Luitpoldschule: Vorbild durch Vielfalt

"Einfach mal ins Blaue hinein", habe sie die Bewerbung für den Schulentwicklungspreis abgeschickt, sagt Daniela Dietel am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung. "Wir hatten kurz vorher die Evaluation der Schule, hatten alles schon zusammengetragen, und da dachte ich, wir könnten uns einfach mal bewerben." Das war im vergangenen Jahr. Im Juli 2017 "kam der Unterrichtsbesuch", sagt Dietel. Eine Delegation, die sich die Schule genau anschaute, "Interviews mit Lehrern, Eltern, Schülern führte". Und die sich dafür aussprach, der Schule auf oberfränkischer Ebene den Preis zu geben.

Hochkaräter in der Jury

"Im Dezember haben wir dann Bescheid bekommen, dass wir wieder Besuch bekommen werden", sagt Dietel. Die Luitpoldschule hatte es in die bayernweite Auswahl geschafft. Die fünfköpfige Gruppe - "lauter Hochkaräter", wie Daniela Dietel sagt - habe viele kritische Fragen gestellt, allen voran laut Dietel die Referatsleiterin für die bayerischen Grundschulen am Kultusministerium, Maria Wilhelm. "Wir haben gedacht, das wird nichts mit dem Preis. Haben auch lange nichts gehört. Dann aber kam die Einladung nach München. Ohne dass wir wussten, ob wir gewonnen haben oder nicht."

Der Spagat, den sie machen

Aber: Sie holten sich den Schulentwicklungspreis. Als Lohn "für einen Spagat, den wir ganz bewusst machen", sagt Daniela Dietel. Die Luitpoldschule hat zwei höchst unterschiedliche Schulhäuser. Eines in der Oswald-Merz-Straße. Eines in der Birken. Mit Schülern, die so unterschiedlich sind wie die Schulhäuser. "Brennpunktviertel auf der einen, Universitätsnähe und hohe Bildungsaffinität auf der anderen Seite", wie es die Referatsleiterin Maria Wilhelm in ihrer Laudatio in München nach Angaben von Dietel sagte. In Zahlen: 60 Prozent Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund im Altbau, fünf Prozent in der Birken.

Alle sollen sich als Einheit begreifen

"Unser Ziel war es, dass die Eltern sich als Einheit sehen, dass wir einen Plan haben für das komplexe Schulleben, dass wir auf die Schüler eingehen können. Dass wir alle mitnehmen können", sagt Daniela Dietel. "Und dass wir ein großes Netzwerk haben, um das Beste für die Kinder erreichen zu können." Das Motto, das über dem Schulentwicklungsprojekt der Luitpoldschule steht, schweißt die Schulgemeinschaft zusammen: "Unsere Vielfalt macht uns stark." Die Vielfalt der Luitpoldschule symbolisiere schon das bunte Schul-Maskottchen Poldi, das vor dem Altbau steht. "Alles ist auf bunt ausgelegt bei uns, das soll die Schülerschaft symbolisieren", sagt die Rektorin.

Tolles Klima an der Schule

Was die Jury bestätigt habe, sei das "tolle Klima, das bei uns an der Schule herrscht", sagt Dietel. "Jetzt, in den warmen Tagen, sind die Klassenzimmertüren offen. Man kann durch die Gänge gehen, man hört keine Kinder schreien, es ist angenehm still in den Gängen." Ergebnis eines Prozesses, bei dem alle an einem Strang ziehen: Schüler, Lehrer, Eltern. Eines Prozesses, "bei dem wir notfalls auch mal einen Schritt zurück gehen, wenn es etwas zu ändern gilt", sagt Dietel.

Der Preis für die Luitpoldschule sei "durchaus etwas Besonderes", sagt Alexander Wunsch, Referent im Sachgebiet Grund- und Mittelschulen bei der Regierung von Oberfranken, am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das passiert mit dem Preisgeld

Nach dem Sieg im regionalen Schulentwicklungswettbewerb, bei dem die Schule ein Preisgeld von 1000 Euro gewonnen hat, kommen jetzt noch einmal 10.000 Euro dazu. Eines sei auf jeden Fall klar, sagt Daniela Dietel: "Wir schaffen besonders schöne Spiele für die Kinder an." Es gebe schon ein paar weitere Ideen, deren Umsetzung solle aber - gemäß des Schulkonzepts - "gemeinsam beschlossen werden soll", wie die Rektorin sagt.

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