Medi: Bislang ranghöchster Gegner

Nicht nur die bewährten Ausländer Jordan Theodore, Aaron Doornekamp und Tomas Dimsa haben Frankfurt verlassen, sondern vor allem auch so gut wie alle deutschen Leistungsträger, die das Erfolgsmodell von Trainer Gordon Herbert geprägt haben: Johannes Voigtmann (Vitoria/Spanien), Danilo Barthel (München, Konstantin Klein und Johannes Richter (beide Bonn).

Beim Neuaufbau vertraut man aber den gleichen Tugenden. Nur vier Ausländerstellen wurden vorerst besetzt, denn der gerade erst verpflichtete Antonio Graves (zuletzt Crailsheim, früher Artland) ist erst einmal nur als Stellvertreter für den am Knie verletzten Philip Scrubb gedacht. Wichtige Rollen werden also auch künftig jungen deutschen Spielern anvertraut, wobei der eigene Nachwuchs um Max Merz und Stefan Ilzhöfer wesentliche Verstärkung durch die deutschen Center-Hoffnungen Mahir Agva (Tübingen) und Daniel Mayr (München) bekommen hat. Beim letzten Härtetest in einem Turnier in Frankreich mit Siegen gegen Landesmeister Lyon (74:69) und Gastgeber Bourg-en-Bresse (71:63) sowie einer 51:63-Niederlage im Finale gegen Chalon standen im Aufgebot der Skyliners (noch ohne Graves) nur zwei Spieler, die älter waren als 22 Jahre.

Medi-Trainer Raoul Korner ist allerdings überzeugt, dass sich die Frankfurter Spielweise durch die Neubesetzungen nicht grundsätzlich verändern wird: „Die Skyliners stehen immer für eine solide, physische Verteidigung sowie im Angriff für eine gute Ballbewegung mit guten Lösungen aus dem Pick-and-roll.“ Genau diese Herausforderungen passen ihm in der aktuellen Phase der Vorbereitungen gut ins Konzept: „Wir wollen sehen, wie wir auch gegen so eine Verteidigung zu unseren offensiven Optionen kommen. Und das Abwehrverhalten gegen Pick-and-roll gehört nach den letzten beiden Spielen zu den Dingen, mit denen wir uns befassen wollen.“

Der Coach bezieht sich dabei nicht nur auf das Heimspiel gegen den griechischen Erstliga-Neuling Promitheas Patras (73:70), sondern auch auf den folgenden Test unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei den Tigers Tübingen. Der ungefährdete Start-Ziel-Sieg mit 86:68 (51:36) gegen den personell erheblich geschwächten Ligarivalen hat Korner nicht rundum überzeugt: „Es gab gute Dinge, aber auch weniger gute. Man hat gesehen, dass wir noch nicht so weit sind, um zwei Spiele innerhalb kurzer Zeit auf gleichbleibend hohem Niveau zu spielen.“

In Tübingen fehlte Kyle Anderson im Bayreuther Aufgebot, aber das erklärt der Trainer nur als Vorsichtsmaßnahme: „Wegen Kniebeschwerden hatten wir schon gegen Patras seine Einsatzzeit reduziert und ihn dann für drei Tage ganz heraus genommen, aber nun trainiert er schon wieder voll mit.“

„Weniger anstrengend als ein Training“

Da die Vorbereitungen auch weiterhin nicht von ernsthaften Verletzungen gestört werden, gibt es für den Trainer auch keinen Grund, am Spielrhythmus etwas zu ändern. Nach der Partie in Frankfurt folgt am Samstag ein Auftritt beim BBL-Absteiger und Zweitliga-Favoriten Mitteldeutscher BC sowie in der kommenden Woche noch ein nicht öffentlicher Test gegen die Gießen 46ers, ehe der Expert-Jakob-Cup am 17./18 September mit dem Derby gegen Meister Bamberg den abschließenden Höhepunkt der Vorbereitungen bildet. „Die Spiele sind weniger anstrengend als ein Training“, sagt Korner schmunzelnd. „Die Spieler wissen das durchaus zu schätzen.“

Nicht bewertet

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