Medi-Team in Bamberg gegen Straßburg

Beide Mannschaften sind mit Siegen in den Wettbewerb gestartet, so dass der Gewinner des direkten Duells schon eine gute Ausgangsposition im Rennen um die vier Playoff-Plätze in Gruppe C haben wird. Während das Medi-Team als Neuling auf dieser Ebene bei Rosa Radom in Polen gleich mit 96:79 aufgetrumpft hat, gewann SIG Straßburg gegen Olympia Ljubljana aus Slowenien mit 83:69. Auffällig war dabei neben guten Trefferquoten eine hohe Überlegenheit beim Rebound (44:26).

Drei ehemalige Bundesligaspieler dabei

Die Spielweise der Franzosen beschreibt der Bayreuther Trainer Raoul Korner als „sehr athletisch und an den Guards orientiert“: „Die beiden Topscorer sind Guards.“ Eine Führungsrolle spielt dabei David Logan, der in der Saison 2013/14 mit Alba Berlin im Bundesliga-Finale stand (1:3 gegen München). Gegen Ljubljana stand er nach vier Ballverlusten zwar nur gut 14 Minuten lang auf dem Feld (sieben Punkte), aber dafür avancierte sein US-Landsmann Michael Dixon von der Bank kommend mit 21 Punkten zum Topscorer.

Gleichbleibend hohes Niveau auf den Aufbaupositionen garantiert auch Zack Wright, der ebenfalls schon in der BBL-Spitze mitgespielt hat (2013/14 für Bamberg). Der 32-Jährige trug zum Auftaktsieg nicht nur zehn Punkte bei, sondern auch starke neun Assists und sieben Rebounds. Allerdings fehlte Wright beim letzten Auftritt innerhalb der französischen Liga, als es mit 74:80 in Limoges bereits die dritte Niederlage im fünften Spiel gab.

Es steht sogar noch ein dritter ehemaliger Bundesligaspieler im Straßburger Aufgebot, der aber eine bescheidenere Rolle spielt: Chris Otule (27; 211 cm), der von 2014 bis 2016 für Crailsheim und den MBC in der BBL aktiv war und zuletzt nach einem starken Jahr in Antibes (13,6 Punkte) noch eine Sommersaison in China (Henan) angehängt hat, ist Backup für Nationalcenter Louis Labeyrie (25; 208 cm), den Raoul Korner respektvoll als „Mischung zwischen unserem Assem Marei und Ulms Isaac Fotu“ beschreibt.

Der Medi-Coach bereitet sein Team auf das Duell mit einem der Favoriten in der Gruppe vor: „Die wollen französischer Meister werden und haben auch das Team dafür.“ Eine Überlastung seiner Spieler, wie sie sich bei der Niederlage gegen Jena angedeutet hat, fürchtet er aber nicht: „Das war eine Ausnahmesituation mit den vier Spielen in neun Tagen und den fast 2000 Reisekilometern dazwischen. Jetzt haben wir zwei Spiele in der Woche – das ist menschlich.“ Ob John Cox wieder helfen kann, soll sich kurzfristig entscheiden.

Bamberg-Ausflug wird wohl Draufzahlgeschäft

Das heutige Champions-League-„Heimspiel“ in der Bamberger Brose-Arena gegen SIG Straßburg wird für Medi Bayreuth wohl ein Draufzahlgeschäft. Der Betreiber stellt lediglich das Parkett und die Korbanlagen, selbst bringen die Bayreuther LED-Bande und zum Beispiel Sitzhocker für das Spielfeld mit. „Ich weiß nicht genau, wie viele Tonnen wir da rüberbewegen“, sagt Geschäftsführer Philipp Galewski. Für die Halle müssen die Bayreuther laut ihm 8000 Euro bezahlen. Hinzu kommen die Kosten für den Videowürfel, den VIP-Raum, Stühle, Tische, Pressebänke, 250 Catering-Leute und Reinigung, wobei Galewski die Gesamtsumme „für Basketball“ auf etwa 15 000 Euro schätzt.

Das sei eine „deutliche Mehrbelastung“ im Vergleich zur Oberfrankenhalle – nicht nur weil diese von der Stadt mietfrei zur Verfügung gestellt wird. „In Bamberg ist alles eine Nummer größer, der Aufwand mehr.“ Mit rund 3500 Quadratmetern und einer maximalen Kapazität von 10 000 Plätzen (beim Basketball 6150; Oberfrankenhalle 3300) ist die Brose-Arena nach der Münchner Olympiahalle und der Arena in Nürnberg die drittgrößte Multifunktionshalle Bayerns. Bis gestern Nachmittag waren laut Galewski inklusive der 1400 Dauerkarten, die von den Besitzern umgebucht werden müssen, 1700 Karten verkauft. „Wenn über 2000 Zuschauer kommen, wären wir zufrieden“, meint der Geschäftsführer.

Natürlich hätte er das erste internationale Heimspiel seit über 20 Jahren aber lieber in der Oberfrankenhalle ausgetragen. „Straßburg ist ein attraktiver Gegner. Unsere Halle wäre sicher sehr voll gewesen. Aber sie steht nun einmal nicht zur Verfügung. Bamberg ist die beste Lösung. Und wenn wir kein allzu großes Minus machen und gewinnen, rentiert es sich“, so Galewski, der ergänzt: „Zum Glück hat das Sportamt es möglich gemacht, dass es eine einmalige Geschichte bleibt und die anderen Spiele in der Oberfrankenhalle stattfinden können.“

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Montag, 13. November 2017 - 11:06