Limmersdorfer Lindenkirchweih soll Weltkulturerbe werden

Mit dem Ministerratsbeschluss seien die Chancen der Traditionskirchweih gewachsen, Unesco-Welterbe zu werden, teilt die oberfränkische Gesundheitsministerin Melanie Huml mit: "Das ist eine schöne Nachricht für ganz Oberfranken." Die Limmersdorfer Lindenkirchweih habe sich ihren ursprünglichen Charakter in ganz besonderer Weise bewahrt und sei ein "herausragendes Beispiel typischer dörflicher Kirchweihtradition". Für Huml steht das Brauchtum des Lindentanzes, das in Limmersdorf seit rund 300 Jahren gefeiert wird, für erhaltenswerte bayerische Kultur.

Im oberfränkischen Limmersdorf wird jährlich zur Kirchweih in der dafür als „Ballsaal" gestalteten Krone eines im Jahr 1686 gepflanzten Lindenbaumes musiziert und getanzt. Nachweislich seit 1729 bildet die Lindenkirchweih dort den gesellschaftlichen Höhepunkt des dörflichen Lebens. In Deutschland gibt es nur noch sehr wenige Tanzlinden.

Die Aufnahme der Lindenkerwa in die Welterbeliste hatte Veit Pöhlmann, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung und Förderung der Limmersdorfer Kirchweihtradition, angestoßen. Allerdings kam daran postwendend Kritik von Bezirksheimatpfleger Günter Dippold: Durch den Eintrag oder Nichteintrag in die Liste könne es zu einer Klassifizierung in wichtiges und weniger wichtiges Erbe kommen: "Was nicht wichtig ist, kann über die Wupper gehen", befürchtet er.

Ein Expertengremium hatte die Limmersdorfer Lindenkirchweih neben den Oberammergauer Passionsfestspielen aus 33 Anträgen ausgewählt. Diese beiden Vorschläge wird Bayern nun für die Aufnahme in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO anmelden. Ein Expertenkomitee der Deutschen UNESCO-Kommission wird dann entscheiden, welche Vorschläge aus allen Bundesländern auf die Liste kommen.

Darüber hinaus hat sich der Verein „Genussregion Oberfranken" erfolgreich für die Aufnahme in das Register guter Praxisbeispiele beworben. Der Verein vernetzt sich mit zahlreichen Partnern aus Bürgerschaft und Institutionen, um ein breites Spektrum an Wissen über regionale Spezialitäten zu sammeln und wissenschaftlich zu dokumentieren.

Einen Erfolg erzielte auch die "Bamberger Gärtnerei": Sie schaffte es mit ihrem Antrag in den engeren Favoritenkreis. Der Verein Gärtner- und Häckermuseum hatte die "Bamberger Gärtnerei" als Sammelbegriff für die Gärtnerstadt sowie die kulturellen Traditionen der Gärtner und deren Bau- und Wohnformen angemeldet. Bewerbungen, die im Rahmen der ersten Bewerbungsrunde nicht berücksichtigt werden konnten, können bei künftigen Runden jederzeit ausgewählt werden.

red

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Kommentare

Wieso Immateriell? Weder die Tanzlinde noch das Bier und die Bratwürste sind materielos!
Korrektur: immateriell
Naja, also im Vergleich zu den 7 oder 10 Millionen Euro für das Bräuwerck kann ich die schon immateriell nennen.