Landratsamt rügt Mängel bei Schafhaltung

„Wir haben Mängel festgestellt, sie waren nicht gravierend“, bestätigte Iris Fuchs, Fachbereichsleiterin Veterinärwesen im Landratsamt. Unsere Zeitung hatte nach dem Eingang eines anonymen Briefes mit gravierenden Vorwürfen gegen den Tierhalter beim Landratsamt nachgefragt. Noch am gleichen Tag schaute sich Fuchs auf dem Hof um. Daraufhin seien „verwaltungsrechtliche Schritte“ eingeleitet worden. Die entsprechenden Mängel müssten behoben werden. An den Tierhalter sei die konkrete Anweisung ergangen, künftig eine dauerhafte, tierschutzgerechte Haltung, Pflege und Ernährung der Schafe sicherzustellen. Nähere Angaben wollte Fuchs aus Datenschutzgründen nicht machen.

Sollte sich der Tierhalter nicht an die Vorgaben halten, könne das Veterinäramt weitere Schritte einleiten, etwa eine Reduzierung des Bestands bis hin zu dessen Auflösung. Auch in der Vergangenheit sei das Veterinäramt zu Kontrollen bei dem Tierhalter gewesen, „gravierende Geschichten“ habe es nicht gegeben, erläuterte Fuchs. 

"Amt war schon fünf Mal da"

Der Tierhalter und sein Vater bestätigten auf Anfrage, das Landratsamt habe die Rückkehr der Schafe in den Stall angeordnet. Dort soll ein Tierarzt kranke und lahmende Tiere anschauen. Eine weitere Vorgabe sei die Klauenpflege gewesen. Die Tiere können sich bei Eis und Schnee ins Gebüsch oder den angrenzenden Wald zurückziehen. Vater und Sohn sprachen von Nachbarschaftsstreitereien, die immer wieder zu Anschuldigungen und Anzeigen beim Veterinäramt geführt hätten. „Das Amt war schon fünfmal da“, berichtete der Tierhalter.

Tierhalter: Alles in Ordnung

Nach der Kontrolle des Veterinäramtes am Montag seien die meisten Tiere von der Weide in den Stall gebracht worden, berichteten beide. Die restlichen sieben Tiere, die sich noch auf den beiden Weiden befinden, sollen kurzfristig eingefangen werden. Die Schafe seien „nicht krank“, würden ordnungsgemäß gefüttert und getränkt. Doch es komme immer wieder einmal vor, dass Tiere verendeten. Die Kadaver seien wie vorgeschrieben über die Tierkörperbeseitigungsanlage in Walsdorf (Landkreis Bamberg) entsorgt worden. Die natürlichen Unterstände im Wald seien auch bei Eis und Schnee ausreichend, die Tiere seien „nicht kälteempfindlich“, versicherten die Verantwortlichen.

Tierhalter sind nicht verpflichtet, Schafe im Winter im Stall unterzubringen. Ein Unterstand im Wald wird als ausreichend angesehen. Vorgeschrieben ist allerdings die tägliche Kontrolle des Bestandes durch den Tierhalter und das Vorhandensein von lauwarmem Wasser zweimal pro Tag im Winter, erläuterte Fuchs.

Nicht bewertet

Anzeige