Luther: Weltpremiere auf der Naturbühne

Die Grippewelle des Winters ist zwar Vergangenheit. Aber auf Trebgast bewegt sich langsam, aber sicher ein neuer Virus zu. Der Theatervirus breitet sich in Richtung Wehlitzer Berg aus, und keiner der vielen Akteure, die sich derzeit, meistens freiwillig, in diesem Bereich aufhalten, bleiben davon verschont. Der Virus befällt jeden, und auch abgebrühte Mitwirkende können sich dem nicht entziehen.

Obwohl das begleitende Symptom, das berühmte Lampenfieber, längst identifiziert ist, gibt es bis heute kein probates Mittel dagegen. Das Gute daran: Die Infektion verschwindet wieder von selbst, und zwar genau am Freitag, 19. Mai, Punkt 20.30 Uhr, wenn der Vorhang zur Premiere, der Welturaufführung des Schauspiels „Luther – Rebell seiner Zeit“ fällt, und damit die neue Theatersaison eröffnet wird.

Große Begeisterung

 „Alle Mitwirkenden sind mit großer Begeisterung dabei und bringen auch selbst gute Ideen ein. Der Teamgeist und das Gruppengefühl sind einmalig, alle Abteilungen bemühen sich um uns und unterstützen uns“, sagt Marion Beyer, die das Stück zusammen mit Hermann J. Vief geschrieben und bearbeitet hat. „Unsere Arbeit wurde ständig von kirchlicher Seite begutachtet und letztlich auch als authentisch bezeichnet.“ Das bestätigen Grußworte im Programmheft von Landesbischof . Heinrich Bedford-Strohm, der Botschafterin des Rates der EKD, Margot Käßmann, und der Regionalbischöfin Dorothea Greiner, die die Schirmherrschaft über dieses Werk übernommen hat.

Das beste Beispiel dafür sind außerdem die beiden mitwirkenden Geistlichen aus dem Kulmbacher und dem Lichtenfelser Landkreis, die absolut begeistert und mit viel Herzblut und voller Überzeugung dabei sind. Pfarrer Wolfgang Oertel aus Untersteinach gab bereits 2012 sein Debüt als Bösewicht in „Arsen und Spitzenhäubchen“. „Dieses Mal ist es etwas ganz anderes. Ich muss selbst viel Ruhe ausstrahlen und den Luther immer wieder beruhigen und runterbringen.“

Schweres Gewitter über dem Wehlitzer Berg

 Handlung: Es kracht und scheppert über dem Wehlitzer Berg. Ein schweres Gewitter wütet hoch über dem Trebgasttal von Westen nach Osten. Der junge Student Martin Luther ist alleine auf dem Heimweg. Einen Meter hinter ihm schlägt ein Blitz ein und wirft ihn zu Boden. In seiner Todesangst ruft Luther die heilige Anna, die Mutter Marias, um Hilfe an und gelobt, ein Mönch zu werden, wenn er das Unwetter überlebt. Luther geht ins Kloster, studiert an der Wittenberger Universität Theologie und findet in der Bibel viele Antworten auf seine Fragen. Der damals übliche Ablasshandel ist ihm bald ein Dorn im Auge. Mit seinen 95 Thesen kämpf er dagegen. Er wird vom Papst exkommuniziert und bringt sich auf der Wartburg in Sicherheit. Als die von ihm übersetzte Lutherbibel in Umlauf kommt, gibt es die ersten Unruhen unter den Bauern, die hohe Abgaben an ihre Herren zahlen müssen. Die ersten noch lokalen Widerstände führen 1524 zur ersten demokratischen Revolution auf deutschem Boden – den  Bauernaufständen.

Wenn der Mönchschor, den Kreischorleiter Heiner Beyer eingeübt hat, gregorianische Gesänge anstimmt, liegt eine mystische, spirituelle Stimmung in der Luft. Hinter den schlichten Kutten, die Gesichter noch unter den Kapuzen verborgen, verbergen sich sieben Sängerinnen und Sänger vom Gesangverein 1864 Untersteinach.

Viel Aufwand erforderten die Kostüme. Viele Gewänder wurden extra angefertigt. Als Vorlagen dienten unter anderem historische Aufzeichnungen. „Einfacher waren die  Bekleidungen für das Volk, die Bauern und die Mönche“, erklärt Sigrid Seehuber, zuständig für diesen Part.

Zwei Monate hat Dieter Krause an den Kulissen gebaut. Und die Kulissenmaler brauchten zu dritt noch einmal zwei Wochen. Im Mittelpunkt der Bühne steht eine riesige verwandelbare, fünf Meter hohe monumentale Kathedrale, die je nach Szene die Gotteshäuser in Worms, Erfurt und Wittenberg darstellt. Daneben gibt es das Atelier und die Druckerei von Lucas Cranach, sowie eine Schmiede und ein Wirtshaus.

Nicht bewertet

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