Medi-Pflichtsieg erst nach Verlängerung

Obwohl die Frankfurter ein Team mit lediglich drei Amerikanern aufboten (ohne den abgewanderten Shields sowie die verletzten Vaughn und Huff) wurden sie auch in dieser Besetzung ihrem Ruf als überaus unangenehmer Gegner gerecht. 20 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit hatten sie sogar alle Trümpfe in der Hand, als sie mit 81:79 führten und ein umkämpfter Rebound unter ihrem Korb schließlich sicher in den Händen von Max Merz gelandet war. Der bis dahin überzeugende junge Spielmacher ließ sich den Ball jedoch von Kyan Anderson sofort wieder abnehmen, der dann mit ungestörtem Korbleger den Ausgleich erzielte. Als der letzte Angriff der Skyliners ohne klaren Abschluss verpufft war, ging es somit in die Verlängerung.

In der Verlängerung stets knapp in Führung

Dort lagen die Bayreuther ständig in Führung, nachdem Trey Lewis nach 90 Sekunden seinen sechsten Dreier zum 86:83 verwandelt hatte. Mehr als vier Punkte Abstand ließen die hartnäckigen Frankfurter zwar nie zu, aber das nervenstarke Medi-Team schloss in den letzten drei Minuten jeden Angriff mit Punkten ab. Dass Quantez Robertson schließlich per Dreier doch noch einmal auf einen Punkt verkürzte, konnte den Bayreuther Sieg nicht mehr gefährden, denn da zeigte die Uhr schon nur noch eine Restspielzeit von 1,6 Sekunden.

Sagenhafte Frankfurter Dreier-Quote

Damit hatten die Bayreuther am Ende wieder einmal eine Aufgabe gelöst, die ihnen lange Zeit große Probleme bereitet hatte. In der ersten Halbzeit hatten die Skyliners sogar durchgehend den Ton angegeben, weil sie nicht nur ihre gewohnten Stärken in der Defensive demonstrierten und dabei vor allem den Weg in die Zone für das Medi-Team konsequent verbauten, sondern gleichzeitig ihre eigenen Chancen im Angriff mit seltener Treffsicherheit nutzten. Die Mannschaft mit dem deutlich schwächsten Punkteschnitt der Liga (70,46 vor dem Spiel) hatte nach 20 Minuten schon 49 Zähler auf dem Konto. Dabei hatte sie sagenhafte acht von elf Dreiern getroffen, obwohl sie in der Statistik zuvor mit der zweitschwächsten Dreier-Quote von 33,9 Prozent notiert gewesen war (und nur sieben Treffern pro Spiel).

Ständiger Rückstand bis zur 34. Minute

Man durfte also annehmen, dass es so nicht weitergehen würde, und so ging es auch tatsächlich nicht weiter: Die ersten beiden Frankfurter Angriffe nach dem Seitenwechsel endeten mit Distanzwürfen, die ihr Ziel deutlich verfehlten, und dazwischen fand De’Mon Brooks einen Weg zum Korb und zu seinen ersten (!) Punkten durch Freiwürfe. Die Bayreuther steigerten die Intensität sowohl beim Drang zum Korb als auch in der Verteidigung, doch lange Zeit fanden die Gäste immer noch einen Weg, um einen knappen Vorsprung zu halten. Der Ausgleich gelang erst in der 34. Minute, als Lewis mit dem zweiten Dreier in Folge zum 71:71 traf. Die erste Führung seit dem 3:0 erzwang schließlich der auffällig defensivstarke Robin Amaize mit dem 76:75 bei einer Restspielzeit von 3:44 Minuten. Abschütteln ließen sich die kampfstarken Frankfurter aber auch dadurch nicht.

Lewis und Anderson glänzende Matchwinner

Matchwinner im Medi-Team waren letztlich die amerikanischen Aufbauspieler: Trey Lewis glänzte mit sechs allesamt schwierigen und weiten Dreiern bei zehn Versuchen sowie 4/6 Zweiern und 4/4 Freiwürfen (30 Punkte), während der angeschlagen ins Spiel gegangene Kyan Anderson (Leistenbeschwerden) sogar noch bessere Quoten vorweisen konnte (24 Punkte durch 6/6 Zweier, 2/3 Dreier und  6/6 Freiwürfe), zudem in wichtigen Situationen die richtigen Entscheidungen traf (acht Assists) und schließlich den wohl entscheidenden Ballgewinn erzwang. Wertvoll waren auch die zwölf Punkte von Steve Wachalski durch 4/5 Dreier sowie der Kampfgeist von Assem Marei unter dem Korb (14 Punkte, neun Rebounds). Die übrige Bayreuther Punktausbeute verteilte sich auf De’Mon Brooks (7), Nate Linhart, Bastian Doreth (je 5) und Robin Amaize (2).

Bei Frankfurt ragten die drei Amerikaner heraus: Center Mike Morrison (25), der auch defensiv starke Allrounder Quantez Robertson und Distanzwerfer AJ English (je 22). Einen starken Eindruck hinterließ auch der junge Spielmacher Max Merz (14 Punkte, acht Assists) – bis er im entscheidenden Moment von Anderson düpiert wurde.

Nicht bewertet

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