Medi-Gast kommt ohne Erfolgsdruck

Mit zwölf Siegen und 16 Niederlagen liegt der Überraschungsdritte der vergangenen Saison auf dem zehnten Platz im Niemandsland der Tabelle. Bei drei Siegen Rückstand (einschließlich des Direktvergleichs) auf den Neunten Gießen 46ers sowie vier Siegen Vorsprung auf den Elften Eisbären Bremerhaven kann sich bei verbleibenden vier Spielen kaum noch etwas ändern.

Skyliners personell geschwächt

Daher entschied man sich in Frankfurt vor dem letzten Wochenende, US-Flügelspieler Shavon Shields mit sofortiger Wirkung an den italienischen Playoff-Aspiranten DE Trento auszuleihen. „Wären wir noch im Playoff-Rennen, hätten wir es natürlich nicht gemacht“, erklärte Trainer Gordon Herbert. „Ich denke aber, dass es in der aktuellen Situation für alle Seiten eine gute Sache ist. Shavon kann die Erfahrung machen, bei einem starken Club Playoffs zu spielen, wir haben die Option auf ihn für nächste Saison, und es hilft uns natürlich auch finanziell.“ Etwas überraschend ist der Wechsel trotzdem, zumal für US-Spielmacher Kwame Vaughn nach einem Bänderriss im Fußgelenk die Saison seit knapp zwei Wochen vorzeitig beendet ist.

Zudem ist bei den Skyliners der Einsatz von Shawn Huff fraglich, der genauso wie Vaughn und Topscorer Albert Jay English erst während der Saison zu den Hessen stieß. Zuletzt beim knappen 65:63-Erfolg in Vechta fehlte der angeschlagene US-Forward mit finnischem Pass. In die Bresche sprang dafür der erst 19-jährige Flügelspieler Niklas Kiel, der mit 19 Zählern zum Topscorer avancierte.

Gästetrainer Herbert: "Noch nie in Bayreuth gewonnen"

Unter den Umständen sieht Herbert sein Team in Bayreuth umso mehr als Außenseiter: „Die Bayreuther spielen um den Heimvorteil in den Playoffs. Sie haben eine Halle mit einer großartigen Atmosphäre, in der es sehr schwer zu spielen ist.“ Dabei weiß der Kanadier nur zu gut, wovon er redet: „Ich habe als Trainer in der BBL noch nie in Bayreuth gewinnen können!“

Das soll aus Sicht seines Bayreuther Kollegen Raoul Korner natürlich so bleiben: „Wir haben nach unserem Auftritt in Bamberg etwas gutzumachen, vor allem die Körpersprache meiner Mannschaft hat mir in diesem Spiel überhaupt nicht gefallen“, sagt der Medi-Coach und lässt keinen Zweifel an der Bedeutung der Partie: „Wir stehen unter Zugzwang, wenn wir unseren vierten Platz weiter absichern wollen.“ Der Österreicher erwartet ein defensiv orientiertes Frankfurter Team und mahnt seine Mannschaft: „Wir dürfen nicht die Brechstange auspacken, sondern müssen geduldig sein, in Rhythmus kommen und einen Weg finden, zu scoren.“ Beim 72:56-Sieg im Hinspiel ist das recht gut gelungen. Damals spielten bei Frankfurt noch vier Akteure, die diesmal nicht dabei sein werden – neben Vaughn und Shields auch die befristet beschäftigten Ekene Ibekwe und Antonio Graves.

Verfolger Bonn muss nach München

Mit dem zwölften Heimsieg der Saison könnten die Bayreuther vermutlich ihren Vorsprung gegenüber dem Tabellenfünften TB Bonn wieder auf drei Siege ausbauen. Die Rheinländer gastieren nämlich zeitgleich bei Titelmitfavorit Bayern München, der zurzeit die längste Siegesserie (+12) innerhalb der BBL vorweisen kann.

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