Lia Schrievers Meisterin der Bundesliga

Die Neudrossenfelderin vom CEP-Racing Team war schon als Gesamtführende zum Final-Wochenende nach Titisee-Neustadt angereist. Sie beschränkte sich aber nicht darauf, ihren Vorsprung zu verwalten, sondern setzte auf Angriff und wurde für diese Taktik sogar mit dem Tagessieg belohnt.

Bereits in der Qualifikation zum Sprintwettbewerb, der zusammen mit der Elite-Konkurrenz ausgetragen wird, setzte Schrievers mit der viertbesten Zeit ein Ausrufezeichen. Abgesehen von einer kurzen Schrecksekunde im Viertelfinale gelang ihr souverän der Einzug ins Finale.

Schneller als die Deutsche Meisterin

Spätestens jetzt sah sich die 18-Jährige namhafter Konkurrenz gegenüber. Außer Antonia Daubermann (Gessertshausen) hatte schließlich nicht nur die Deutsche Sprintmeisterin Nadine Rieder (Sonthofen), sondern auch Vizeweltmeisterin Kathrin Strinemann aus der Schweiz ebenfalls alle K.-o.-Runden überstanden.

Respekt flößte das der Neudrossenfelderin jedoch nicht ein. Lediglich die Schweizerin war schneller, Rieder musste sich im Zielsprint geschlagen geben. Für Schrievers’ einzige verbliebene Gegnerin im Kampf um den Gesamtsieg bei den Juniorinnen, Ronja Eibl (RSG Zollernalb), endete der Weg im Halbfinale. Im kleinen Finale um die Plätze fünf bis acht überquerte sie die Ziellinie nur auf Position drei.

Sieg bei schwierigen Bedingungen

Somit war bereits eine kleine Vorentscheidung gefallen: Ein vierter Platz würde Schrievers im Cross-Country-Rennen in jedem Fall zum Gesamtsieg reichen. Nächtlicher Starkregen veränderte die Voraussetzungen allerdings noch einmal dramatisch. Schon ein kleiner Fahrfehler kann bei diesen Streckenbedingungen schwerwiegende Folgen haben – zu Verletzungen und sogar zum Ausfall führen.

Entsprechend verhalten gingen die Fahrerinnen das Rennen an, so dass sich beim ersten Rundendurchlauf eine Dreiergruppe mit Nina Benz (TSV Laichingen), Schrievers und Eibl formiert hatte. Zum zweiten Mal am höchsten Punkt der Strecke angelangt, erkannte das Talent von der Bikesportbühne die Gunst der Stunde, ging als Erste in die lange Abfahrt, um ihre Fahrtechnik ausspielen zu können und riss dadurch eine Lücke von gut 20 Sekunden. Zwar gelang es Nina Benz im dritten Anstieg beinahe, den Rückstand aufzuholen, doch im Downhill folgte prompt der Konter.

Nach vier Runden und einer Renndauer von 1:08 Stunden war der zweite Saisonsieg von Lia Schrievers perfekt. Dabei war ihr Vorsprung im Ziel sogar sehr deutlich, denn Nina Benz folgte erst 54 Sekunden später und Ronja Eibl gar mit einem Rückstand von 1:39 Minuten.

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