielmachers Cliff Hammonds vollzogen worden: „Zuvor war diese Position mit einem jungen Mann besetzt, was die Entwicklung noch schwieriger gemacht hat. Mit Hammonds ändert sich das jedoch schlagartig. Er gibt dem Team sofort mehr Struktur.“ Zusammen mit Center Jack Cooley, den der Medi-Trainer sogar als noch stärker einschätzt als dessen ganz ähnlich veranlagten Vorgänger Jon Brockman, verfüge Ludwigsburg nun „auf den beiden wichtigen Positionen eins und fünf über mit das Beste, was man in dieser Liga bekommen kann“.

Schlüsselspiel für Pokal-Qualifikation

Mit einem Sieg gegen Ludwigsburg können die Bayreuther ihre sensationelle Position in der Spitzengruppe weiter festigen, bevor dann eine Woche später die Herkulesaufgabe in München wartet. Fast noch bedeutender ist das Ergebnis aber für die Qualifikation zum Pokalwettbewerb, denn da zählt die letzte Heimniederlage der Gäste gegen den fürs Halbfinale gesetzten Final-Four-Gastgeber Alba Berlin (73:79) nicht mit. In der Pokaltabelle haben die Riesen also nur zwei Siege weniger und drei Niederlagen mehr als das Medi-Team, so dass sie mit einem Sieg in Bayreuth und dem dann gewonnenen Direktvergleich schon bedrohlich nahe rücken würden. „Wir haben uns festgelegt, dass wir dieses Zwischenziel jetzt einschieben wollen“, sagt Raoul Korner zu dieser Ausgangslage. „Da gibt es noch ein paar Teams, die mitspielen wollen, und Ludwigsburg ist eines davon. Dieses Spiel ist also in jeder Hinsicht wichtig.“

Nicht bewertet

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