Marktsanierung: Das Zaudern hat ein Ende

„Wir stehen vor dem wichtigsten Tagesordnungspunkt der letzten Jahre“, stimmte Haberberger das Gremium zu Beginn der Sitzung, die von einem guten Dutzend Bürger verfolgt wurde. Er schilderte noch einmal die Geschichte des Vorhabens und betonte, dass die überwiegende Mehrheit der Neustädter das Projekt von Beginn an befürwortet und die Verkehrsberuhigung und Attraktivität der Innenstadt gewünscht hätten. „Wir haben außerdem in den vergangenen Monaten viele Bürgerwünsche eingearbeitet. Dass man es am Ende nicht allen recht machen kann, war klar. Aber die jetzige Planung ist nach meiner Meinung die mit Abstand beste, vernünftigste und am einfachsten realisierbare.“

Für die Bedürfnisse künftiger Generationen

Während Manfred Rix („Unnötig, gefällt mir nicht“) und Walter Schindler („Damit kann ich mich nicht identifizieren“) vor allem den großen Platz am östlichen Rand des Marktplatzes kritisierten, lobten alle andere Stadträte die sogenannte Variante IV. So sagte Helmut Schäffler, dass die Veränderungen am Marktplatz von den Bürgern gewollt seien und man damit auf die Bedürfnisse künftiger Generationen eingehe. „Hoffentlich gehrt es jetzt bald los“, so der Stadtrat der Liste „Zukunft“.

Kritik an Einbahnstraße

Als bestmögliche und gerechteste Lösung für die Anlieger bezeichnete Renate Wiesent (CWML) die Planung und Käthe Pühl („Zukunft“) meinte: „Ich freue mich über die Entscheidung. Jetzt können wir unseren Marktplatz neu entdecken.“ Rainer Kopp von der SPD kritisierte zwar die Einbahnstraßenregelung und forderte, den großen Platz abzuschrägen, votierte aber schließlich auch für den vorgelegten Plan, weil man die Zukunft nicht verschlafen dürfe.

Gegner wollen Änderungen

Zweiter Bürgermeister Karlheinz Schultes (CSU/ÜWG) bezeichnete die Planung als gutes Gerippe und betonte, dass man die Bevölkerung stark mitgenommen habe. „Vor uns liegt ein großes Ziel, das in einigen Punkten sicher noch geändert werden kann.“ Emil Bauer (ÜWG Filchendorf) stimmte auch zu, schlug aber vor, den Radius für landwirtschaftliche Fahrzeuge eventuell zu vergrößern. „Seit 20 Monaten wurde diskutiert und diskutiert. Wir haben jetzt viele Forderungen der Ausbaugegner übernommen, aber die meisten Bürger wollen jetzt eine Entscheidung“, sagte Hermann Preißinger von der CSU/ÜWG.

Eine Chance für den Ort

„Es ist auch wegen der hohen Zuschüsse eine einmalige Chance für die Stadt, deren Zukunft wir nicht verschlafen dürfen.“ Maria Sehnke („Zukunft“), eine Anliegerin des Marktplatzes, bezeichnete die Einbahnstraßenlösung als sehr gut und auch dem großen Platz stehe sie positiv gegenüber. „Ich weiß nicht, was daran auszusetzen ist. Den haben wird doch jetzt im Prinzip auch schon, nur parken halt dort im Moment die Anlieger.“

Planungsbüro macht weiter

Gegen die Stimmen von Manfred Rix und Walter Schindler beschloss das Gremium dann das Büro Landschaftsarchitektur+ mit den Planungen der Variante IV fortzufahren. Das Büro Holzapfel-Herziger soll in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachstellen den Entwurf erarbeiten. Parallel dazu wird die Verwaltung beauftragt, die vorläufigen KAG-Beiträge spätestens bis zum Frühjahr 2017 anzustreben. Die Tiefbauplanungen werden die Stadtplaner mit dem Büro Schultes aus Grafenwöhr umsetzen.

Nicht bewertet

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