Medi Bayreuth vom Fall Hagen überrascht

„Persönlich bin ich sogar extrem überrascht“, sagt Geschäftsführer Philipp Galewski. Nachdem die Hagener die Lizenz (unter Auflagen) erhalten hatten, sei mit Schwierigkeiten solchen Ausmaßes nicht zu rechnen gewesen. Die inzwischen nicht mehr amtierende Phoenix-Geschäftsführung habe die Ziele sogar „forsch“ formuliert.

Um über grundsätzliche Zweifel an der Wirksamkeit des Lizenzierungsverfahrens diskutieren zu können, fehlt es Galewski noch an Detailinformationen. Nur so viel: „Wenn die vorgelegten Zahlen solide sind, kann so etwas eigentlich nicht passieren. Das beruht auch ein Stück weit auf Vertrauen.“ Zweifel an der Verlässlichkeit der Hagener Angaben lässt auch die Stellungnahme der BBL durchblicken. Man sei „irritiert“: „Die Zahlen, die uns im Oktober fristgerecht vorgelegt wurden, haben sich im Vergleich zu denen aus dem Juli erheblich negativ verändert“, wird BBL-Geschäftsführer Stefan Holz zitiert. „Wie es dazu kommen konnte, werden wir mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter aufarbeiten.“

Hoffnung auf "geordneten Rückzug"

Philipp Galewski hofft nun zumindest, dass es für Hagen noch zu einem „geordneten Rückzug“ reicht. „Sonst werden alle anderen mit hinein gerissen“, sagt er mit Blick auf das Heimspiel, das bei einer vorzeitigen Einstellung des Hagener Spielbetriebs in den Finanzplänen der Vereine fehlen würde. Es gebe für solche Fälle zwar einen Sicherungsfonds, „aber so früh in der Saison habe ich meine Zweifel, ob man damit alle noch betroffenen Vereine entschädigen könnte.“

Dass Spieler von Phoenix Hagen nun wieder auf dem Markt verfügbar sein könnten, lässt den Bayreuther Geschäftsführer übrigens kalt: „Tatsächlich haben deswegen schon Agenten bei Trainer Raoul Korner angerufen. Aber unser Gefüge funktioniert im Moment so gut, dass es gar keinen Grund gibt, daran etwas zu ändern.“

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