Medi Bayreuth will über Frankfurt nach Ulm

„Unser voller Fokus liegt auf diesem Spiel. Wir wollen uns auf alle Fälle qualifizieren“, sagt Trainer Raoul Korner, dessen Mannschaft in der vergangenen Saison klar mit 52:75 an der Hürde Bamberg gescheitert war. Anschließend gewann der oberfränkische Rivale Pokal und Meisterschaft. „Es war der denkbar ungünstigste Gegner. Auch jetzt ist es alles andere als leicht, es hätte aber noch heftiger kommen können. Die Chance ist da“, meint Korner zu den Erfolgsaussichten.

Schließlich rutschten die Frankfurter als letztes der sechs Teams in die Qualirunde und hatten dabei Glück, dass die eigentlich heimstarken Baskets Bonn nach ihrem 81:76-Sieg in Frankfurt im entscheidenden Spiel den Eisbären Bremerhaven mit 75:86 unterlagen. In der Bundesligatabelle stehen die Bonner aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs vor den siebtplatzierten Skyliners, in der Pokaltabelle fehlen ihnen aber die zwei Punkte vom Erfolg über den für das Endturnier gesetzten Gastgeber Ulm. „Bonn hatte mit dem Auswärtsspiel im Europacup und dann gegen ein Team, das den Trainer gewechselt hat und gegen den Abstieg kämpft, ein hartes Programm. Das war eine Konstellation, in der eine Überraschung möglich war“, erklärt Korner, der aber schon eher mit den Rheinländern als Gegner gerechnet hatte.

Für ihn mache es aber keinen großen Unterschied, hat seine Mannschaft in der Bundesliga-Hinrunde doch bei beiden Kontrahenten verloren. Zwar ist die Fahrt nach Frankfurt etwas kürzer, dafür wäre das Spiel in Bonn einen Tag später gewesen. Ein Vorteil für die Hessen könnte jedoch sein, dass sie im Gegensatz zu den am Mittwoch in der Champions League beschäftigten Bayreuthern nicht international vertreten sind. „Sie haben keine Doppelbelastung und konnten sich die ganze Zeit auf uns vorbereiten. Wir können es uns aber nicht aussuchen und nehmen es eben so, wie es gekommen ist“, bleibt Korner gelassen.

Um diesmal als Sieger vom Parkett zu gehen, müsse sein Team konzentrierter starten als bei der knappen 68:72-Niederlage am sechsten Spieltag. „Wir haben sehr schlecht begonnen. In der zweiten Halbzeit hätten wir die Riesenhypothek aus der ersten fast noch einmal umkehren können, aber nur fast.“ Bester Werfer war damals mit 20 Punkten Liga-Topscorer Philip Scrubb, der aber bereits seit Mitte Dezember wegen Knieproblemen ausfällt und auch nicht am Allstarspiel teilnehmen konnte, für das er von Korner nominiert worden war.

Überhaupt haben die Skyliners mit argen Verletzungssorgen zu kämpfen, weshalb sie AJ English zurückholten und auch Marco Völler nachverpflichteten. „English hat Frankfurt letzte Saison als Topscorer angeführt und kann auch Spiele im Alleingang entscheiden. Er kennt die Mannschaft und war schnell wieder integriert“, warnt Korner davor, Frankfurt aufgrund des Fehlens von Scrubb zu unterschätzen.

Das angedachte neue Pokalmodell mit einem Achtelfinale mit 16 Bundesligisten fände der Medi-Coach übrigens besser als das bisherige, sieht darin aber auch nicht viel Innovation. „Für mich liegt der Reiz des Pokals darin, dass auch Kleinere dabei sind. Das Problem des engen Spielplans könnte man vielleicht mit einer Vorqualifikation für Pro A und Pro B lösen.“

In Bamberg am 11. April

Ursprünglich hätte am Samstag das Rückspiel des Bundesliga-Derbys in Bamberg stattfinden sollen – nicht einmal drei Wochen nach dem 85:75-Heimerfolg von Medi Bayreuth, dem ersten Sieg gegen den oberfränkischen Rivalen seit dem Wiederaufstieg 2010. Da aber beide Teams am Wochenende um den Einzug ins Final-Four-Turnier des Pokals kämpfen – Bamberg am Sonntag beim FC Bayern München –, wurde die Partie auf den 11. April (20.30 Uhr) verlegt. Das Hessenderby zwischen Bayreuth-Gegner Frankfurt Skyliners und den Gießen 46ers ist hingegen noch nicht neu terminiert.

Nicht bewertet

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