Medi startet in Playoffs gegen Oldenburg

„Ein besonderes Kribbeln ist schon zu spüren“, sagt Trainer Raoul Korner kurz vor dem neuen Saisonabschnitt. „Vorfreude beschreibt es wohl am besten.“ Dabei reizt ihn nicht zuletzt seine eigene Aufgabe, in den bis zu fünf Spielen immer wieder neue Wege zu finden, die eigenen Stärken auszuspielen und die Stärken des Gegners zu bekämpfen: „Dabei kommt es immer wieder darauf an, wer besser auf das vorangegangene Spiel reagiert. Das hat etwas von einem Schachspiel.“

Aus diesem Blickwinkel ist es dem Medi-Coach gar nicht so unangenehm, dass die letzte Begegnung mit dem Playoff-Rivalen erst vor drei Wochen in Oldenburg mit einer 64:83-Niederlage endete: „Die Oldenburger haben uns da recht klar geschlagen und haben daher keinen Grund, etwas Grundlegendes zu ändern. Wir dagegen haben Lehren aus diesem Spiel gezogen und ein paar Anpassungen vorgenommen. Das könnte ein kleiner Vorteil sein, weil wir wahrscheinlich besser wissen, was uns erwartet.“

Ein offensichtliches Problem war damals die Bewachung von Oldenburgs Center Brian Qvale, denn der Ex-Bayreuther war mit 21 Punkten der Topscorer der Partie: „Wir haben das Pick-and-roll nicht gut verteidigt“, erklärt Korner. Obwohl die Schlagkraft seines Teams gerade auf dieser Position durch die Verletzung von Andreas Seiferth geschwächt ist, sieht der Coach darin aber kein unlösbares Problem: „Sicher hat Oldenburg einen überragenden Center, aber hinter ihm kommt auf dieser Position kaum jemand, der uns Kopfzerbrechen bereiten müsste.“ Vor allem die erfahrenen Spieler auf andere Positionen beschäftigen ihn daher mindestens genauso: „Rickey Paulding ist noch immer einer der besten Spieler der Liga, der das Team trägt. Chris Kramer ist ein hart arbeitender Marathonmann mit einem Intensitätslevel, das seinesgleichen sucht.“

Trainer Korner: "Ganzen Enthusiasmus in die Waagschale werfen"

Trotzdem hatten die Bayreuther am Ende der Hauptrunde auf dem vierten Platz sogar einen recht deutlichen Vorsprung von acht Punkten vor ihrem Tabellennachbarn. Doch das will Korner nicht zu hoch bewerten: „Die Oldenburger waren lange Zeit nicht komplett und hatten mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Daher zeigen sie erst jetzt ihr wahres Potenzial.“ So sei es zu erklären, dass die Niedersachsen ihre lange Zeit gar nicht so sichere Qualifikation für die Playoffs nach fünf Siegen aus den letzten sieben Spielen nun sogar als Tabellenfünfter geschafft haben. Aus dem selben Grund darf man sich wohl auch von ihrer etwas dürftigen Auswärtsbilanz (12:20 Punkte) nicht allzu viel versprechen. Den entscheidenden Sieg am letzten Spieltag errangen die Baskets schließlich sehr überzeugend mit 86:72 beim direkten Rivalen in Bonn.

„Trotzdem ist der Heimvorteil aber wahrscheinlich unser größter Vorteil“, sagt Raoul Korner. „Das müssen wir nutzen, indem wir unseren ganzen Enthusiasmus in die Waagschale werfen.“

Die Ausgangslage beider Teams im Direktvergleich

Einen Kommentar zum Playoff-Start lesen Sie hier

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