Löschmaschine von 1888 so gut wie neu

Die Rarität der Wehr: Eine Löschmaschine aus dem Jahre 1888. Viele Jahre war das Fahrzeug vergessen. Es war aber im Trockenen untergestellt. Deshalb war es möglich, dass die Löschmaschine in mühevoller Kleinarbeit 1981 restauriert werden konnte, so dass sie wieder voll funktionsfähig ist. Seit dieser Zeit wird das gute Stück wie ein Augapfel von der Wehr gehütet.

Im Jahre 1870 wütete in Auerbach ein größerer Brand, der fast die gesamte Ortschaft bedrohte und zum Teil vernichtete. Aufgrund dieses Vorfalles rief der Bezirkspräsident die Bevölkerung auf, wo immer möglich, Feuerwehren zu gründen.

Lieferant der Löschmaschine

Noch im gleichen Jahr wurde in Thurndorf die Gründung einer Feuerwehr beschlossen. Dazu kam, dass Kirchenthumbach beantragt hatte, dass Thurndorf zur Reparatur der Kirchenthumbacher Feuerlöschmaschine ein finanzielles Scherflein beitragen sollte. Der Gemeinderat sah aber nicht ein, den Thumbachern ihre kaputte Spritz’n mitzufinanzieren.

Die Räte vom Kütschenrain erließen daher folgenden Beschluss: „Auf Vorladen erschienen sämtliche Ausschussmitglieder, um im rubrizierten Betreffe Beschluhs zu fassen. Durch Anschreiben der Marktgemeinde Kirchenthumbach wird die Gemeinde Thurndorf aufgefordert zur Reparatur der Feuerlöschmaschine Kirchenthumbach die Summe von 23 Gulden und 10 Kreuzer zu bezahlen. Da aber die Gemeinde selbst schon Schritte gethan habe, um eine Löschmaschine anzuschaffen, welches in Vollzug gesetzt wird, so wurde beschlossen zur fraglichen Reparatur nichts zu bezahlen welches der Gemeinde Kirchenthumbach zugeschlossen wird.“

1888 Vertrag unterzeichnet

Bereits 1886 bemühten sich die Verantwortlichen für die geplante Neuanschaffung einer Löschspritze um Zuschüsse. Am 30. April 1888 wurde der Vertrag mit der Nürnberger Firma Julius Christian Braun über die Lieferung einer Löschmaschine abgeschlossen. Der Vertrag hatte folgenden Wortlaut: „Die Gemeinde Thurndorf bestellt bei Justus Braun, Löschmaschinenfabrik Nürnberg, eine 4rädrige Saug- und Druckspritze nach dessen Preisliste mit dem in der selben bezeichneten Zubehör, Wagen von Eisen und Federn und Ventil, Belüftungsentleerung des Schlauchs, die mittlere Laterne wird verlangt, zum Preis von 1250 Mark.“

Moderne Anschaffung

Dieses Gerät war zur damaligen Zeit eine großartige und hochmoderne Anschaffung, wenn man bedankt, dass man zu diesem Preis damals ein kleines Anwesen erwerben konnte. Doch für die Sicherheit ihrer Bürger schien den Thurndorfern schon damals kein Preis zu hoch zu sein.

Die handbetriebene Spritze tat in Thurndorf ihren Dienst bis zum Jahr 1949. Dann erhielt die Wehr eine tragbare Motorkraftspritze. Das historische Stück galt lange als eine der modernsten Feuerlöschmaschinen im gesamten Landkreis Eschenbach. Für dieses Gerät nahmen die Thurndorfer erneut enorme finanzielle Opfer auf sich. Die Kosten beliefen sich auf 4012 Mark.

INFO: Die Feuerwehr Thurndorf kann am 21. und 22. Mai ihr 145-jähriges Bestehen feiern.

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