Landesgartenschau: Kritik am Essen

Die Kritik über die verschiedenen Kanäle war deutlich. Beschwerden gab es über die Art und Weise, wie Gegrilltes angeboten wurde, lange Schlangen vor den Ständen, überzogene Preise für einzelne Gerichte, halb geschmolzenes Eis, lange Wege zu Essensstationen. Und sie ist offenbar auf fruchtbaren Boden gefallen. Gleich nach dem Vatertag, an dem das Personal an den Catering-Stationen ganz offensichtlich mit dem Andrang der Besucher heillos überfordert war, habe es ein Krisengespräch gegeben, sagt Ulrich Meyer zu Helligen, einer der beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH.

Die Teilnehmer: Matthias Polster, Inhaber der GCS-Event GmbH, zu der Polster-Catering gehört, Meyer zu Helligen und Dagmar Voß, ebenfalls Geschäftsführerin der Landesgartenschau GmbH. „Wir haben Matthias Polster nachdrücklich darauf hingewiesen, dass das besser werden muss. Und dass es speziell an den starken Tagen und den Wochenenden anders laufen muss“, sagt Meyer zu Helligen am Mittwoch.

„Nach unserer Ansicht hat das am vergangenen Wochenende bereits deutlich besser geklappt, die Schlangen waren kürzer. Es war auch Personal im Einsatz, das offenbar über mehr Gastronomie-Erfahrung verfügte.“ Meyer zu Helligen sagt, man müsse den Mitarbeitern in der Gastronomie „grundsätzlich schon eine Einarbeitungszeit zugestehen. Und es war ja eine extreme Umstellung nach der relativ ruhigen Anfangsphase.“ Der Inhaber des Gastronomiebetriebs, der für das komplette Catering auf der Gartenschau zuständig ist, habe sich „einsichtig gezeigt“, sagt Meyer zu Helligen. „Es liegt ja auch in seinem Interesse, dass die Gastronomie gut angenommen wird. Wir bleiben diesbezüglich weiter in einem regelmäßigen Austausch.“ Bereits vor dem Himmelfahrtstag habe es „einige Beschwerden gegeben, die wir zum Anlass genommen haben, nach Lösungen zu suchen“. Ziel müsse sein, „schnell auf Kritik zu reagieren, dass kein Ärger hochkocht“.

Das sieht Matthias Polster ähnlich. Im Kurier-Gespräch sagt Polster: „Ein zufriedener Gast ist ein Muss.“ Das sei aber gerade in der Anfangsphase einer Großveranstaltung wie einer Landesgartenschau nicht ganz einfach zu erreichen. Aus mehreren Gründen: „Es wird nirgends funktionieren, dass man rund 100 Menschen, die vorher noch nicht miteinander gearbeitet haben, zusammenspannt und nach 14 Tagen alles perfekt läuft.“ Er sei sich darüber im Klaren, dass das für den Kunden, den Gast, schwer nachzuvollziehen sei. „Aber das Problem haben alle, die mit dem Thema befasst sind. Nicht nur wir, auch unsere Mitbewerber.“

Die Gastronomie auf der Landesgartenschau sei vom Besuch speziell am Himmelfahrtstag überrollt worden. „Die Leute waren den Stress nicht gewohnt, waren überfordert. Für den Vatertag müssen wir uns definitiv bei den Gästen entschuldigen“, sagt Polster, der in Bayreuth „die inzwischen 23. Landesgartenschau macht. Unsere erste war 1996 in Lichtenstein in Sachsen.“

Am Freitag und Samstag habe er selbst in Bayreuth mitgearbeitet und den Eindruck gehabt, es sei besser gelaufen. Weil man an entscheidenden Stellen Personal ausgetauscht oder Posten verstärkt habe. Weil man beispielsweise im Bereich der Jungen Landesgartenschau und oben bei der Seebühne weitere „Würstchenstände hingestellt“ habe. Um reagieren und kalkulieren zu können, müsse man aber auch erst die entsprechenden Erfahrungen machen. „Man kann viel planen und darüber nachdenken, wie die Besucher auf dem Gelände unterwegs sind. Wie es tatsächlich ist, muss sich aber in den ersten Wochen zeigen.“

Die Besucher in Bayreuth ticken anders, hat Polster festgestellt: „An der Seebühne bleiben viele lange sitzen, gehen aber zwischendurch mal hoch, um sich was zu essen zu holen. Deshalb steht dort jetzt ein zusätzlicher Essensstand.“ Dass zwischen den Eisständen am Haupteingang und bei der Jungen Gartenschau der Stand nicht funktioniert habe, habe eine einfache Erklärung: „Dort im Gourmetkabinett war aus unerfindlichen Gründen der Strom weg. Unser Eis war über Nacht Milchshake.“

Lernen habe man auch bei einem der Bayreuther Lieblingsgerichte müssen: „Wir hatten Leberkäse als Hauptgericht angeboten.“ Das sei nicht gut angekommen, deshalb gibt es den Leberkäse jetzt auch im Brötchen. Für den gleichen Preis wie die Bratwürste. „Auch der Wurstsalat ist im Preis reduziert worden“, sagt Meyer zu Helligen. Man dürfe auch eines nicht vergessen, sagt Polster: „Eine Gartenschau wird über die Gastronomie mitfinanziert. Wir sind daher auch an ein gewisses Preisniveau gebunden.“

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Kommentare

Als wir letzten Sonntag dort waren war es ok. Keine lange Schlange und die Bratwürste am dortigen Stand waren auch gut. War allerdings schon nach 17 Uhr.
Die Preise allerdings. 3 Euro für die Bratwürste und 3,50 fürs Weizen sind nicht gerade günstig! Da nehm ich beim nächsten mal lieber was mit!
Das sagt doch alles: Man dürfe auch eines nicht vergessen, sagt Polster: „Eine Gartenschau wird über die Gastronomie mitfinanziert."
Ein Weißbier kostet im Oskar auch 3,30 Euro. Und da schaut man auf den Markt und nicht eine für kurze Zeit aufwendig gestaltete Gartenschau.
Natürlich ist es billiger, sich die Flasche im Getränkemarkt zu kaufen und auf dem Parkplatz reinzuschütten...
Ist halt eine Frage der Prioritätensetzung.
Vorher oder nachher Essen und Trinken oder Proviant mitbringen!
Warum hat man hier ein lokales Momopol geschaffen?
Monopol
Weil's eine Gartenschau ist und kein Bratwurst- und Bierfestival mit x Anbietern.
Bei uns gibt es ja die sog. "Genussregion Oberfranken". Warum brauchen wir einen Caterer aus Sachsen? Anstatt sich entsprechend zu "verkaufen", dreht sich wie alles immer nur um die Kohle!!!
Für die Logistik eines zeitbegrenzten Catering in dieser Größe braucht es Erfahrung und Flexibilität. Da gibt es wohl in der "Genussregion Oberfranken" niemanden, der sich dazu in der Lage fühlt.
Oh man - wenn man meckern will, dann findet man immer was. Wenn ich auf die Landesgartenschau geh, dann ist doch einfach klar das die Preise keine "Kerwa"-preise sind! Warum kann man nicht einfach mal zufrieden sein... meckern macht nicht glücklich.
Iss auch ne Möglichkeit. Einfach alles hinnehmen! Also rauf mit den Preisen und einfach mal zufireden sein!
@ Tom61:
Du kannst Dich gerne als Personal für 3,- € die Stunde (ohne Bezahlung der Abrufzeiten) zur Verfügung stellen, dann werden die Preise für den Verbraucher sicherlich moderater.
Passt jetzt das Essen nicht oder die Preise? Natürlich muss es immer schön billig sein. Logisch. Bei Sonderveranstaltungen sind die Preise nicht nur in Bayreuth höher. Selbstverständlich darf eine monopolartige Stellung auf dem abgeschlossenen Gelände nicht ausgenutzt werden, doch muss ein Unternehmer auch verschiedene Posten mit einkalkulieren. Die fallen bei zeitbegrenztem Engagement zudem etwas anders aus als bei dauerhafter Geschäftstätigkeit am gleichen Ort. Bleiben die Gäste aus (das liegt ja auch in deren Hand), wird nachgesteuert. Schade allerdings in der Tat, dass unsere Region die Chance nicht nutzt, verstärkt für regionale Produkte zu werben.

Außerdem gehe ich zum Biergarteln in den Biergarten und nicht auf die Gartenschau. Und zum Garten-Schauen nicht in den Biergarten. Wird schon. Alles nicht so dramatisch.

PS: ich freue mich auch über gute Qualität zum kleinen Preis. Sozusagen das real existierende Minimax-Prinzip...
Wie ich schon geschrieben habe waren in unserm Fall die Bratwürste ok, nein sie waren gut. Wie die Maisel Weiße schmeckt weiß man ohnehin.
Zu anderen Speisen kann ich nix sagen. Nur eben zu diesen beiden speziellen und da finde ich wie gesagt 3,5€ fürs Bier und 3 € Für ein paar Bratwürste (durchschnittlicher Größe) schon etwas happig.
Ich habe keine Dauerkarte werde aber sicher noch 1 oder 2x hingehn und dann eben auf selbst mitgebrachte Sachen zurückgreifen!
Ich kann das nur teilweise nachvollziehen.

Ich frage mich schon ob jetzt wirklich ernsthaft jemand ein Problem hat, im Schnitt 50ct. mehr für sein Essen/Getränk zu bezahlen. Also allein das schon mit den etablierten Lokations wie den Buden am Markt, etc. zu vergleichen ist doch Schmarrn. Vergleicht es doch mit Eventcatering in Stadthalle/Oberfrankenhalle. Und da sind diese Preise doch das absolut übrige.
Was in der Tat zu kritisieren ist, ist die Abstimmung innerhalb der Kioske. Alles über eine Kasse zu schleußen ist einfach MIst...