Medi-Team als Favorit nach Tübingen

Der Tabellendritte besucht das Team auf Platz 13. Die Mannschaft der Stunde, die acht Siege in Folge gefeiert hat, ist zu Gast bei einem Rivalen, der sich mit drei Siegen aus neun Spielen an den nur zwei Punkte entfernten Abstiegsplätzen orientiert – wie er es immer tut: In den zwölf Jahren seit dem Aufstieg 2004 haben die Tübinger noch nie eine Saison auf einem besseren Platz als dem zehnten abgeschlossen.

Wichtiger ist dem Medi-Coach jedoch der Blick auf die Stärken des Gegners: „Das ist eine gefährliche Mannschaft, die leicht heiß laufen kann“, sagt Korner über die Tübinger. „Sie sind athletisch, stark an der Dreierlinie und können sehr unangenehm werden, wenn sie ins Laufen kommen.“ Auch die Tiefe des Kaders von Tigers-Trainer Tyron McCoy, der am Spieltag seinen 44. Geburtstag feiert, sei nicht zu verachten: „Da sind nicht nur sechs Amerikaner, sondern auch noch zwei eingebürgerte und dazu ein Spanier.“

Mit drei Siegen im Soll

Ohnehin müsse man die Zwischenbilanz der Schwaben relativieren: „Sie hatten erst drei Heimspiele und auch schon einige Kaliber als Gegner“, erklärt Korner. „Ich würde sagen, sie liegen im Soll.“ Tatsächlich haben die Schwaben im bisherigen Programm gegen Gießen (78:66), in Braunschweig (98:70) und zuletzt in Hagen (98:76) genau jene Punkte geholt, die für den traditionell angestrebten Klassenerhalt am wichtigsten waren. Etwas mehr hatte man sich höchstens beim Saisonstart in Bremerhaven (84:92) ausrechnen dürfen und vielleicht noch gegen Würzburg (76:83). Die Höhe der Niederlagen in Bamberg (45:85) oder auch daheim gegen Oldenburg (58:89) ist dagegen für die Ziele der Tigers letztlich nicht von großer Bedeutung.

Immerhin scheint ein Ansatzpunkt zur Störung des Spiels bei Tübingen klarer auf der Hand zu liegen als bei vielen anderen Mannschaften: Kaum ein anderer Spielmacher hat so großen Einfluss auf die Gesamtleistung seiner Nebenleute, wie Jared Jordan. „Das ist der Schlüssel, auf den wir auch einen besonderen Fokus richten werden“, sagt Korner über den US-Routinier, der vor allem während seiner Zeit in Bonn zu den Besten seines Fachs in der BBL gezählt wurde. „Wir haben uns auch etwas Spezielles ausgedacht, wie wir gegen ihn spielen wollen“, lässt der Medi-Coach durchblicken – allerdings ohne es zu verraten.

Statistiken eines Spitzenteams

Die ungewohnte Bayreuther Rolle als Spitzenteam in der Bundesliga-Tabelle wird durch viele Statistiken untermauert. Bei der Trefferquote von der Dreierlinie ist das Medi-Team mit 40,9 Prozent (8,8 Treffer bei 21,4 Versuchen) sogar die Nummer eins der Liga vor dem FC Bayern München (40,6). Ebenso eindrucksvoll sind aber auch drei zweite Plätze in wichtigen Kategorien: Bei der Korbausbeute werden die Bayreuther mit 85,44 Punkten pro Spiel nur von den unbesiegten Ulmern (91,78) übertroffen, bei den Rebounds (36,0) nur von den Hagenern (36,7), die von allen Teams die meisten (Fehl-) Würfe aufweisen, und bei den Ballverlusten (12,0) nur vom Meister Bamberg (11,4), dessen Ballsicherheit auf Euroleague-Niveau erprobt ist.

Noch Bedarf an Wählerstimmen

Nach der ersten Woche der Online-Abstimmung über die Startformationen beim Allstar-Spiel der BBL am 14. Januar in Bonn (www.allstarday.de) haben die Kandidaten von Medi Bayreuth noch einigen Bedarf an Stimmen. Im Zwischenstand, den die Liga gestern veröffentlichte, gehört nur ein Vertreter des Tabellendritten zu den ersten Zehn seiner Kategorie: Andreas Seiferth ist mit 3,50 Prozent der Stimmen Siebter unter den Bewerber für Team National, die der Ulmer Spielmacher Per Günther (12,98) vor dem Bamberger Powerforward Daniel Theis (12,20) anführt. Beim Team International genügen Darius Miller (Bamberg) derzeit 8,24 Prozent für Platz eins vor Raymar Morgan (Ulm) mit 7,59. Der Stand bei den Trainern wurde nicht gemeldet.

Nicht bewertet

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