Medi-Team gegen Champions-League-Rivalen

Der griechische Traditionsverein (gegründet 1924) hat seine allerbesten Zeiten mit sieben Landesmeisterschaften zwischen 1958 und 1970 zwar schon seit einigen Jahrzehnten hinter sich, aber in der jüngeren Vergangenheit hat er sich wieder auf hohem Niveau etabliert. Nach einem finanziellen Zusammenbruch als Zweitligist im Jahr 2012 gelang mit zweimaligem Aufstieg in Folge die schnelle Rückkehr in die höchste Spielklasse.

Dort steigerte sich AEK dann vom fünften Platz über den vierten zum dritten in der vergangenen Saison. Die Teilnahme am Halbfinale der Playoffs und auch des Pokalwettbewerbs markierte die größten Erfolge seit der Vizemeisterschaft im Jahr 2005. Zudem war der letztjährige Auftritt auf internationaler Ebene der beste seit dem Sprung ins Euroleague-Finale 1998: AEK Athen überzeugte in der Vorrunde der Champions League als Gruppenzweiter mit 9:5 Siegen, scheiterte dann aber in den Playoffs gleich mit 0:2 an Monaco.

Trainer Korner: "Gute Standortbestimmung"

„Dieser Gegner gibt uns eine gute Standortbestimmung, wo wir uns auf diesem Niveau bewegen“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner. Dass sein Team dabei ausgerechnet auf einen künftigen Gruppengegner trifft, stört ihn nicht: „Wir wollen mehr an Informationen aus diesem Spiel mitnehmen als der Gegner – aber wahrscheinlich wird mein griechischer Kollege das auch sagen“, scherzt Korner. „Aber im Ernst: Bis wir in der Champions League aufeinander treffen, gibt es so viele Informationen über den Gegner, dass dieses Spiel keine Rolle mehr spielt.“

Immerhin dürfte sich bis dahin am Aufgebot beider Mannschaften nicht viel ändern, denn wie Medi Bayreuth stellt auch AEK Athen keinen Nationalspieler für die laufende Europameisterschaft ab. Als eine Stärke der Griechen gilt ihre Besetzung auf den großen Positionen mit dem erfahrenen serbisch-griechischen Center Dusan Sakota (31 Jahre; 2,10 m) und dem athletischen Nigerianer Chinemelu Elonu (30; 2,06).

Raoul Korner bleibt allerdings seiner Marschroute treu, sich vor Testspielen gar nicht mit Stärken und Schwächen des Gegners zu beschäftigen: „Es geht um die Entwicklung unseres eigenen Spiels.“ Im Mittelpunkt steht dabei die Integration von John Cox, der wegen seines Engagements in der Nationalmannschaft Venezuelas erst Ende letzter Woche eingetroffen ist. Dass die Zeit ausreicht, um den Neuzugang in die Abläufe einzubauen, steht für den Coach außer Zweifel: „Eine Woche muss man rechnen, um jemanden zu integrieren. Wenn aber jemand so einen hohen Basketball-IQ hat wie John Cox, dann klappt das ganz locker und sogar schneller.“

Zweites Spiel am Sonntag

Der Gegner von Medi Bayreuth am Sonntag wird zwischen Gastgeber Spirou Charleroi und dem weißrussischen Serienmeister Tsmoki Minsk ermittelt. Der belgische Teilnehmer an der Qualifikation zum Fiba-Europe-Cup mit den früheren Bundesligaspielern Keaton Grant (Ludwigsburg), Seth Tuttle (Würzburg) und Rasko Katic (Tübingen) spielt dann auf jeden Fall um 15.30 Uhr, der Champions-League-Qualifikant um 19 Uhr.

5 (1 vote)

Anzeige

Montag, 13. November 2017 - 11:06