Lapp-Insulators schließt Werk

Lapp Insulators, Hersteller von keramischen Isolatoren, schließt sein Werk in Redwitz im Landkreis Lichtenfels. Dort sind nach Unternehmensangaben derzeit 128 Mitarbeiter mit der Fertigung von Stütz- und Hohlisolatoren betraut. Produkte des Unternehmens kommen unter anderem in Freileitungsmasten und Umspannwerken zum Einsatz.

Wie die Lapp-Muttergesellschaft Pfisterer am Mittwoch mitteilte, kämpfen die europäischen Hersteller derzeit mit massiven Überkapazitäten und Billigimporten aus China. Außerdem würden mittlerweile immer mehr Isolatoren aus Kunststoffen statt aus Keramik gefertigt.

Verlagerung in andere Werke

Aus diesem Grund habe sich die Firmenleitung entschieden, die Produktion vom Standort in Redwitz in die anderen Werke des Unternehmens in Turda in Rumänien, Kadan in Tschechien und Wunsiedel zu verlagern. Eine Verlagerung in das polnische Lapp-Werk in Jedlina sei hingegen nicht geplant.

Das dortige Produktspektrum unterscheide sich deutlich von dem der anderen Standorte, erklärte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Wie Bernhard Kahl, Werksleiter in Redwitz und Wunsiedel sowie Vorstandsmitglied bei Pfisterer, ergänzte, haben beide von ihm betreuten Werke ein technisch vergleichbares Produktionsspektrum. Deshalb sei es möglich, einen Großteil der Redwitzer Produkte auf bestehenden Maschinen in Wunsiedel zu fertigen.

Schwere Belastung

„Es ist uns bewusst, dass diese einschneidende Veränderung mit den einhergehenden Arbeitsplatzverlusten in Redwitz eine schwere Belastung für unsere dort tätigen Mitarbeiter ist“, betonte Vorstandssprecher Michael Keinert. „Die Maßnahme war leider unumgänglich, um langfristig die Pfisterer-Gruppe als Ganzes für die Zukunft sicher aufzustellen.“ Bereits zuvor war die Produktion durch Kurzarbeit oder andere Maßnahmen eingeschränkt worden, wie Pfisterer mitteilte.

In einer Betriebsversammlung wurden die Angestellten des Redwitzer Werkes am Mittwochnachmittag über die Pläne der Geschäftsleitung informiert. Wie die Unternehmenssprecherin sagte, herrschte bei den Mitarbeitern einerseits Bestürzung.

Aufgrund der bereits länger anhaltenden Kurzarbeit und der Marktsituation sei die Entscheidung für viele jedoch nicht überraschend gekommen. Durch die Verlagerung könne die Wunsiedler Produktion künftig besser ausgelastet werden. „Der Weltmarkt ist leider aktuell nicht ergiebig genug, beide Produktionen zu füllen“, sagte Kahl.

Arbeitsplatzsicherung in Wunsiedel

Während es durch die Schließung des Werkes einerseits Belastungen für die Mitarbeiter in Redwitz gebe, könnten andererseits am Standort Wunsiedel Arbeitsplätze gesichert werden, erklärte der Werksleiter. „Mit wenigen Unterbrechungen hatten wir seit 2015 Kurzarbeit.“

Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter wollen nun schnellstmöglich Gespräche über einen Sozialplan sowie einen Interessenausgleich aufnehmen. Wie das Unternehmen mitteilt, soll die Verlagerung 2018 umgesetzt werden.

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