Medi-Sieg mit der Schlusssirene

Diese Art der Entscheidung war in zweierlei Hinsicht bezeichnend: Zum einen waren die Dreier schon während der vorangegangenen 39:59 Minuten ein wesentlicher Faktor des Bayreuther Spiels gewesen. Schon in der ersten Halbzeit hatten sieben von 14 das Ziel gefunden, und zwar von sechs verschiedenen Werfern. Im dritten Viertel waren dann drei Distanztreffer innerhalb von drei Minuten maßgeblich daran beteiligt, dass beim 52:42 erstmals ein zweistelliger Vorsprung erreicht und gleich stabilisiert wurde.

Zum zweiten wurde der Bayreuther Siegtreffer auch vom auffälligsten Einzelspieler im Medi-Team erzielt. Kyan Anderson fand vor allem in der zweiten Halbzeit eine sehr gute Balance zwischen eigenem Abschluss (7/16 Würfe) und Vorbereitung für seine Nebenleute (acht Assists), zwischen Forcierung und Kontrolle des Tempos. Auch in der Defensive verschob er die Kräfteverhältnisse gegenüber Trentinos Spielmacher Toto Forray, der seine 13 Punkte sämtlich schon in der ersten Hälfte gesammelt hatte.

Nicht ganz so typisch war der abschließende Höhepunkt für den gesamten Spielverlauf. Die Partie war zwar ausgeglichen mit wechselnden Vorteilen und wurde vor allem von Bayreuther Seite auch durchaus intensiv geführt, hatte aber auch zerfahrene Phasen ohne großen Spielfluss. Zunächst gerieten die Bayreuther durch eine 2:12-Serie mit 10:16 (6.) in Rückstand, weil im Abschluss einiges misslang, obwohl mit viel Einsatz oft zweite Chancen erarbeitet wurden. Im zweiten Viertel wechselte die Führung mehrfach, ehe sich die Gastgeber nach der Halbzeitpause nachhaltig abgesetzt zu haben schienen. Bis zum 77:64 (32.) wuchs der Abstand regelmäßig in den zweistelligen Bereich.

Dass es nicht so blieb, lag an nachlassender Intensität der Medi-Defensive, sowohl gegen die zum Korb ziehenden Angreifer, als auch gegen die Distanzwerfer. Vor allem Powerforward Filippo Baldi Rossi bekam zu viel Platz an der Dreierlinie und verkürzte mit vier Treffern zwischen der 29. und 38. Minute bis auf 83:82. Ebenfalls per Dreier (Flaccadori) glichen die Italiener 97 Sekunden vor dem Ende zum 85:85 aus, und bei einer Restspielzeit von sieben Sekunden gingen sie durch einen Freiwurf von David Lighty sogar erstmals seit dem 39:38 (18.) wieder in Führung. Aber zum Sieg reichte das doch nicht.

Statistik

Medi Bayreuth: ANDERSON (7 Punkte / 37:36 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 4), LINHART (14/30:00/-2), Kral (0/0:06/0), Seiferth (5/14:50/

-5), Lewis (8/19:46/11), Wachalski (8/19:12/5), AMAIZE (7/20:20/-8), Trieb (0/12:12/1), Dejworek, BROOKS (9/18:52/-2), Adler, MAREI (17/ 27:06/6); Feldwurfquote: 31/60 (52 Prozent), davon 11/23 Dreier (48 Prozent): Anderson (3/6), Lewis (2/3), Linhart (2/4), Wachalski (2/4), Amaize (1/2), Brooks (1/3); Freiwürfe: 15/17 (88 Prozent); Rebounds: 20 defensiv, 13 offensiv (Marei 6/3, Seiferth 3/4); Ballgewinne: 3; Ballverluste: 13; Assists: 19 (Anderson 8); Effektivität: 100 (Anderson 22, Marei 19, Linhart 15).

Punkte für Trentino: Hogue, Baldi Rossi (je 16), Forray, Flaccadori (je 13), Lighty (10), Moraschini (9), Jefferson (6), Bernardi (3); Feldwurfquote: 31/60 (52 Prozent), davon 9/21 Dreier (43 Prozent): Baldi Rossi (4/8), Forray (2/3), Flaccadori (1/2), Bernardi (1/2), Moraschini (1/4); Freiwürfe: 15/21 (71 Prozent).

Bamberg gewinnt Endspiel

Gesamtsieger des Expert-Jakob-Cups wurde Brose Bamberg. Im Finale wurde der Deutsche Meister seiner Favoritenrolle gegen die Riesen Ludwigsburg mit 82:63 (45:29) gerecht. Erfolgreichste Punktesammler waren Fabien Causeur (20) für Bamberg und Wes Washpun (17) für Ludwigsburg.

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