Maisel stoppt Kritzenthaler-Produktion

Zum 30. April dieses Jahres lief in Bayreuth die Herstellung des alkoholfreien Pils aus, und kaum jemand hat’s bemerkt: „Nachfragen von Kunden und Handel waren sehr gering“, heißt es aus der Brauerei. Dazu sagt Jeff Maisel: „Kritzenthaler Alkoholfreies Pilsner hatte einen Anteil von unter einem Prozent an unserem Ausstoß und daher über Jahre hinweg kaum eine Rolle gespielt.“

Konzentration auf Weißbier

Alkoholfreies Pilsner sei „nicht die Stärke unserer Brauerei“, man konzentriere sich „ganz klar“ auf Bierspezialitäten: „Wir setzen nun voll auf unser alkoholfreies Weißbier, das sich sehr gut entwickelt.“

2014 wurde erstmals die Marke von fünf Millionen Hektoliter überschritten, seitdem nimmt der Absatz alkoholfreier Biere nach Auskunft des Deutschen Brauerbunds weiter zu. Der Anteil der Alkoholfreien an der Gesamtbierproduktion in Deutschland liegt inzwischen bei knapp sechs Prozent.

Nach neuesten Zahlen der GfK gewinnen alkoholfreie Biere und Spezialitäten, während die etablierten Sorten verlieren. Während die gesamte Biermenge von 2015 auf 2016 einen Rückgang von 1,8 Prozent hinnehmen musste, stiegen die alkoholhaltigen Spezialitäten um 19,5 Prozent.

Erwachsenenlimonade

„Alkoholfreie Biere haben eine interessante Entwicklung genommen“, sagt Horst Zocher, Biermarktspezialist beim Marktforschungsinstitut GfK in Nürnberg. Dieses Bier sei „neu positioniert“ worden: Einst war es angesagt, „wenn man kein Bier trinken durfte“, inzwischen sei es als Sportgetränk und als schmackhafte Alternative zu süßen Saftschorlen anerkannt, Stichwort „Erwachsenenlimonade“.

Das sei eine interessante Marketinginitiative gewesen, die noch dazu von Erfolg gekrönt war, sagt Zocher. Alkoholfreies Bier habe sich „vom Randsortiment zum wichtigen Produkt entwickelt“.

Der Geschmack

Das bestätigt auch Jeff Maisel. Es seien nicht die Biertrinker, die auf alkoholfreies Weißbier umsteigen, sondern vor allem diejenigen, die bisher ihren Durst mit Schorlen, Softdrinks oder Mineralwasser gestillt haben. „Das liegt am Geschmack“, ist Jeff Maisel überzeugt.

Hinzu kommt, dass alkoholfreies Weizenbier isotonisch ist und deshalb bei Sportlern gut ankommt. Alkoholfreies Weizen habe weniger Kalorien als die vergleichbare Menge Apfelsaftschorle, sagt Maisels Pressesprecherin Eva Ploß: „Das macht es auch für kalorienbewusste Genießer interessant.“

Nicht bewertet

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Kommentare

Das man das Kritzenthaler einstellt kann ich ja noch verstehen, aber das man das Aktien Pils einstampft und durch das Bayreuther Hell ersetzt, ist mit Sicherheit keine Unternehmerische Glanzleistung. Einen Pilstrinker wird man niemals auf dieses Bier umerziehen können, was wohl die Brauerei will. Schade ist nur das auf den ganzen Festen in Bayreuth, die Maiselbrauerei das Vorrecht hat und es nicht will das andere ihr Bier hier ausschenken... wenn man schon nicht im Stande ist ein gutes Pils anzubieten, dann sollte man andere Brauereien erlauben ihr Pils auszuschenken. Vielleicht merken die Herren dann, das es ein Fehler war das Pils einzustellen.
Meines Wissens ist nur die Flaschenabfüllung beim Pils eingestellt, die Fässer bleiben. Als Alternative zur Flasche wird Veltins angeboten. Das Hell ist also eine Ergänzung und kein Ersatz für das Pils.
Nach meinen Informationen kommt im Herbst ein neues Pils. Heißt dann "Bayreuther Pils" und wird sicherlich ein paar Euro mehr kosten als das Aktien Pils. Das ist der ganze Hintergrund, man will noch mehr verdienen!!! Anstatt den Preis um ein paar Euro hochzusetzen, schafft man das alte Pils ab und bringt ein neues (altes) auf den Markt!!!
Aha, dann bekommt das Veltins wohl ein neues Etikett ;-). Aber ganz ehrlich: das schmeckt mir sogar besser als das Aktien.
Hätte man das Pils noch in Fässern, dann hätte man am Bürgerfest oder Sommernachtsfest auch das Pils ausschenken können... so gab es fast nur das Hell oder Orginal... schade.. das Pils wurde eingestellt und gibt es nur noch für die Gastronomie in Fässer und das hört auch bald auf.
Das Kritzentaler gehörte für mich zu den besten Alkoholfreien. Leider wurde es vom Markt nicht dementsprechend angenommen. Meiner Meinung hatte dies zwei Gründe: man hat es kaum beworben und man konnte mit dem Namen Kritzentaler kein positives Image aufbauen." Maisels Weisse" ist zu einem Begriff geworden," Maisels ohne " oder ähnlich wäre für das Alkoholfreie wesentlich verkaufsfördernder gewesen. Wenn ich es bei Freunden ansprach, war es nicht bekannt und wurde gleich mit Hinterhofbrauereibier tituliert. Spötter assoziierten den Begriff Kritzentaler mit Lakritzen. Schade
Maisel wollte Clausthaler Konkurrenz machen.