Medi-Anhänger in Slowenien dabei

Es war eine Premiere: Nachdem das Medi-Team das Auftaktspiel in Polen noch ohne Fan-Begleitung absolvieren musste, organisierte der Fanclub „Bats“ nun die erste Auswärtsreise zu einem internationalen Pflichtspiel seit über 20 Jahren.

Eine sechsköpfige Reisegruppe war mit einem Kleinbus um 6 Uhr früh am Volksfestplatz gestartet und kehrte am nächsten Morgen müde, aber vollkommen zufrieden zurück. Knapp sieben Stunden verbrachte man auf deutschen, österreichischen und slowenischen Autobahnen, ehe der erstmalige Blick auf die imposante Halle bewundernde Blicke hervorrief. Die architektonisch auffallende Arena für 12 000 Zuschauer nötigte einigen Respekt ab.

Die kleine Sightseeing-Tour durch Laibach, wie Ljubljana auf Deutsch heißt, toppte das dann aber noch. Das Zentrum der Stadt ist eine Mischung aus Großstadt, gemütlichem mediterranen Flair und Gässchen im Stil von Würzburg und Regensburg.

Busfahrt, Chips und Bier gratis

Was das alles noch übertraf, war die für einen Franken recht ungewohnte Freundlichkeit der Einheimischen. Als Gast erkannt, wurde man fast schon beschämend hofiert – vom Busfahrer, der einem nicht nur den richtigen Bus in die Stadtmitte bestätigte, sondern die Frage nach dem Preis der Fahrt mit einem lachenden Durchwinken beantwortete, oder auch von der durchaus verzückenden junge Dame, die eine Frage nach einem guten Restaurant mit Engelsgeduld und vor allem einem brillanten Geheimtipp beantwortete.

In der Halle sollte sich das fortführen: Die durch die (ziemlich) leeren Ränge schlendernden Chips-Verkäufer, die zwei Gratispackungen für die Gäste parat hatten, oder der Bierverkäufer, der das Kaltgetränk lachend und plaudernd gratis über den Tresen schob – das waren Szenarien, die man aus der Heimat so nicht kennt. Vor dem Spiel gesellten sich noch acht weitere Anhänger zur Reisegruppe. Die sorgte mit ihren zwei Trommeln dafür, dass die Partie für das Medi-Team fast schon Heimspielatmosphäre hatte.

Am Ende konnte die Bats-Abordnung feiern. Und ein durch die Bank bestgelaunter Medi-Tross verabschiedete die Anhänger in der Tiefgarage auf den langen Heimweg. Der wurde versüßt nicht nur durch den Sieg, sondern auch durch eine Stadt, die im Gedächtnis haften bleibt. Wiederholungen sind schon geplant: Die Ljubljana-Reisegruppe wird in ähnlicher Konstellation auch nach Venedig fahren. Mit dem Flugzeug geht es nach Madrid und Athen. Und die kurze Reise nach Straßburg wird mit einem großen Bus in Angriff genommen. Bats-Vorsitzende Sibylle Hammon jedenfalls strahlte über das ganze Gesicht.

Trainer Korner zufrieden: "Wichtiger Sieg"

Sehr zufrieden äußerte sich Medi-Trainer Raoul Korner nach dem 90:77-Sieg in Ljubljana: „Ich gratuliere meinen Spielern. Sie haben einen großartigen Job gemacht und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“ Entscheidend sei es gewesen, sich gegen die Physis der Gastgeber zu stemmen: „In den letzten Spielen hatten sie einen schwachen Start, haben sich dann aber durch Intensität und Physis zurück ins Spiel gekämpft. Unter dem Strich haben wir es verstanden, immer dann, wenn es nötig war, den Druck zu erhöhen oder einen wichtigen Wurf zu treffen. Es war nicht alles perfekt, aber es war gut genug für einen wichtigen Sieg. Diesen Sieg haben wir gebraucht, denn es ist wichtig, in diesem Wettbewerb auswärts zu gewinnen.”

Nicht bewertet

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