Medi gewinnt und verlängert mit Brooks

Dass mit De’Mon Brooks ausgerechnet der herausragende Akteur des gerade zu Ende gegangenen Heimspiels seinen Kontrakt verlängerte, passte exzellent zur Dramaturgie des Abends. Vielmehr noch aber war die Vertragsverlängerung mit diesem herausragenden ausländischen Forward ein Fingerzeig an die finanzkräftigeren Clubs, dass man in Bayreuth gewillt ist, auch künftig ernstzunehmender Konkurrent im Kampf um die Spitzenplätze zu sein. Mit über 12 Punkten im Schnitt zählt der 24-jährige Power Forward zu den herausragenden Akteuren nicht nur im Bayreuther Team und hat mit seinen konstant guten Leistungen natürlich Begehrlichkeiten bei größeren Clubs geweckt.

Zunächst bastelten der US-Amerikaner und seine Mannschaftskameraden daran, dass aus einer sehr guten eine herausragende Saison wird. Gegen das befreit aufspielende Schlusslicht aus Vechta taten sich die Bayreuther zunächst etwas schwer. Sie hatten Probleme, sich abzusetzen, was einerseits an einer etwas laschen Defense lag, andererseits an einer hochprozentigen Wurfquote der Rastas. Erst als David Gonzalvez in den letzten Minuten des Viertels heiß lief und neun seiner zehn Viertel-Punkte einstreute, begann sich das Blatt in Richtung Medi zu wenden. Der 29:23-Vorsprung zum Ende des ersten Spielabschnitts war auch deshalb verdient, weil die Gäste ihr hohes Anfangstempo nicht mehr halten konnten.

Hoher Verteidigungsdruck von Medi

Im zweiten Abschnitt zogen die Bayreuther die Daumenschrauben weiter an. Der hohe Verteidigungsdruck auf die Vechtaer Offensive provozierte Ballverluste, die hochprozentig abgeschlossen wurden. So setzte sich der Tabellenvierte kontinuierlich bis zum 45:32 ab, ehe die Offensive ins Stocken geriet und die Gäste wieder anfingen zu treffen. Aber Medi fing sich schnell und fand auch dank David Gonzalvez – er kam auf 12 Punkte in Hälfte eins – und De’Mon Brooks (14) wieder zurück in die Spur. Neben den beiden Bayreuther Topscorern setzten mit Bastian Doreth (8) und Andreas Seiferth (7) zwei Akteure die Akzente, die zuletzt nicht ganz so stark auftrumpften. Bei Vechta hielt zumindest Guard Frank Gaines mit zwölf Zählern dagegen und den Abstand mit 54:40 aus Gästesicht noch im erträglichen Rahmen.

Weniger erträglich wurde es für das Team von Trainer Doug Spradley mit Beginn des dritten Viertels. Nachdem Trey Lewis und Nate Linhart mit zwei Dreiern auf 60:40 gestellt hatten, durfte man als neutraler Beobachter unter den 3039 Zuschauern in der Oberfrankenhalle durchaus etwas Mitleid mit dem Underdog haben. Der Medi-Anhang indes konnte sich zum Ende des dritten Viertels (76:50) erstmals die Frage nach der Dreistelligkeit der Bayreuther Punktausbeute stellen, auf die Siegerstraße war das Korner-Team schon längst eingebogen.

Brooks mit zwei krachenden Dunks

Im Schlussabschnitt arbeitete dann zunächst einmal De’Mon Brooks an seiner Bewerbung für den „Man of the Match“, die er mit einem zwei krachenden Dunkings und einem Korbleger untermauerte, ehe es die Bayreuther locker ausklingen ließen. Eine nachhaltige Warnung an Brose Bamberg, die Bayreuther im nächsten Spiel ernst zu nehmen, war das 96:71 aber allemal.

Der Jubel über den 19. Saisonsieg war noch nicht verklungen, da schnappte sich De’Mon Brooks das Hallen-Mikrofon und verkündete in relativ akzentfreiem Deutsch: „Ich bleibe noch ein Jahr in Bayreuth.“ Es war der Schlussakkord eines wieder einmal denkwürdigen Basketball-Abends in der Oberfrankenhalle.

Beste Bayreuther Akteure waren De’Mon Brooks (18 Punkte, 6 Rebounds), Assem Marei (13/11), Andreas Seifert (12/4) und David Gonzalvez (12/3).

4.6 (5 Stimmen)

Anzeige