Lustiges Trainerraten beim FC Bayern

Am Sonntag (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel gegen Hertha BSC müssen vor allem die Profis unbedingt liefern, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach der Blitz-Trennung von Ancelotti gefordert hatte. «Ich erwarte jetzt von der Mannschaft eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen.»

Hoeneß: Verein nicht unter Zeitdruck

Sagnol erhielt zunächst nur das Mandat für das Berlin-Spiel. In den Planspielen für eine neue Cheftrainer-Lösung spielt der 40 Jahre alte Franzose wohl eher eine untergeordnete Rolle. Präsident Uli Hoeneß sieht seinen Verein nicht unter Zeitdruck. Trotzdem kündigte er an, dass der Rekordmeister möglichst schon nach der anstehenden zweiwöchigen Länderspielpause eine Lösung haben wolle.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic sollte am Freitagnachmittag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz Auskunft zur Situation und dem weiteren Vorgehen beim Rekordmeister geben. Sagnol dagegen sollte sich nicht über das bevorstehende Spiel in Berlin äußern.

Thomas Tuchels Name fällt zuerst

Die Spieler wissen, dass gerade sie jetzt gefordert sind. «In Berlin müssen wir reagieren, da müssen wir gewinnen und sonst nichts. Wir sind schon drei Punkte hinter Dortmund», hatte Arjen Robben gesagt - allerdings schon bevor die Trennung von Ancelotti fix war.

Die Spekulationen um den Nachfolger laufen. Natürlich fällt dabei an erster Stelle der Name von Thomas Tuchel, der aktuell ohne Job ist. Etliche Kandidaten werden ins Spiel gebracht, auch Mehmet Scholl.

Nagelsmann? Eher ein heißer Tipp für die Zukunft

Und selbst aktuell vertraglich gebundene Trainer wie Hoffenheims Julian Nagelsmann, der als guter Zukunftstipp gilt, werden öffentlich mit Nachfragen konfrontiert.

Am Freitag traf es Ralph Hasenhüttl vom Vizemeister RB Leipzig. «Das ist nicht mein Thema», antwortete der Österreicher. Er habe sich nicht eine Sekunde Gedanken darüber gemacht, «null». Ein interessanter Mann könnte der frühere Gladbach-Coach Lucien Favre sein, der bei OGC Nizza angestellt ist.

«Du kannst als Trainer nicht deine prominentesten Spieler als Gegner haben»

Hoeneß hatte die abrupte Trennung von Ancelotti nach dem 0:3 in der Champions League gegen Paris St. Germain als alterntivlosen Schritt der Vereinsführung geschildert. Der italienische Coach hatte spätestens mit seiner Aufstellung bei dem Prestigeduell in Paris zu viele Topspieler gegen sich aufgebracht. «Du kannst als Trainer nicht deine prominentesten Spieler als Gegner haben», erklärte Hoeneß.

Die permante Rotation und die immer häufiger kaum nachvollziehbare Personalauswahl verärgerte Akteure wie Thomas Müller, Mats Hummels, Jérôme Boateng, Franck Ribéry oder Arjen Robben. Spannend wird darum sein, auf wen Nothelfer Sagnol am Sonntag in Berlin setzen wird.

dpa

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