Letzte Chance für Haspo-Damen

Ob ein Sieg tatsächlich den Ligaverbleib bedeutet, entscheidet sich nämlich im Fernduell mit dem Frankfurter HC, der als einzig verbliebener Konkurrent ebenfalls noch gegen den Abstieg kämpft. Dabei hat der ehemalige Deutsche Meister allerdings die bessere Ausgangsposition, denn er kann derzeit zwei Punkte mehr vorweisen. Nur bei einer zeitgleichen Heimniederlage der Oderstädterinnen gegen den Tabellendritten MTV Altlandsberg würde somit Haspo aufgrund des Vorteils im direkten Vergleich (3:1 Punkte) noch mit einem Sieg das rettende Ufer erreichen können.

„Wir haben es zwar nicht mehr vollständig in der eigenen Hand, aber wir wollen zumindest unseren Teil dafür leisten, dass uns diese Chance erhalten bleibt“, unterstreicht Haspo-Coach Thomas Hankel, dass man gewillt ist, bis zur letzten Sekunde um den Klassenerhalt zu kämpfen. Und das wird auch nötig sein. Immerhin zählte der HSV Marienberg im Vorfeld der Saison als Tabellendritter der Vorsaison (damals punktgleich mit dem jetzigen Meister Germania Fritzlar) zu den Topfavoriten auf die Meisterschaft und hatte dies im Sommer durch die Verpflichtung eines hauptamtlichen Trainers aus Dänemark auch noch selbst unterstrichen.

Gäste mit international erfahrenem Team

Zwei Trainerwechsel und einige personelle Abgänge später konnten die Sachsen allerdings trotz ihres mit zahlreichen nationalen und internationalen Topspielerinnen hochkarätig besetzten Kaders (drei aus Tschechien, zwei aus Ungarn, je eine aus Rumänien und Litauen) erst in der vergangenen Woche den sicheren Ligaverbleib unter Dach und Fach bringen. Ob die komfortable Situation des HSV, ohne Druck spielen zu können, den Bayreutherinnen zum Vorteil gereicht, wird der Spielverlauf zeigen. Im Hinspiel jedenfalls war Haspo beim letztjährigen Mitaufsteiger einigermaßen chancenlos und musste 15:25 die höchste Saisonniederlage hinnehmen. Fast ebenso klar war nur das Ergebnis beim späteren Meister Fritzlar ausgefallen. „Den haben wir aber zu Hause geschlagen“, baut Hankel darauf, dass sein Team in eigener Halle meist noch einmal ein paar Prozentpunkte zulegen kann. „Wichtig ist vor allem, dass wir die Nerven behalten.“ Immerhin kann er dabei voraussichtlich, abgesehen von der langzeitverletzten Kapitänin Sonja Körber, auf den vollständigen Kader zurückgreifen.

Turnier um freien Platz

Selbst wenn es für die Haspo-Damen nicht zum direkten Klassenerhalt reichen sollte, muss ihr Abstieg noch nicht besiegelt sein. Durch den Verzicht des einen oder anderen sportlichen Aufsteigers aus den Landesverbänden wird es nämlich aller Wahrscheinlichkeit nach ein Ausscheidungsturnier mit den Tabellenzehnten aller Drittliga-Gruppen geben. Ob es dabei vielleicht sogar um mehr als einen freien Platz gehen wird, steht noch nicht fest.

Nicht bewertet

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