LSG-Piloten fliegen zum Rundensieg

Starker Wind und eine gute Thermikvorhersage bestimmten die Strategie: Zuerst soweit wie möglich gegen den Westwind, um dann die volle Bundesliga-Wertungszeit von 2:30 Stunden mit Rückenwindhilfe fliegen zu können. Für die Heimkehr hieß das aber, sich gegen den Wind heim nach Bayreuth zurückzukämpfen.

Der teilweise über 30 km/h starke Westwind erzeugte gut funktionierende Aufwindlinien. Zudem schob er die Flugzeuge kräftig an. Zeitweise konnte die Bayreuther Flotte mit über 220 km/h über Grund nach Osten schießen. Nur selten mussten die Piloten in starken Aufwinden kreisen, um wieder Höhe zu gewinnen.

Alexander Müller erwischte dabei die beste Linie und konnte als Erster an Bayreuth vorbei Richtung Zwickau und Chemnitz fliegen. Wolfgang Clas und Heiko Hertrich hielten sich etwas südlicher auf, weil schöne Wolken über dem Erzgebirge gute Aufwinde versprachen. Doch hielten die Wolken ihr Versprechen nicht und zwangen die Piloten zu einem Umweg, um ebenfalls Müllers Aufwindstraße zu erreichen.

Pape vermeidet Umweg

Gewarnt von Hertrich flog der etwas zurückliegende Clemens Pape gleich einen nördlicheren Weg und vermied so den Umweg. Weil für alle vier Bayreuther die Strecke nach Osten besser lief als erwartet, bestand die Gefahr, dass man in den gesperrten Luftraum des Flughafens von Dresden einflog, bevor die Wertungszeit zu Ende sein sollte. Müller und später Pape lösten dies, indem sie nach Norden auswichen, Hertrich und Clas kehrten dagegen etwas früher um.

Müller und Pape mit Bestwerten

Die spätere Auswertung der erzielten Geschwindigkeiten zeigte dann auch genau diese Unterschiede. Müller und Pape legten 126,5 und 126,3 km/h vor, weil beide den besten Pfad ohne Umwege fanden und die komplette Wertungszeit mit dem Wind absolvierten, wohingegen Hertrich (116,3) und Clas (113,8) mindestens 10 km/h durch den Umweg und die frühere Umkehr verloren.

Das Bayreuther Mannschaftsergebnis von 369,2 km/h aus den Flügen von Müller, Pape und Hertrich hielt gegen die starke Konkurrenz Stand. Die zweitplatzierte SFG Giulini Ludwigshafen kam nur auf 340,7 km/h und erzielte somit satte acht Prozent weniger.

Auf den Plätzen folgen Donauwörth (336,9) und Rinteln (332,6). In der Tabelle machte die LSG zwar keinen Platz gut und nimmt mit 112 Punkten weiterhin Rang fünf ein, kann aber zur Tabellenspitze etwas aufholen. Aalen liegt mit 146 Punkten weiterhin an der Spitze, gefolgt von Donauwörth mit 133 Punkten. Schwäbisch Gmünd auf Platz drei (119 Punkte) ist schon in Bayreuther Reichweite.

Weltweit auf Platz fünf

Samstag Abend konnte die LSG hoffen, auch in der World League den Rundensieg einzuheimsen. Doch dann zog der Minden Soaring Club aus Nevada (442,5 km/h) noch vorbei. Auch auf den Plätzen drei bis sechs folgen US-Clubs. Bayreuth konnte Rundenplatz zwei mit 39 Punkten halten.

Die Tabelle der World League führt weiterhin Aalen mit 265 Punkten an, gefolgt von Moriarty Soaring aus New Mexico (207) und Schwäbisch Gmünd (203). Bayreuth verbesserte sich auf 188 Punkte und liegt nun auch international auf Tabellenplatz fünf.

Nicht bewertet

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