Landesgartenschau: Der Multifunktions-Kasten

Im Großen und Ganzen ist er fertig. Gebaut in Vollholzbauweise, sagt Mirko Streich, der Pressesprecher der Landesgartenschau 2016 GmbH. Außen verputzt, innen ist das Holz unbehandelt. "Im Prinzip lässt sich der Pavillon in zwei Hälften teilen: Vorne Küche, hinten Technik. Und Toiletten", sagt Streich. Vorne heißt: Die Hälfte, die man vom See aus sieht. Großes Ausgabefenster fürs Essen über Eck, aktuell mit graphitgrauen Holzläden verschlossen. "Der Pavillon bekommt noch eine moderne, vertikale Holzlattung, ein bisschen unregelmäßig gehalten", sagt Streich. An den Küchenbereich schließen sich mehrere Räume an. Für Lager, Sanitärbereich fürs Personal, kleine Teeküche.

Im hinteren Teil des rund 300.000 Euro teuren Pavillons steckt der öffentlich zugängliche WC-Bereich. Mit rollstuhlgerechter Toilette, mit Wickeltisch. Groß genug für die Landesgartenschau, so dimensioniert, dass er auch nach der Gartenschau im Sommer weiter genutzt werden kann. "Als Sommergastronomie soll das nach der Gartenschau von der Stadt verpachtet werden", sagt Streich. Für später gedacht sind auch zwei Lagerräume: "Einen kann das Stadtgartenamt nutzen, um die nötigen Maschinen und Werkzeuge einzulagern. Den anderen hat man für die Kanuten vorgesehen, damit sie hier ihre Sportgeräte unterbringen können." Die reine Sommernutzung spiegelt sich in der technischen Ausrichtung wider: "Hier ist alles so ausgelegt, dass das komplette Rohrleitungssystem im Winter abgelassen werden kann, um Frostschäden zu vermeiden", sagt Jan Werner von Knab Heizungsbau.  

Und - hinter Gittern - steckt hier natürlich auch die Technik für den Auensee, den Hammerstätter Weiher, drin. "Die Pumptechnik ist fertig, betriebsbereit und abgenommen", sagt Bernd Spindler, der technische Leiter der Landesgartenschau. Die Steuerung für die Anlage ist im Gastro-Pavillon. Das Wasser muss regelmäßig ausgetauscht werden. Weil sonst Algen entstehen können. So, wie sie derzeit im Weiher wachsen, der grundwassergespeist ist. "Das ist auch normal", sagt Ulrich Meyer zu Helligen, einer der beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau 2016 GmbH. "Die Flächen hier sind immer landwirtschaftlich genutzt worden. Entsprechend nährstoffreich ist der Boden." Deshalb wird das Wasser in den tieferen Schichten des Sees über die Pumpen angesaugt und über Rieselflächen sowie Schilffelder zurück in den See geleitet. "Eine natürliche Filteranlage", sagt Spindler.    

Eine direkte Verbindung des Sees zum Roten Main gibt es nicht, aber "man hat die Möglichkeit geschaffen, Wasser aus dem Main in den See pumpen zu können, wenn der Rote Main einen geiwssen Mindeststand hat", sagt Meyer zu Helligen. Die Algen, die aktuell im See gewachsen sind, werden herausgenommen, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind. "Es macht noch keinen Sinn, die Anlage laufen zu lassen", sagt Spindler. "Aber in dem Maß wie jetzt werden sich die Algen nicht mehr bilden können."

Der Gastro-Pavillon ist eine von fünf Anlaufstellen für Hungrige und Durstige. "Eine am Eingang Süd, das große Zelt mit mehreren 100 Plätzen im Gourmet-Kabinett samt Biergarten, ein kleiner Standort an der alten Sandsteinbrücke am Main, was wahrscheinlich mein Lieblingsplatz wird und ein kleiner Gastro-Punkt im Panoramakabinett." Alle fünf, sagt Streich, werden von Polster Catering bedient. Der Caterer, der auf vielen Landesgartenschauen tätig ist - zuletzt in Deggendorf, aktuell in Landau in der Pfalz - habe sich im Wettbewerb durchgesetzt. "Etwa zehn Gastronomen haben die Unterlagen abgeholt, zwei haben schlussendlich angeboten", sagt Streich.  

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