Landesgartenschau: Größte Dirt-Bike-Anlage Nordbayerns

„Ich bin grad vom Auenbogen hergekommen. Da sieht man die Sprünge richtig gut“, sagt Ulrich Meyer zu Helligen, einer der beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau 2016 GmbH.

Und es sind Sprünge des Glücks, die die jungen Sportler machen. Denn: Die Dirt-Bike-Anlage ist jetzt fertig. Offiziell. Inoffiziell fahren sie schon länger drauf, tüfteln immer wieder daran herum, machen den einen oder anderen Sprunghügel noch ein bisschen schärfer. 2700 Quadratmeter groß ist die Anlage. Die größte in Nordbayern, was wiederum gut zur Landesgartenschau in Bayreuth passt. Die ist mit 45 Hektar Fläche die größte, die es jemals gab. Die Größe allerdings ist nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass die Anlage abwechslungsreich ist. Und dass die, die sie nutzen, mit erdacht – und vor allem mitgebaut haben.

„Den ersten Workshop hatten wird 2013 in der Schoko“, sagt Meyer zu Helligen. „Dort haben wir unsere Pläne vorgestellt, haben zusammen überlegt, wie der Park sein soll“, sagt Robin Specht (26) vom Rad-Quartier in Kirchenlamitz. Specht bringt Erfahrung beim Bau von Dirt-Bike-Anlagen mit. Der gelernte Mediengestalter war Profi im Dirtjump- und Mountainbike-Zirkus und hat 2009 sein Radquartier gebaut. Der Kurs auf dem Landesgartenschau-Gelände ist, sagt Specht, „anfängerfreundlich gebaut. Der Junge da hinten beispielsweise, der sitzt seit zehn Minuten auf dem Rad“. 15 ist der Junge, heißt Lukas Gebhardt, fährt sonst nach der Schule Mountainbike mit seinen Kumpels im Wald. „Schon nicht schlecht, die Strecke“, sagt er. „Ich werde sicher mit meinem Bruder öfter herkommen, wenn man hier fahren kann.“

 

Vier Möglichkeiten, sich auszutoben, gibt es: den Pumptrack, der als erste Strecke fertig war, und drei Sprung-Routen. „Die Table-Line, die Enduro-Line und die Dirt- oder Double-Line. Da ist für alle was dabei“, sagt Specht. Übersetzt heißt das:

Pumptrack: Hier wird nicht getreten, nur mit Armen und Beinen vorwärts gepumpt. Schult die Koordination. Und wird auch ohne Treten schnell.

Table-Line: „Für Anfänger, die springen wollen“, sagt Specht. Wenn man sich traut, kann man vom Anlaufhügel aus losrollen und hebt sicher ab – und landet auch sicher wieder.

Enduro-Line: „Für Leute, die mit dem Crossrad kommen. Wird aber aktuell nicht so angenommen“, sagt Specht. Sieht man auch jetzt schon an den Anlaufspuren: Die gehen eindeutig zur Table- oder Double-Line.

Dirt-Line: „Hier sollte man auf jeden Fall springen können“, sagt Specht. Denn zwischen den beiden Höckern für Absprung und Landung gibt es kein Erdreich zur Sicherheit. Viereinhalb Meter weit springt man in jedem Fall. Oder fällt garantiert etwas härter. „Der letzte Sprung geht 45 Grad nach links weg. Damit man auf keinen Fall auf den asphaltierten Platz rauscht.“ Direkt nebenan ist der Rüstplatz für das größte Gastronomiezelt auf der Gartenschau. Zuschauer sind hier garantiert.

„Adrenalin!“, sagt Kay Buschmann. Das gebe ihm das Fahren auf der Dirtbike-Anlage. Als Ausgleich zum Job. Obwohl er in der Fahrradbranche arbeitet, kommt er „selber kaum zum Fahren“.

Fahren ist ein wichtiges Stichwort. Denn noch ist das Gartenschau-Gelände ja Baustelle. Ein Areal, auf dem Eltern für ihre Kinder haften. Reinkommen ist schwer und nur auf Absprache möglich. Die Dirt-Biker kommunizieren die Termine über Facebook. „Mindestens ein Mal in der Woche sind wir oben. Manchmal auch öfter“, sagt Robin Specht. Demnächst wird sich der TÜV die Anlage anschauen, sagt Meyer zu Helligen. Und obwohl ja eigentlich sonst keiner aufs Gelände darf, müssen die Jungs mit ihren Rädern praktisch regelmäßig kommen. „Wir verbinden die Nutzung mit Pflege der Anlage“, sagt Meyer zu Helligen mit einem Augenzwinkern. „Und wer mitgebaut hat, der soll auch während der Gartenschau fahren dürfen. Wir überlegen noch, wie wir das mit dem Zugang am besten lösen.“  

Mehr zur Landesgartenschau finden Sie hier.   

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