Medi-Dreier machen Freiwurfmisere wett

Dementsprechend glücklich war der für den an Magenproblemen leidenden Andreas Seiferth (vier Punkte in 8:10 Minuten) in die Startformation gerückte Center Assem Marei. „Dafür, dass Andi ein bisschen krank war, ist es wirklich gut gelaufen. Wir haben gegen ein gutes Team nicht nur das Spiel, sondern auch den direkten Vergleich geholt. Das ist großartig und ein erster Schritt Richtung Playoffs.“ Seinen Beitrag zum Erfolg leistete der Ägypter mit elf Zählern und sieben Rebounds.

An der Freiwurflinie zeigte er aber wie die gesamte Bayreuther Mannschaft Nerven. Marei (1/6), Gabe York (1/4), Linhart (1/2), James Robinson (2/4) und De’Mon Brooks (0/1) trafen lediglich fünf von 17 Versuchen. „Vielleicht hätten wir bei den Freiwürfen, von denen uns nur 30 Prozent gelungen sind, an die Dreierlinie gehen sollen, von wo wir 45 Prozent getroffen haben“, scherzte Medi-Coach Raoul Korner. „Das ist ein bisschen merkwürdig, aber umso besser, dass wir das Spiel gewonnen haben.” Der andere Schlüssel zum Sieg sei gewesen, die Fastbreaks zu stoppen.

„Ich muss meinen Spielern gratulieren. Sie haben heute einen ganz wichtigen Sieg errungen – auch in dieser Höhe. Madrid ist eine sehr gute Mannschaft“, meinte Korner, der sich nach dem „sehr emotionalen Sieg“ in Frankfurt nicht sicher gewesen sei, „ob wir hier mit der gleichen Energie auftreten können. Doch wir konnten und sind gut ins Spiel gekommen. Dann haben wir einige Fehler gemacht, die es uns schwer gemacht haben, in einen offensiven Rhythmus zu kommen.“

Dank an Assistent Lars Masell

Der Dank des Trainers galt vor allem seinem Assistenten Lars Masell, der ihn davon überzeugt habe, die Blockverteidigung umzustellen. „So ist es uns gelungen, das Tempo aus ihren Angriffen zu nehmen. Damit hatten wir im Hinspiel schon unsere Probleme. Das hat perfekt funktioniert, die Spieler haben die Vorgabe hervorragend umgesetzt. Lars war der Mastermind hinter dieser Taktik, er hat das Spiel von Madrid perfekt analysiert.“ So schafften es die Bayreuther, die Hausherren weit unter ihrem bisherigen Punkteschnitt (80 pro Partie) zu halten.

„Die Trainer haben einen hervorragenden Gameplan entwickelt, den wir umsetzen konnten“, war auch De’Mon Brooks voll des Lobes. „Es war ein sehr schweres Spiel. Estudiantes ist ein sehr gutes Team. Sie haben einen sehr tief besetzten Kader und sind hervorragend gecoacht. Jeder unserer Spieler hat seinen Beitrag geleistet, um das Spiel zu gewinnen. Wir haben zu Beginn und am Ende gut verteidigt.” Der Power Forward selbst brachte es in gut 18 Minuten auf 14 Punkte. Für den Einzug in die Playoffs sei es ein enorm wichtiger Schritt gewesen. „Für die Mannschaft, die Organisation und die Stadt wäre die nächste Runde eine ganz neue Erfahrung, eine Belohnung für zwei fantastische Spielzeiten“, wagte Brooks bereits einen Ausblick.

Kapitän Bastian Doreth war stolz auf die „fantastische Moral, die wir bewiesen haben – vor allem in der Schlussphase. Das gibt uns einen Riesenschub mit Blick auf unser Ziel, in die nächste Runde einzuziehen. Dass es in der Tabelle gut aussieht, ist das eine, dass wir bewiesen haben, dass wir so eine Drucksituation meistern können, sollte uns ganz viel Selbstvertrauen geben.“

Enttäuscht zeigte sich der Madrider Trainer Salvador Maldonado, nachdem sein Team über weite Strecken in Führung gelegen hatte: „Wir haben das Spiel fast die gesamte Zeit kontrolliert. In den letzten Minuten waren wir nervös und haben keinen unserer letzten neun Würfe getroffen. Wir wussten in der Schlussphase nicht mehr, wie wir Bayreuth kontrollieren können, und haben das Spiel so verloren.”

Statistik

Estudiantes Madrid – Medi Bayreuth 68:76 (20:13, 19:21, 19:19, 10:23)

Estudiantes Madrid: CVETKOVIC (7 Punkte / 20:29 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -9), Hakanson (8 / 15:17 / -6), Brizuela (3 / 14:52 / 11), Vicedo (0 / 20:46 / -3), COOK (5 / 27:02 / -7), Pena, Suton (10 / 19:38 / 2), LANDESBERG (13 / 21:37 / -12), Sola, BROWN (8 / 20:21 / -10), CANER-MEDLEY (6 / 18:26 / -8), Arteaga (8 / 21:26 / 2); Feldwurfquote: 23/62 (37 Prozent), davon 8/30 Dreier (27 Prozent): Suton (2/3), Landesberg (2/6), Brown (2/7), Cvetkovic (1/2), Brizuela (1/3); Freiwürfe: 14/20 (70 Prozent); Rebounds: 28 defensiv, 10 offensiv (Arteaga 5/2, Cook 5/1, Caner-Medley 2/3); Ballgewinne: 6 (Suton 2); Ballverluste: 14 (Landesberg 4, Cook 3); Assists: 14 (Cook 8); Effektivität: 67 (Cook 11, Suton 11, Arteaga 11, Hakanson 10).

Medi Bayreuth: ROBINSON (12 / 24:36 / 17), Cox (0 / 9:56 / -8), LINHART (8 / 30:03 / 16), Doreth (3 / 15:23 / -9), Seiferth (4 /8:10 / -4), Wachalski (16 / 21:41 / 1), Amaize (3 / 9:56 / -14), BROOKS (14 / 18:18 / 7), YORK (5 / 30:10 / 24), MAREI (11 / 31:42 / 10); Feldwurfquote: 31/67 (46 Prozent), davon 9/20 Dreier (45 Prozent): Robinson (2/2), Brooks (2/3), Wachalski (2/5), Amaize (1/1), Doreth (1/3), Linhart (1/4); Freiwürfe: 5/17 (29 Prozent); Rebounds: 32 defensiv, 13 offensiv (York 9/0, Marei 4/3, Linhart 6/0, Robinson 3/2); Ballgewinne: 8 (Linhart 3, Wachalski 3); Ballverluste: 14 (Amaize 3, Marei 3); Assists: 16 (Linhart 8, Doreth 3); Effektivität: 77 (Linhart 19, Wachalski 17, Brooks 13, Robinson 12, York 8, Seiferth 5).

SR: Baldini (Italien), Milojevic (Mazedonien), Ozols (Lettland).

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