Mal anderes Publikum angelockt

„Schöner kann man seinen Hochzeitstag nicht feiern“, meinte eine Besucherin, die zum 40. Ehejubiläum mit ihrem Mann gekommen war. Das Paar genoss mit knapp 130 Gästen in der voll besetzten ehemaligen Kompressorhalle ein Lustspiel, in dem es viel zu lachen und viele bekannte Lieder zu hören gab. Die Musik trug viel zum Reiz und zum Erfolg des Stückes bei. Helmut Weisser am Keyboard sang und begleitete die Schauspieler bei so bekannten Liedern wie „Es muss was Wunderbares sein“, „Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein“ oder „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ – alle komponiert von Ralph Benatzky. Bei den Schnaderhüpfeln, die Wirtin Josepha Vogelhuber (Andrea Voigt) sang, um den ewig grantelnden Berliner Fabrikanten aufzumuntern, ließ sich das Publikum gerne zum Mitklatschen und „Holladiria“-Singen animieren.

Schauspieler von allen Seiten

Die Besucher in der Maffei-Halle waren während des ganzen Stückes nicht nur dabei, sondern mitten drin. Die Darsteller kamen mal aus der neuen Garderobe im Ausstellungskeller, mal von außen oder auch mal – im Fall des Zahlkellners Leopold – vom Bewirtungsstand der Maffeianer.

Regisseur Jürgen Peter hatte die Rollen im „Weißen Rössl“ sehr gut besetzt. Michael Lehner brillierte als Wilhelm Giesecke. Mit typisch Berliner Schnauze grantelte und intrigierte er von der ersten bis zur letzten Minute. Sven Larch als leicht lispelnder Gelehrter Hinzelmann begeisterte ebenso wie der norddeutsche Tourist (Alfred Wruck), der zwar kurze, aber viel beklatschte Auftritte hatte.

Darsteller hatten viel zu bieten

Auch vokal hat die Amateurtheatergruppe „TiK“ aus Neuenmarkt viel zu bieten. Nicolas Peter, der im „Weißen Rössl“ den Pikkolo spielt, ist Mitglied der renommierten Audi-Jugendchorakademie und hatte mit der Formation erst vor wenigen Tagen viel beklatschte Auftritte in den Hamburger Deichtorhallen. Als Zahlkellner Leopold Brandmayer gefiel Berufsschullehrer Jochen Böhm. Den gerissenen Rechtsanwalt Otto Siedler verkörperte Konrad Sauerteig, im Hauptberuf Fachinformatiker. Die Liste ließe sich fortsetzen. Alle Darsteller spielen in ihrer Freizeit, aber mit großer Professionalität und Begeisterung. Diese schwappte auch auf Maffei mühelos auf die Zuschauer über.

Begeistert war am Ende nicht nur das Publikum, sondern auch das Ensemble. „Es war wirklich toll, mit und bei euch zu spielen“, wandte sich Vorsitzende Mona-Isabelle Peter an die Mitglieder des Fördervereins Maffeispiele. Sehr zufrieden war daher auch der Veranstalter. „Es war ein klasse Saisonauftakt“ freute sich Vorsitzender Michael Grüner. Das Stück habe „ein ganz anderes Publikum“ in das Bergbaumuseum gelockt. Viele der Gäste waren erstmals zu einer Kulturveranstaltung gekommen. Die gute darstellerische Leistung des Ensembles überzeugte alle. Im nächsten Jahr wird „TiK“ am Ostermontag die Dorfposse „Passion“ auf die Maffeibühne bringen.

Nicht bewertet

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