Landesgartenschau: Kein Eis, keine Wurst

Ausgerechnet am Feiertag und am Sonntag hakte es in der Gastronomie auf der Landesgartenschau. An einem Stand gab es am Fronleichnamstag schon am späten Mittag keine Würstchen mehr zu kaufen. Am zweiten Stand gab es zwar Würstchen, aber kein Gas, um sie zu grillen, und keine Brötchen. „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Romy Polster, Inhaberin des Catering-Unternehmens Polster auf Kurier-Nachfrage. Nachdem sie sich im Betrieb erkundigt hat, erklärt sie: Der Würstchenstand habe geschlossen, weil der Flammkuchen-Verkauf nebenan besser gelaufen sei. Und am zweiten Stand habe es nur eine kurze Versorgungslücke gegeben. Dass am Sonntagnachmittag bei Wärme und Sonnenschein der Eisstand geschlossen war, sei „unglücklich gelaufen“: Der Mitarbeiter sei nicht im Urlaub gewesen, sondern habe sich kurzfristig krank gemeldet.

Caterer weiß nichts von Kritik

Die Vorwürfe der Besucher verwundern sie: Es habe bisher nur positive Reaktionen gegeben. „Jetzt am Feiertag sind zusätzliche Fachkräfte aus dem Stammhaus nach Bayreuth gefahren. Nach dem Feedback gab es überhaupt keine Kritiken von den Besuchern der gastronomischen Einrichtungen. Im Gegenteil, das war ein toller Erfolg.“

Rund 16 000 Besucher an Fronleichnam

Dagmar Voß, die Geschäftsführerin der Landesgartenschau, sagt am Montag: „Ich war bis Samstagabend in Bayreuth. Bis zu dem Zeitpunkt haben uns keine konkreten Beschwerden erreicht.“ Aus ihrer Sicht habe es auch am mit rund 16 000 Besuchern bislang besucherstärksten Tag, dem Fronleichnamstag, ganz gut funktioniert mit dem Thema Essen. „Nach wie vor gibt es ein paar Probleme am Biergarten an der Sandsteinbrücke.“ Paradox: „Im Gegenzug wurden wir sogar gefragt, ob sie genau dort ein paar Sitzplätze mehr haben können. Dabei ist das Hauptproblem, dass man dort das Essen nicht schnell genug rausbringt.“

"Da muss jetzt der Chef her"

Es sei nicht ganz einfach, die Beschwerden übers Essen in Relation zu setzen. Sind hundert Gäste zufrieden, einer beschwert sich? Gleichwohl: „Ich habe das Gefühl, dass der Caterer nach wie vor noch nicht das richtige Personal im Einsatz hat. Und dass die örtliche Leitung leicht überfordert scheint.“ Was allerdings „definitiv nicht geht, sind solche Dinge wie ein an starken Tagen geschlossener Eisstand“, sagt Voß. Und: „Da muss jetzt der Chef her.“

Polster: Es wird immer unzufriedene Gäste geben

Nach dem Himmelfahrtstag, an dem die Mannschaft des Caterings vom Besuch förmlich überrollt worden war, hatte es ein deutliches Gespräch gegeben. Jetzt soll ein zweites folgen. „Das alles wirft ein schlechtes Licht auf die Gartenschau, wenn die Gastronomie nicht funktioniert“, sagt Voß.

Nicht nur in Bayreuth gibt es Kritik, sondern auch in Öhringen, wo Polster Catering ebenfalls die Bewirtung auf der Landesgartenschau übernommen hat. Das nimmt Romy Polster gelassen. „Es wird immer unzufriedene Gäste geben“, sagt sie. 90 bis 95 Prozent der Besucher seien zufrieden. Sie bekomme viele Schreiben und E-Mails mit Lob für das Essen und die Freundlichkeit der Mitarbeiter. „Dass einige nicht zufrieden sind, damit müssen wir leben und arbeiten.“ Sie nehme die Kritik aber sehr ernst.

Nur zwei Bewerber für das Catering

Landesgartenschau-Geschäftsführerin Voß sagt, es gebe zwei Caterer bundesweit. Die hätten sich auch bei der Ausschreibung um die Bayreuther Landesgartenschau beworben. „Aus meiner Sicht liegt es auch nicht am Caterer oder an der Ausstattung, sondern am Personal“, sagt Voß. „Aber diese Probleme muss er einfach in den Griff bekommen. Das ist für mich als Auftraggeber wichtig.“ Etwa 1200 Plätze gibt es in der Gastronomie der Landesgartenschau. Bislang gibt es die wenigsten Beschwerden übrigens dort, wo Voß am meisten Potenzial dafür gesehen hätte: Im Café in der Nähe des Haupteingangs an der Äußeren Badstraße. „Dort scheint es aber gut zu laufen, obwohl das eine Bediengastronomie ist. Aber da sieht man: Da arbeitet ein eingespieltes Team. Es steht und fällt eben mit dem Personal.“

Personal hört schnell wieder auf

Das bestätigt Romy Polster: „Prinzipiell gibt es ein Personalproblem. Das ist generell in der Gastronomie so.“ Die fest angestellten Mitarbeiter würden von Studenten unterstützt. „Aber die Studenten stehen nicht immer zur Verfügung.“ Qualifiziertes Personal sei schwer zu bekommen. Die Stellen seien alle besetzt, dennoch seien die ersten Wochen immer problematisch: „Das ist, wie wenn man ein neues Unternehmen gründet.“ Gerade an Tagen mit hohem Besucheraufkommen fühlten sich Mitarbeiter überfordert und hörten auf. Beschwerden über mürrische und unfreundliche Mitarbeiter führt sie darauf zurück, dass das Personal so konzentriert arbeite, dass dies als Unfreundlichkeit wahrgenommen werden könne. „Wir versuchen die Leute mit aller Kraft einzuarbeiten, aber das werden nie 100-prozentig ausgebildete Servicekräfte sein.“

Outdoor-Küche blieb kalt

Nichts mit der Gastronomie im eigentlichen Sinn zu tun hat die Outdoor-Küche auf dem Areal der Jungen Landesgartenschau. Dort stand am Wochenende allerdings zum wiederholten Mal auch ein Schild, dass die Küche wegen eines Krankheitsfalls geschlossen bleiben musste. Karin Hirz, die Dozentin für die Kräuterführung, das Duft- und Heilpflanzen-ABC und das gesunde Kochen mit Kräutern war erkrankt. „Deshalb mussten diese Veranstaltungen auch leider ersatzlos ausfallen“, sagt Ronny Schuster, der Leiter der Jungen Landesgartenschau. „Ab 7. Juni läuft das wieder ganz normal.“

Nicht bewertet

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Kommentare

das kann doch so nicht sein, wer hat denn diese kateringfirma in vertrag gestellt ohne referenzen einzuholen? so wird die stadt ihre gewünschte zahl der besucher nicht schaffen, wir haben jahreskartrn und des öfteren teller mit speisen gesehen die nicht recht appetitlich aussahen, und dann der preis?
So sehe ich das auch!

Die meisten Besucher sind Rentner und Familien mit Kindern und damit allesamt arme Schlucker. Kinder wollen ein Eis, aber das geht nicht bei diesen Preisen - wenn es denn überhaupt eins gibt. Rentner wollen ein Bier trinken, aber nicht zu diesen Preisen.
Es wird Zeit, dass die Stadt endlich eingreift.
Was Jammern hier immer alle über die Preise? Die sind sicher nicht günstig, aber sicher auch nicht überzogen für so eine Veranstaltung! Außerdem kann man sich auch mitbringen wenn man will - das ist aber auch nicht selbstverständlich und könnte man auch mal positiv würdigen - mach der Bayreuther nicht gerne. Auf dem Volksfest wird ohne mit der Wimper zu zucken über 8€ für die Maß hingelegt, auf der LaGa sollen 3,50 für die Halbe dann zu teuer sein? Schonmal die Essenspreise am Bürgerfest angeschaut?
Wer sagt den das den Leute die 8,20 Euro für die Maß am Volksfest passen? Ich weiß jetzt nicht ob das ein subjektiver Eindruck ist, aber ich glaube behaupten zu können das in der guten alten D-Mark Zeit die Festzelte meißt besser besucht waren. Geht man heut zu Tage mal am Nachmittag auf Volksfest herscht im Festzelt fast immer die totale Leere. Früher war da selbst zur Kaffezeit mehr los in den Zelten. Ob das an den Preisen dort liegt??

Und ja, auch 3,50 für die halbe auf der LGS sind nicht günstig!
Diese Preise sind aber für solche Veranstaltungen normal - günstig sind sie sicher nicht, darüber brauchen wir auch nicht zu diskutieren.
Aber es ist damit ein allgemeines Problem mit Preisen auf Veranstaltungen (so wie es auch schon immer war - ich kann mich an keine Zeit meiens Lebens erinnern zu der man was auf Fetsen "günstig" bekommen hat) und kein Preisproblem auf der Landesgartenschau im speziellen wie von einigen immer wieder suggeriert wird.
Nein, auf den Kerwas früher war alles günstig, vor allem das Bier.
Ach ja? Ich glaube das auch damals das Bier "im Laden" wesentlich günstiger war als auf den Kerwas.
Wenn früher die Halbe 20 pfennig gekostet hat, aber in der Getränkehandlung 5 Pfennig war das auch nicht günstig.
Wäre es anders gewesen, hätten damals auf den Kerwas alle umsonst gearbeitet und auch das ganze Equipment hätte nichts gekostet. Und das glaub ich einfach nicht.
Natürlich wars früher auch nicht unbedingt billig! Aber seit der Euroeinführung haben in einigen Bereichen, auch gerade im Gastrobereich, die Preise kräfig angezogen. Wer was anderes behauptet ist naiv, sorry!
Wenn einer 2001 (letztes Jahr der DM wo die Maß noch zwischen 7 und 8 Mark kostete) erzählt hätte das die Maß im Jahre 2016 mal 16 Mark (Oktoberfest wohl um die 23 Mark) kostet hätte wohl jeder den Vogel gezeigt.
2001 konnte man auch noch einen Kasten Bier für 10 Mark erstehen. Auch für den bezahlt man jetzt das selbe in Euro. Wo soll da der Unterschied sein?
Die Preise in der Gastronomie sind ein Sammelsurium aus Preissteigerungen in allen möglichen Bereichen. Von Energie, über Wareneinkauf, Personal, Versicherungen, usw. Einfach zu sagen, die Gastronomie ist teurer geworden, ist Naiv! Denn vergleichen kann man das nur wenn man das Ergebnis des einzelnen Gastronomen mit früher vergleicht. Es bringt dem Wirt ja nichts wenn er damals an seinem Schweinebraten für 6,90 DM noch 1,50 DM verdient hat aber jetzt an seinem Schweinbraten für 8,90€ nur noch 50ct. Da kann letztendlich der Gastronm nichts dafür. Letztendlich wird es aber so sein, denn Gastronomiebetriebe gehören heutzutage auch nicht mehr zum expandierenden Gewerbe, um es mal höflich auszudrücken.

Und um mal wieder zurück zum Thema zu kommen... Wir können ja gerne mal die Preise verschiedenster Veranstaltungen in unserem Raum mit denen der Landesgartenschau vergleichen (Bierpreis 3,60).
Dann fang ich mal an mit dem Weißbierfest, da hat das Weizen 3,80 gekostet.
Das kommt davon, wenn der Staat als Veranstalter das gesamte Catering an einen einzelnen Momopolisten verpachtet. Nur gut, dass man vor oder nach dem Gartenschaubesuch zum Essen bzw Kaffetrinken gehen oder auch eigenen proviant mitnehmen kann.

Ich persönlich habe eine Dauerkarte und dem Monopolisten noch keinen Cent zu verdienen gegeben und werde das auc h künftig nicht tun. Sollen das die Touristen machen.
Mich hat der Herr auf dem Foto verwarnt, nicht mit dem Stuhl zu kippeln. Der ginge davon kaputt.
Geben wir der Cateringfirma doch noch ein bisschen Zeit. Das spielt sich bis Ende September, Anfang Oktober sicher noch ein. Danach flutscht der Laden. Spätestens ab dem 10. Oktober gibt es dann keine Beschwerden mehr. Wetten?
Unsere Erfahren bis jetzt sind geteilt. Ich habe das Gefühl, es hakt an etlichen Stellen und das Personal vor Ort versucht, das Beste draus zu machen.
Fehler vom Veranstalter.
Ein Catering dieser Grössenordnung übergibt man nicht nur
einen einzigen Unternehmer.
Diese "Größenordnung" ist doch im Vergleich eher mickrig und wird woanders auch nur mit einem Caterer bewältigt. 2 Caterer würden sich auf eine Konkurrenzsituation innerhalb eines solchen Geländes eh nicht einlassen.
Das Problem liegt doch eher daran, das Polster Catering - oder besser GCS - bewusst den Mindestlohn umgeht und die Mitarbeiter mies bezahlt bzw. halt auch nur Mitarbeiter bekommt die wenig gewillt sind, an der Situation was zu ändern - was ja nicht heisst das sie sich keine Mühe geben.
Aber 2 Minuten googeln hilft hier weiter und ist sehr aufschlussreich zu diesem Caterer.
Warum werden nicht die vom Volksfest, Bürgerfest usw. bekannten Imbissbetriebe eingesetzt?
Schaut mal auf die Facebook Seite der Polster Catering. Da stehen lauter "Lobeshymmnen", auch anderer Veranstaltungen der "Profifirma".
Da hilft nur eins: Kühlbox voll machen und Grill mitnehmen. ;)
So ist es!
Bayreuth braucht keinen Caterer, ein paar Imbissbuden, betrieben von alteingesessenen Bayreuther Metzgern hätte es auch getan - und jeder wäre heute zufrieden. Aber Hauptsache man hat sich auf das Geldgeier-Model "Catering" eingelassen.
Die Kritik ist leider berechtigt.
Ob Eisverkauf oder zu hohes Preisniveau, die Bayreuther kaufen so gut wie nichts, und sie machen doch einen Großteil der Besucher aus.
Die Touristen können ruhig abkassiert werden.
Hier hat sich mal wieder einiges angesammelt.

Aber mal der Reihe nach: Erstens wird auch hier - wie überall - das Ganze gegen Gebühr=Pacht an den Caterer übergeben worden sein. Nachdem es eine besondere Veranstaltung ist und er praktisch Monopolist wird man Ihm auch eine besonders hohe Pacht abknöpfen. Zum Wohle der Bayreuther Bürger, damit die Landesgartenschau - hoffentlich - kein Defizit einfährt.

Wenn die Stadt Bayreuth besonders niedrige Preise haben hätte wollen, dann wäre das sicherlich möglich gewesen. Siehe oben. Dazu eine Absprache und jemand, der das zu diesem Preis auch noch machen kann.

Preis ist einer Veranstaltung angemessen. Wenn ich auf Fußball gehe (2.Liga), kostet das Bier mehr. Und ja: ich finde das vergleichbar.

Zum Schluss: Ja, ein Caterer sollte schauen, dass es funktioniert. Vor allem im eigenen Interesse. Falls er das nicht hinbekommt, muss man entsprechende Schlüsse ziehen.

Ein letztes noch: Wenn man die Kurier-Berichterstattung zur Landesgartenschau verfolgt, dann bleibt ja eher nur negatives übrig: Zu wenig Sitzplätze, See stinkt, Catering ist fürchterlich,... Wenn ich mich mit Besuchern aus dem Bekanntenkreis unterhalte, dann finden diese die Landesgartenschau zu sehr großen Teil wirklich gelungen. Sollte man auch mal sagen!

Du glaubst doch nicht ernsthaft, das hier mal jemand was positiv finden würde! ;-)
Zu wenig Anpflanzungen, zuviel Wiese. Bei den BuGAs oder gar IGAs ist das anders!
Lieber Kiepfer: Danke für die Bestätigung meiner Aussage :-)! Die Bareider findn rechd weng gud ;-).