Landesausstellung: Bayreuth tritt an

Günter Dippold ist Bezirksheimatpfleger und als solcher ein ausgewiesener Kenner fränkischer Geschichte. Vor allem aber ist er ein Streiter für die Rolle Oberfrankens. Zu gering wird ihm die Region zwischen Hof und Bamberg, Coburg und Bayreuth geschätzt, zu gering vor allem von - Altbaiern im Allgemeinen und München im Speziellen.

Beim "Tag der Franken" 2016 in Hof hatte Dippold kritisiert, dass die Landesausstellung zum Thema "Bier" in Niederbayern stattgefunden hatte. Oberfranken als Region mit der höchsten Brauereidichte hätte sich dazu besser angeboten - das war die Meinung von Dippold. Und die registrierte Ministerpräsident Horst Seehofer wohl. "Ich mache das ja nicht plump, ich haue nicht einfach drauf", sagte Dippold dem Kurier. "Ich glaube, er ist ganz dankbar, wenn er Anstöße bekommt."

Ministerpräsident Horst Seehofer hörte also zu - und regte eine Ausstellung über das Wesen der Franken an: "Typisch Franken" soll sie heißen, im Jahr 2022 soll sie Massen von Besuchern anziehen. Und Seehofer wusste, wen er damit beauftragen kann. "Das Haus der Bayerischen Geschichte und ich sollten dafür verantwortlich sein", sagt Dippold. Man habe die Chance, dem fränkischen Wesen nachzuspüren, hinter Klischees zu blicken und Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen, sagt der Bezirksheimatpfleger. "Es geht um mehr als nur die Litanei der Herrschenden in Bamberg, Bayreuth oder Würzburg herunterzubeten."

Kulturamt soll nach Räumen schauen

Nur wo? Stephan Müller will Bayreuth ins Rennen schicken. Er hat einen Antrag gestellt, dass sich Bayreuth bei Günter Dippold und dem Haus der bayerischen Geschichte bewerben solle. Überdies soll das Kulturamt der Stadt einen Auftrag erhalten: Das Amt soll nach geeigneten Räumen für eine große Ausstellung suchen.

Der Fraktionschef der Bayreuther Gemeinschaft weist darauf hin, dass als letzte große und überregionale Ausstellung im Jahre 1998 eine Schau über die große Markgrafen-Ära in Bayreuth zu sehen gewesen sei: "Das vergessene Paradies. Galli Bibiena und der Musenhof der Wilhelmine von Bayreuth". Eine Landesausstellung, so führt Müller zutreffend aus, sei in Bayreuth überhaupt noch nicht zu sehen gewesen.

Ein Konzept ist vonnöten

Für ein Bewerbungsschreiben könnte Bayreuth gut einen Kulturreferenten brauchen. Doch der hat vom Stadtrat vor wenigen Wochen seinen Abschied erhalten - nur noch ein paar Monate wird Fabian Kern im Amt sein, zur Zeit ist er krankgeschrieben.

Ein Selbstläufer wird die Bewerbung nicht, erst recht nicht das konkrete Konzept für die Ausstellung und die Zusammenarbeit mit anderen Kommungen. Bayreuth, so sagt es Dippold, gehe sicher nicht aussichtslos in ein solches Rennen. Aber: "Es gibt Kriterien, was Flächen, deren Qualität und die Verpflichtungen der Kommune" betrifft. Verkehrsanbindung und Attraktivität für Touristen sind ebenfalls wichtige Punkte.

Bis Ende des Jahres könnte bereits eine Entscheidung gefallen sein, in welchem Ort dem fränkischen Wesen nachgespürt wird. Die Reformationslandesausstellung, die derzeit erfolgreich in Coburg läuft, wird dann gerade zu Ende gegangen sein.

 

 

Nicht bewertet

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Kommentare

"Kommungen" ?
Sie langweilen...
Am Ende läuft es wahrscheinlich so: Die Franken zerfleischen sich gegenseitig in der Hoffnung die Schau an Land zu ziehen, stattdessen findet die Schau in München statt und zu sehen ist, welche Dödel aus bajuwarischer Sicht die Franken sind.
... Nie und nimmer in München...
Eine Ausstellung, die ausschließlich Franken zum Thema hat, in München?! Na die würden sich bedanken!
Wenn Sie den Artikel gelesen hätten, hätten Sie registriert, dass die Landesausstellung entweder in Ober-, Mittel- oder Unterfranken stattfindet. Punkt!