„Main-Campus“ in der Innenstadt

Ebenfalls beim ersten Treffen dabei: Prof. Stephan Clemens. Der Lehrstuhlinhaber des Fachgebiets Pflanzenphysiologie an der Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften soll die neue Fakultät am Standort Kulmbach inhaltlich aufbauen und das bestehende grobe Konzept detailliert aufbereiten.

Am Ende der Besichtigungstour in der Stadt zogen alle Beteiligten ein positives Fazit, heißt es in einer Mitteilung des Oberbürgermeisters. „Die Entscheidung des Kabinetts für den Campus Kulmbach ist eine Riesenchance. Jetzt müssen wir in der Umsetzung auch die sich bietenden Möglichkeiten nutzen. Dazu gehört, den Campus so nahe wie möglich ans Zentrum heran zu setzen. Denn so wird Kulmbach belebt und die Innenstadt kann profitieren“, heißt es in der Mitteilung.

So schnell wie möglich

Das Projekt soll schnellstmöglich realisiert werden. Deswegen hatte Schramm bereits vor der Kabinettssitzung Gespräche mit Eigentümern der in Betracht kommenden Grundstücke geführt. Unter dem Arbeitstitel „Main-Campus Kulmbach – Studieren im Zentrum am Ufer des Mains“ hat die Stadtverwaltung sechs potenzielle Standorte definiert und in einem Gesamtkonzept zusammengefasst.

Darunter ist eine Fläche neben dem Max-Rubner-Institut. Das 10 000 Quadratmeter große Areal gehört der Stadt, ebenso wie der Kaufplatz, der ohnedies abgerissen werden soll und der eine Grundfläche von 8500 Quadratmetern hat. Ideal wäre das Güterbahnhofsgelände. Rund 15 000 Quadratmeter gehören der Firma „Futura“, mit der Schramm schon Vorverhandlungen geführt hat.

Eigentümer Brauerei

Weitere 34 000 Quadratmeter hat die Kulmbacher Brauerei vor einiger Zeit gekauft. Auch mit der Brauerei führt die Stadt Gespräche. ,Schließlich käme auch der bisherige Parkplatz am Schwedensteg in Frage.

Auch dieses Grundstück mit 20 000 Quadratmetern ist im Besitz der Stadt. Schließlich gäbe es unter Umständen auch noch Möglichkeiten im Umfeld des Mönchshofs. Die Namensgebung „Main-Campus“ kommt nicht von ungefähr.

Der Main könnte eine emotionale Klammer zwischen dem Uni-Hauptsitz in Bayreuth und der neuen Fakultät in Kulmbach sein, haben sich die Initiatoren überlegt: „Der Rote Main fließt durch Bayreuth, der Weiße Main durch Kulmbach, vor den Toren Kulmbachs vereinigen sich die beiden Quellflüsse zum eigentlichen Main. Eine schöne Verbindung zwischen den beiden dann existierenden Uni-Standorten“, sagte dazu Simon Ries, Schramms Büroleiter. Ein Ansatz übrigens, der von der Unispitze bereits positiv aufgenommen wurde. Uni-Präsident Prof. Leible findet ihn gut: „Die Idee vom Main-Campus Kulmbach und die Geschichte dazu gefallen uns sehr gut. Zentrumsnahe Flächen, die mit Bus und Bahn gut zu erreichen sind, dazu eine gewisse Aufenthaltsqualität in Verbindung mit dem Main – das wollen wir jetzt schnell konkretisieren.“

Planungsrechtliche Voraussetzungen schaffen

Die Stadt wird jetzt laut Schramm die nächsten Schritte auf dem Weg zur Universitätsstadt Kulmbach einleiten: „Wir schaffen planungsrechtliche Voraussetzungen und haben – bei den Flächen, die nicht im Besitz der Stadt sind – Gespräche mit den Grundeigentümern aufgenommen.“

Schon bald wollen die Vertreter der Stadt dann gemeinsam mit der Universität Bayreuth die Bestandsaufnahme abschließen und die Standortfrage klären. Derzeit wird für das Güterbahnhofsgelände schon ein Bebauungsplan aufgestellt.

Kauft der Freistaat oder die Stadt?

Noch ist offen, ob die Stadt Flächen stellt oder der Freistaat das nötige Grundstück erwirbt, sagt Schramm. Die Universität Bayreuth gibt ebenfalls richtig Gas. Kanzler Markus Zanner erklärt: „Wir wollen das in Grundzügen bereits stehende Konzept jetzt schnellstmöglich konkretisieren, unterfüttern und mit Leben erfüllen. Mit Professor Clemens haben wir einen Experten, der uns enorm weiterhelfen kann.“ Jetzt wird ein Aufbaustab für das Projekt zusammengestellt.

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