Landesgartenschau: Eine dicke Chance

Denn die Landesgartenschau ist eine einmalige Chance, das Korsett zu sprengen, das durch den großen Meister Richard Wagner über Bayreuth gestülpt wird. Bayreuth = Wagner. Die Bayreuther wissen, dass Bayreuth wesentlich mehr ist als nur Wagner. Aber die Landesgartenschau ist ein gutes Instrument, ganz neuen Zielgruppen zu zeigen: Wir sind mehr als Wagner. Logisch, das Motto „Musik für die Augen“ schlägt eine Brücke zum Komponisten. Aber Besucher, die jetzt zur Gartenschau nach Bayreuth kommen werden, können sehen, dass da neben dem guten Richard auch eine Wilhelmine ist mit ihren Bauten. Mit dem Weltkulturerbe Opernhaus. Mit der Eremitage, dem Hofgarten. Mit Sanspareil. Oder Schloss Fantaisie. Bayreuth und die Region bieten alles, um sich eine mehrtägige Auszeit zu nehmen, ohne sich verschulden zu müssen.

Das Positive: Die Landesgartenschau ist ein Projekt, das quer durch alle Bevölkerungsschichten breite Rückendeckung hat. Natürlich ist der Kartenvorverkauf zäh gelaufen. Weil das typisch Bayreuth ist, erst mal bis zum Schluss zu warten, ob das, was die sich da gedacht haben, auch was wird. Doch auch das ist typisch Bayreuth: Wenn die Bayreuther etwas haben, an dem sie Gefallen gefunden haben, dann leben sie es. Die fröhlichen Gesichter und die durchweg positiven Aussagen der Besucher am ersten Gartenschau-Tag zeigen obendrein: Bassd scho, was da geschaffen wurde. Also erste Sahne nach der fränkischen Sprachregelung, was auf dem Landesgartenschaugelände in den vergangenen zwei Jahren der reinen Bauzeit entstanden ist.

Jetzt muss man die ganze Sache leben. Den Schwung der Woge der Begeisterung mitnehmen in das halbe Jahr. Den Besuchern, die von weit her kommen, zeigen, dass sie willkommen sind. Dann kommen sie wieder. Wegen Bayreuth und Region. Nicht (nur) wegen Wagner. Dann hat Bayreuth doppelt gewonnen.

eric.waha@nordbayerischer-kurier.de

3.8 (4 Stimmen)

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Kommentare

Warum wartet man mit dem Vorverkauf? Weil es ja sein kann, dass man eine Karte geschenkt bekommt oder in einer Verlosung gewinnt. Viele haben erst am 21.4. gekauft.
Die Ihnen eigene Hoffnung und Erwartung, immer und überall Freibier und Freikarten (respektive geschenkt oder gewonnen) zu ergattern und sich durchzuschnorren, ist zum Glück nicht typisch bayreutherisch und nun wirklich in dieser Extremform mehr als peinlich.
Und wieder hat der König der Schnorrer mir einem seiner zweifelhaften Kommentare zugeschlagen.
Gleichen Erguss hatten Sie vor ein paar Wochen schon einmal losgelassen.
Teuer genug wird der Sch – äh, die Schau bestimmt werden.
besonders, wenn man auf dem Gelände Essen und Trinken haben will.
@Kiepfer
Sie werden bestimmt Mittel und Wege finden, um kostenlos zu genannten Sachen zu gelangen. Sie sind doch Profi!
... natürlich dürfen kleinkarierte Antworten bei so einer großen Sache nicht fehlen.
Aber der erfolgreiche Vorverkauf zeigt, dass sie nicht die breite Masse wiederspiegeln - Gott-sei-Dank! ;)
Eben. Aber es ist halt wie immer in unserer Stadt: mit jeder Änderungen wird gefremdelt - und dann passt ja doch.