Maschinenring: Zahlen gehen nach oben

Beim Maschinenring denkt man zunächst an die gemeinsame Nutzung von Schleppern und Bodenbearbeitungsgeräten. Längst nimmt aber auch die Betriebshilfe eine mindestens genauso wichtige Stellung ein. Über 50.000 Stunden (Vorjahr knapp 49.000 Stunden) habe der Ring im Jahr 2017 abgewickelt, sagte Scherm. Knapp 29 000 davon im Bereich der sozialen Betriebshilfe, also im Notfall, etwa beim Ausfall der wichtigsten Arbeitskraft auf einem Betrieb. Und gut 21.000 als wirtschaftliche Betriebshilfe, etwa zur Abdeckung von Erntespitzen oder als Urlaubsvertretung.

Weitere Betriebshelfer dringend gesucht

Zum Team des Maschinen- und Betriebshilfsrings Bayreuth-Pegnitz gehören eine feste Dorfhelferin, die in Creußen stationiert ist, drei hauptberufliche Helfer, acht über die Maschinenring Oberfranken Mitte GmbH angestellte Kräfte, eine selbstständige Kraft und 56 nebenberufliche Helferinnen. Weitere Betriebshelfer würden dringend gesucht. „Für jeden, der Interesse hat, können wir eine entsprechende Lösung anbieten“, sagte Scherm. Der Verleih von Mietmaschinen sei freilich noch immer eine Kernaufgabe des Rings.

Ein neues Geschäftsfeld hat der Maschinenring mit der Einführung des Klauenpflegedienstes eröffnet. Fehlender Nachwuchs habe hier einem steigenden Bedarf gegenüber gestanden. Deshalb investierte die Oberfranken Mitte GmbH, zu der auch die Maschinenringe Fränkische Schweiz und Kulmbach gehören, selbst in Technik und Personal.

Der Bauernhof als Wirtschaftsbetrieb

Klauenpfleger ist Hans-Peter Käb aus dem Landkreis Haßberge, gelernter Landmaschinenmechaniker, Meister der Landwirtschaft und staatlich geprüfter Klauenpfleger. Er sprach von kurzen Wartezeiten und vielen positiven Rückmeldungen. Ziel sei es, das Klauenpflegeteam weiter zu verstärken, dringend gesucht würden deshalb ausgebildete Klauenpfleger und Klauenpflegerhelfer.

Die Arbeit des Maschinen- und Betriebshilfsrings zeige, wie sehr sich die Landwirtschaft verändert hat, sagte die Bundestagsabgeordnete Silke Launert. Landwirte seien heute echte Mittelständler, ihre Betriebe kämen Wirtschaftsunternehmen gleich.

Auf neun von zehn Hektar Fläche aktiv

Trotzdem unterscheide sich die bayerische Landwirtschaft noch in vielen Punkten von anderen Bundesländern. Hier seien die weitaus meisten Betriebe noch familiengeführt, verwurzelt in den Kommunen und hier wisse der Bauer noch ganz genau, wie viele Tiere er hat und wo sie stehen. Bei allem Strukturwandel dürften die landwirtschaftlichen Betriebe deshalb nicht „kaputtwachsen“.

Der Maschinenring Bayreuth-Pegnitz hat nach den Worten seines Vorsitzendem Reinhard Sendelbeck 1309 Mitglieder, sechs weniger als im Vorjahr, mit einer bewirtschafteten Fläche von knapp 42.000 Hektar, was über 90 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Landkreis bedeutet.

Gewerbliche Tochterunternehmen machen weitere Umsätze

Nicht im Verrechnungswert von 7,3 Millionen Euro enthalten sind die Umsätze der gewerblichen Tochterunternehmen und bestreuten Organisationen MR Agrarservice GmbH, des Biomasseheizwerks Bayreuth, der MR Bioenergie Bayreuth und der Beteiligung an der MR Oberfranken Mitte. Über die MR Oberfranken Mitte werden sämtliche gewerbliche Dienstleistungen für kommunale und private Auftraggeber wie Winterdienst, Hecken-, Bankett-, Baum- und Grünanlagenpflege abgewickelt.

Allein die MR Oberfranken Mitte habe im zurückliegenden Jahr über 1,7 Millionen Euro umgesetzt, 650.000 Euro entfielen dabei auf den Maschinenring Bayreuth-Pegnitz.

Nicht bewertet

Anzeige