Lebt Traditionsgasthof weiter?

Edgar Klaus hatte das Gebäude im Jahr 2016 gekauft. Der Bayreuther, der in der Immobilienbranche tätig ist, wollte seiner Frau etwas Gutes tun – sie betrieb den Gasthof geraume Zeit. Doch die Resonanz hielt sich in Grenzen, die Schließung war letztlich die logische Konsequenz.

Finanzierung steht noch nicht

„Ja, ich habe da jemand an der Hand“, so Klaus auf Nachfrage unserer Zeitung. Doch Details wolle er im Moment nicht verraten. Schließlich sei noch nichts unterschrieben. Und auch die Finanzierung sei noch nicht geklärt, „in der Gastronomie ist es bekanntlich schwer, Banken für sich zu gewinnen“. Doch grundsätzlich sei er zuversichtlich, dass sich der Verkauf realisieren lasse.

Zuversicht beim Bürgermeister

Darauf hofft auch Bürgermeister Edmund Pirkelmann. Denn für einen Urlaubsort wie Waischenfeld sei jedes Gasthaus von Bedeutung, gerade auch in den Orten außerhalb der Kernstadt. Was er von Klaus zu hören bekam, klingt aus seiner Sicht „sehr positiv“. Der potenzielle neue Betreiber stamme aus dem Raum Stuttgart und habe schon ganz konkrete Vorstellungen zur Zukunft des Gasthofes geäußert.

Am Koch hängt fast alles

Auch in kulinarischer Hinsicht: „Er will einen guten Koch an Land ziehen.“ Für Pirkelmann die Grundvoraussetzung für eine florierende Gastronomie: „Mit dem Koch steht und fällt das, er ist der entscheidende Faktor.“ Wobei es heute schon ein Problem sei, an gutes Personal heranzukommen, mit einem Koch alleine sei es ja nicht getan.

Brauen nach altem Rezept

Klar, dass auch der Gerstensaft in einem ehemaligen Brauereigasthof ein wesentlicher Faktor ist. Der mögliche Investor plane, die alte Polster-Bräu-Herrlichkeit wiederzubeleben. Er wolle Bier nach dem Polster-Rezept brauen lassen – und zwar in Lohr am Main. Pirkelmann: „Dort gibt es eine Brauerei, die für mehrere Anbieter braut, die über keine eigene Brauerei mehr verfügen.“

Bier könnte auch online zu haben sein

Der Investor in spe glaube auch daran, dass Polster-Bier über das Internet vertreiben zu können. Er baue da in erster Linie auf Urlauber, die im Gasthof auf den Geschmack gekommen sind – „und das Bier dann online ordern, wenn sie wieder zu Hause sind“.

Station eines Bierwanderweges?

Bürgermeister Pirkelmann erkennt „ein durchaus sinnvolles Konzept, das könnte was werden“. Werde es richtig umgesetzt, sei das sicher keine Fehlinvestition. Gerade in einer Fremdenverkehrsregion wie dem Raum Waischenfeld, in der die Touristen sozusagen ein- und ausgehen. Pirkelmann kann sich auch vorstellen, Nankendorf zur Station eines Bierwanderwegs zu machen, denkbar sei es dabei auch, die Held-Bräu in Oberailsfeld mit einzubinden.

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