Lichterprozession voller Andacht

Den ganzen Tag schon hatten die Nankendorfer zum Gebet genutzt. Jede volle Stunde besteht in der Kirche die Möglichkeit dazu, es sind jeweils 30 bis 40 Katholiken, die dieses Angebot nutzen. Aus jedem Haus soll einer vertreten sein, so der Brauch. Am Ende, zum ersten Mal diesmal, wird Messe gefeiert. Während die einen beten, entzünden die anderen bereits die Lichter. An den Hängen, an den Häusern, auf dem Wasser.

Die Berghänge leuchten

Mit der Dämmerung legt sich auch ein Geruch nach brennenden Kerzen über den Ort. Nankendorf leuchtet im Schein von vielen, vielen Flammen. Wer kein Feuer entfacht, schaltet elektrische Beleuchtung an. Eine Madonna an einer Scheune wird von einem leuchtendem Rosenkranz umstrahlt. Auf den Berghängen formen Flammen Kreuze, Schriftzüge.

Der Segen der Technik

Als die Gläubigen aus der Kirche treten, warten die Nankendorfer Musikanten, warten Abordnungen der Vereine mit mächtigen Fahnen. „Deinem Heiland, Deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Zion, stimm ein Loblied an“, schallt es durch die Lautsprecher. Dann setzt die Musik ein, die Gläubigen singen den Text, der ihnen Vers für Vers vorgesagt wird, setzen sich in Bewegung, ziehen durch den Ort. Sie singen und beten, bis sie wieder an der Kirche sind. Wer den Rundweg durch den Ort mitläuft, murmelt Gebete, singt mit. Pastoralreferent Georg Friedmann ist zufrieden, dass dies durch eine neue Lautsprecheranlage möglich ist. Auch wer ganz hinten läuft, kann die Worte des Vorbeters gut verstehen.

Ungestörte Andacht

Es ist ruhig im Ort, trotz der vielen Schaulustigen. Die Feuerwehr schätzt, dass es etwa 3000 Gäste sein könnten, die sich das Lichterfest ansehen. Sie sind ruhig, niemand stört die Andacht der Nankendorfer. Pastoralreferent Friedmann nimmt wohlwollend zur Kenntnis, dass Nankendorf die Andacht in den Vordergrund stellt. Dass die Lichterprozession nicht zum Volksfest wird, mit Bewirtung der Gästen, wie man es aus anderen Orten kenne. Das Jahr zuvor, erinnert er sich, sei die Lichterprozession sogar noch schöner gewesen – weil aufgrund eines Eisregens überhaupt keine Gäste gekommen waren.

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Kommentare

super schön wie alle jahre
Vorallem weil es um die Andacht der Gläubigen geht und nicht um ein spektakuläres Event.
katholisch!
Die Staatskirche ist schwach, die Gläubigen sind ihr Rettungsanker!