LSG Bayreuth winkt wieder Vizetitel

Am Samstag hatte es aber noch nicht danach ausgesehen. Zwar gingen fünf Piloten in die Luft, doch schaffte es keiner die volle Wertungszeit von zweieinhalb Stunden auszunutzen. Die Hochrechnung der zurückgelegten Strecke erbrachte nur geringe Geschwindigkeiten von 45 bis 50 km/h, Bayreuth lag zur Halbzeit der Runde nur auf Platz 22.

Doch wurde die Wetterlage am Sonntag besser. Schon gegen Mittag zeigten sich gute Cumuluswolken am Himmel, die als Garant für Aufwinde gelten. Entsprechend war dann auch die hohe Beteiligung und die Motivation der Bundesligapiloten. Weil jedoch nicht klar war, wo ein schneller Segelflug wohl am besten funktionieren könnte, wollte das Team alle möglichen Optionen ausprobieren.

Bernd Löser versuchte es zuerst nach Westen und Heiko Hertrich nach Norden. Beide kehrten aber jeweils nach 60 Kilometern um, weil die anrückende Warmfront aus Nordwesten schon zu spüren war und die Aufwinde schwächer wurden.

Johannes Baier war in Rudolstadt gestartet und tat sich entsprechend schwer, überhaupt in das bessere Gebiet südlich des Thüringer Waldes zu kommen. Alexander Müller traute dem Wetter trotzdem viel zu, musste aber schon bei Erbendorf klein bei geben und seinen Hilfsmotor anlassen. Nach dem Rückflug nach Bayreuth legte er erneut los, um bis in den Bayerischen Wald zu fliegen.

Friedhelm Lotte zog es dagegen nach Südwesten. Bei Rothenburg ob der Tauber schnitt ihm die Warmfront den Rückweg ab, so dass ihm nichts anderes übrig blieb, als südlich Nürnberg bis Regensburg zu flüchten und über das noch freie Naabtal zurück nach Bayreuth zu fliegen.

Hertrich folgte anfänglich Müller in die Oberpfalz, wendete aber schon bei Cham, um einer guten Aufwindlinie zurück nach Bayreuth zu folgen. Dieser Linie folgte später noch Tobias Ernst im Hochleistungsdoppelsitzer des Vereins.

Beste Wetterverhältnisse im Süden

Doch die besten Verhältnisse zeigten sich im Süden. Martin Brühl und Andreas Baier beschlossen, ab Regensburg die Donau entlang flussaufwärts zu fliegen. Dass dies die beste Entscheidung war, zeigte sich natürlich erst im Nachhinein, nachdem alle die Flugdaten zur Auswertung ins Internet gestellt hatten.

Wie immer wurden nur die drei schnellsten Piloten für die Bundesliga gewertet. Das Bayreuther Rundenergebnis von 287,2 Stundenkilometern setzte sich aus den Flügen von Brühl (99,1), Baier (94,6) und Müller (93,5) zusammen. Der damit erzielte siebte Rundenplatz brachte weitere 14 Punkte auf das Tabellenkonto und verbessert das Halbzeitergebnis merklich. Sieger der 14. Runde wurde der Luftsportverein Schwarzwald mit 312,6 km/h vor der Fliegergruppe Wolf Hirth aus Kirchheim/Teck (310,7) und dem Luftsportring Aalen (303,7).

Spitzenreiter Aalen kann den Sekt bereits kalt stellen

Bayreuth weist als Dritter nunmehr 161 Punkten auf und hat den Abstand zum Zweitplatzierten Donauwörth (166 Punkte) halbiert. LSR Aalen setzt sich als Tabellenführer mit genau 200 Punkten weiter vom 30 Teilnehmer umfassenden Feld ab und kann bei nur noch fünf ausstehenden Runden und 34 Zählern Vorsprung auf Platz zwei die Meisterfeier wohl schon planen.

Auch in der Weltliga kann Bayreuth mit Rundenplatz 19 punkten und bleibt mit 247 Zählern auf dem sechsten Tabellenplatz. Die US-Mannschaften sind weiter auf dem Vormarsch und gewannen erneut die ersten vier Rundenplätze. Dach Aalen hielt mit Platz sieben noch gut dagegen und bleibt mit 356 Punkten vor Moriarty Soaring (USA/325) und der Soaring Society of Boulder (USA/288) an der Spitze der Tabelle.

Nicht bewertet

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