Landesgartenschau-Logo bringt Aufsichtsräte auf Trab

Dagegen laufen Bayreuther Marketingfachleute Sturm. Der schwelende Logostreit beschäftigte in dieser Woche auch den Stadtrat – im nichtöffentlichen Teil der Sitzung allerdings. Im Anschluss an die Debatte erklärte LGS-Geschäftsführer Ulrich Meyer zu Helligen auf Kurier-Anfrage, der Aufsichtsrat werde über Nutzung oder Verwerfen des Logoentwurfs beraten. Die Aufsichtsräte, zu denen neben den Stadträten Sabine Steininger (Grüne), Jörg Grieshammer (SPD), Herbert Michel (CSU) und Helmut Zartner (Bayreuther Gemeinschaft) Vertreter der Gewog, der Gesellschaft zur Förderung der Landesgartenschauen in Bayern sowie des Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums gehören, müssen jetzt also zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten.

Ergebnis offen

Was dabei herauskommt, ist offen. Was auf dem Spiel steht, ist nach Meinung von Bayreuther Marketing- und Werbefachleuten klar: Es geht um den Ruf der Landesgartenschau und es geht um den Ruf der Stadt. „Mit einem Plagiat zu werben, das würde haften bleiben“, sagen Ralf Bolay, Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft Häusler und Bolay, und Jörg Lichtenegger, Geschäftsführer der Werbeagentur GMK. Mag sein, dass sich mit ein paar Spitzfindigkeiten  juristisch feststellen lässt, dass das Logo der Landesgartenschau nicht abgekupfert  ist. An der allgemeinen Wahrnehmung werde das wenig ändern: „Der Eindruck, dass es der Stadt Bayreuth scheinbar egal ist, ob sie mit einem Plagiat für seine Landesgartenschau wirbt, muss vermieden werden“, sagt Bolay, der Einspruch gegen die Kür des Propella-Entwurfs eingelegt hatte. Er halte es für „unbedingt notwendig“, dieses Logo nicht einzusetzen, auch weil Trittbrettfahrer einen ähnlichen Entwurf aus der Internetvorlage gestalten und für ihre Zwecke nutzen könnten. Stattdessen müssten die nicht zum Zuge gekommenen Beiträge des Wettbewerbs neu bewertet werden.

Bolay und Lichtenegger riefen die Aufsichtsräte auf, sich bei ihrer bevorstehenden Entscheidung nicht beeinflussen zu lassen. Dass die Münchner Agentur über das Preisgeld von 4500 Euro hinaus Ansprüche geltend machen könne, sollte ihr Logo verworfen werden, halten die beiden Branchenkenner für wenig wahrscheinlich. Für diesen Fall sei im Ausschreibungstext des Wettbewerbs vorgesorgt: „Einen Anspruch auf Durchsetzung eines Logoentwurfs kann ich darin nicht erkennen“,so Bolay.

Nicht bewertet

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Kommentare

Falls -was ich nicht hoffe- dieses abgekupferte Logo tatsächlich Verwendung findet, wäre ich sehr dafür, der Münchner Werbeagentur 39 Euro plus Portokosten zu überweisen. Alles andere wäre ein Schlag ins Gesicht für alle Bayreuther Steuerzahler.
Warum muss ich Bayreuth den mit Gewalt lächerlich machen?
Wenn die Agentur ein bisschen Anstand hat, verzichtet sie von sich aus auf ein Honorar.
Diebstahl – wenn auch "nur" geistiger Diebstahl – sollte nicht auch noch belohnt werden.