Medi-Coach: „Auf eine Schlacht einlassen“

Trotz dieses Tabellenbildes ist das Problem jedoch gar nicht grundsätzlich verschieden von den letzten Jahren, deren Entwicklung die Skyliners in der zurückliegenden Spielzeit mit einem dritten Tabellenplatz in der Bundesliga und sogar einem internationalen Titelgewinn im FIBA-Europe-Cup gekrönt haben: Trotz aller personeller Veränderungen definiert sich nach wie vor kein anderes BBL-Team so konsequent über die Defensive wie die Frankfurter. Dass sie mit dieser Qualität immer noch jederzeit gegen individuell talentiertere Mannschaften bestehen können, bewiesen sie bereits mit Siegen in Berlin (78:70) oder gegen Ludwigsburg (65:63). Allerdings hat die letzte Heimniederlage gegen Aufsteiger Vechta (61:68) auch gezeigt, dass man negative Überraschungen ebenso wenig ausschließen kann.

Für umso wichtiger hält es Medi-Trainer Raoul Korner, mit der passenden Einstellung an diese spezielle Aufgabe heranzugehen: „Man muss bereit sein, sich auf eine Defensivschlacht einzulassen. Dazu gehört es in erster Linie, dass man auch selbst kompakt steht und seine eigenen Hausaufgaben in der Defensive macht.“ In der gegnerischen Hälfte dürfe man sich nicht beirren lassen, wenn man sich schwerer tut als gewohnt: „Man muss seine Angriffe noch disziplinierter und konsequenter zu Ende spielen als sonst, und man darf nicht in Panik verfallen, wenn man keine leichten Würfe bekommt.“ Diese Aspekte sind dem Medi-Coach wichtiger als der aktuelle Tabellenstand: „Ich erwarte in Frankfurt unser bisher schwerstes Auswärtsspiel. Vor allem defensiv werden wir etwas zulegen müssen.“

Sieg im Vorbereitungsspiel sagt nichts mehr aus

Der klare 75:61-Sieg in einem Vorbereitungsspiel bei den Skyliners sei erst recht kein Maßstab für die Kräfteverhältnisse: „Damals ist Shavon Shields als einer der wichtigsten Frankfurter Spieler schon früh mit einer Fingerverletzung ausgeschieden, und zwei Spieler des aktuellen Teams waren noch gar nicht dabei.“ In erster Linie denkt Korner damit an den nachverpflichteten Spielmacher Kwame Vaughn, der gerade an diesem Mittwoch im etwas großspurig „Champions League“ genannten europäischen Wettbewerb des Weltverbandes Fiba beim 61:56-Sieg im slowenischen Doonzale mit 27 Punkten herausragte (4/5 Dreier, 4/8 Zweier, 7/7 Freiwürfe). „Das ist ein Scoring-Guard, der den eigenen Abschluss sucht“, beschreibt der Medi-Coach die damit hinzu gewonnene Offensivkraft. Auch der Ex-Bayreuther Ekene Ibekwe, der wegen der Personalnot auf den großen Positionen nach den Verletzungen von Daniel Mayr (Knie) und Niklas Kiel (Sprunggelenk) mit einem Zweimonatsvertrag verpflichtet worden ist, sei aufgrund seiner Athletik „eine interessante Ergänzung“.

Skyliners-Trainer außer Gefecht

Keine Probleme erwartet Korner auf Frankfurter Seite durch den Ausfall von Erfolgstrainer Gordon Herbert, der wegen der Nachwirkungen einer Rückenoperation schon seit Saisonbeginn von seinem Assistenten Klaus Perwas an der Seitenlinie vertreten werden muss: „Perwas ist eine Institution in Frankfurt und kann vielleicht besser als jeder andere den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Die etablierten Spieler kennt er bestens, und die neuen kennen die Situation ja gar nicht anders.“

Trotzdem: Unterm Strich haben die Frankfurter ein paar Probleme mehr als das nach wie vor von Verletzungen verschonte Medi-Team. Dessen Stimmung beschreibt der Trainer so: „Alle sind wohlauf und voller Vorfreude.“

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