Massaker in Las Vegas: 58 Menschen tot

Nach und nach wurden die Details der Tragödie bekannt: Laut Polizei feuerte der Schütze am Sonntag gegen 22 Uhr (Ortszeit) vom 32. Stockwerk eines Hotel an der berühmten Casino-Meile aus auf Besucher des Konzerts. Zur Tatzeit sollen rund 30.000 Besucher dort gewesen sein. Die Polizei berichtete weiter, sie habe den mutmaßlichen Täter gestellt und getötet. Es soll sich um den 64 Jahre alten Steven P. handeln. «Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf», sagte Bezirks-Sheriff Joe Lombardo am Montagfrüh.

Polizei nimmt mutmaßliche Mitwisserin fest

Die Polizei suchte zunächst außerdem nach einer Frau, die sich mit dem Todesschützen in einem Hotelzimmer aufgehalten haben soll. Sie sei gefunden worden, teilte die Polizei kurz darauf mit. Die Frau war zuvor als Marilou D. identifiziert worden und wohnte Medienberichten zufolge möglicherweise mit dem Täter zusammen.

Die Polizei in Las Vegas warnte die Bevölkerung mit diesem Tweet

Die Polizei veröffentlichte auf Twitter ein Foto der Frau und rief die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche auf. Sie bezeichnete D. aber nicht als mögliche Komplizin, sondern teilte lediglich mit, sie solle befragt werden. Lombardo sprach von einer «Person von Interesse». Gesucht wurde am Montag in Verbindung mit dem Schützen auch nach zwei Autos.

Schüsse bei beliebtem Musikfestival

Der Tatort befand sich nahe dem Mandalay Bay Resort and Casino - es gehört wegen seiner goldschimmernden Fassade zu den markanten Gebäuden des Unterhaltungsboulevards Las Vegas Strip. Die Schüsse fielen bei dem beliebten Route 91 Country Music Harvest Festival. Augenzeugen berichteten von Hunderten Schüssen.

Viele Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Wir krochen über Tote.» Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich aus einem automatischen Gewehr. Ein weiterer Augenzeuge sagte CNN: «Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen». Viele hätten sich zu Boden geworfen, um sich vor den Schüssen in Sicherheit zu bringen.

Nichts über deutsche Opfer bekannt

Das Auswärtige Amt konnte am Montagvormittag noch keine Auskunft darüber geben, ob unter den Opfern deutsche Staatsbürger sind. «Unsere Kolleginnen und Kollegen der Botschaft Washington sind in engem Kontakt mit den US-Behörden und versuchen, Informationen zu sichern», hieß es.

Der Gouverneur von Nevada, Brian Sandoval, sprach auf Twitter von einer tragischen und abscheulichen Gewalttat. «Unsere Gebete gelten allen, die von diesem feigen Akt betroffen sind.»

Einzelne Flüge umgeleitet

Die Polizei rief die Bevölkerung kurz nach den Schüssen per Twitter dazu auf, die Gegend nahe der Meile voller riesiger Casinos sowie dem Flughafen zu meiden.

Sie schrieb auch, dass einige Flüge, die eigentlich auf dem nahe gelegenen Flughafen der Stadt landen sollten, umgeleitet wurden. Der bekannte Boulevard der Metropole, der sogenannte Strip, wurde zeitweise voll gesperrt.

Update 14.00 Uhr

Offenbar hat sich die Polizei einen Schusswechsel mit dem Täter geliefert. Über Twitter meldet sie, dass zwei Polizisten im Einsatz durch Schüsse verletzt wurden.

Update 14.46 Uhr

Wie die Polizei auf Twitter mitteilt, sind ungefähr 406 Personen in Krankenhäuser gebracht worden.

Update 15.25 Uhr

Der mutmaßliche Todesschütze von Las Vegas, Stephen P., hat sich nach Angaben der Polizei wohl selbst getötet. «Wir glauben, dass er sich selbst das Leben genommen hat, bevor wir eingedrungen sind», beschrieb Bezirkssheriff Joseph Lombardo die Szene am Montag. Der 64-Jährige soll von einem Gästezimmer im 32. Stock des Mandalay Bay Hotels im Zentrum von Las Vegas in das Publikum eines Musikkonzertes geschossen haben. Mehr als 50 Menschen starben, mehr als 400 wurden verletzt. Nach Angaben von Lombardo hatte der Schütze mehr als zehn Gewehre gehortet.

Update 17.40 Uhr

Die Polizei spricht jetzt von 58, möglicherweise 59 Toten. Außerdem sprechen die US-Behörden mittlerweile von 515 Verletzten. Man rechnet damit, dass diese Zahl noch weiter ansteigt. Die Polizei fordert die Menschen in den USA auf, Blut zu spenden, um die Opfer der Attacke versorgen zu können.

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat das Massaker von Las Vegas für sich beansprucht. Allerdings sagte ein Sprecher der US-Bundespolizei FBI bei einer Pressekonferenz, dass es aktuell keine Hinweise gebe, dass der IS oder eine andere internationale Terrororganisation etwas mit der Tat zu tun habe.

zwölf Verletzte in einem kritischen Zustand. Eine Sprecherin der Uniklinik von Las Vegas sagte dem Sender CBS, das Krankenhaus habe 104 Verletzte aufgenommen. Von ihnen seien noch zwölf in kritischem Zustand. Wie viele Verletzte noch schwerst verletzt in anderen Krankenhäusern liegen, war zunächst unklar.

Acht Patienten hätten nach der Ankunft in der Uniklinik wegen schwerer Schussverletzungen sofort notoperiert werden müssen, sagte Danita Cohen, Sprecherin des University Medical Center of Southern Nevada.

dpa/mki/igl

 

5 (1 vote)

Anzeige

Montag, 13. November 2017 - 11:06