Lähmung nach 21 Jahren

Das Bayreuther Sozialgericht beschäftigte sich damals mit einem medizinischen Fall. Ein 47-jähriger ehemaliger Richtkanonier klagte gegen das Versorgungsamt, weil dieses ihm keine Versorgungsrente zukommen lassen wollte.

Wie der „Nordbayerische Kurier“ berichtete, hatte der Mann im Jahr 1944 eine Granatsplitterverletzung davongetragen. Die Splitter hatten einen Finger, beide Daumen und die rechte Halsschlagader getroffen. Der Soldat war deshalb in einem Standortlazarett behandelt worden.

Weil seine Verletzungen so gut verheilten, verzichtete er darauf, beim Versorgungsamt einen entsprechenden Antrag zur Versorgung zu stellen. Nun aber, 21 Jahre später, erlitt der 47-Jährige ganz plötzlich eine Halbseitenlähmung, ausgelöst durch eine Thrombose der rechten Halsschlagader.

Das Versorgungsamt weigerte sich jedoch, eine Versorgungsrente nach der Minderung der Erwerbsfähigkeit zu zahlen.

Der ehemalige Soldat legte dagegen Klage beim Sozialgericht ein. Daraufhin wurden mehrere Gutachten erstellt. Sie alle bestätigten, dass die Lähmung als Spätfolge der Granatsplitterverletzung verursacht worden sein konnte.

Auch das Gericht erkannte schließlich die Halbseitenlähmung als Schädigungsfolge an und verurteilte das Versorgungsamt dazu, die entsprechende Rente von 60 Prozent des Einkommens an den Kläger auszuzahlen.

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier vom Ausbau der Städtischen Frauenklinik. Nachdem Frauen keine Einweisung mehr von ihrem Arzt brauchten, um im Krankenhaus zu entbinden, war die Zahl der Patientinnen drastisch gestiegen.

Außerdem genoss die Bayreuther Klinik einen hervorragenden Ruf – viele Frauen kamen aus dem weiten Umland, um sich in Bayreuth behandeln zu lassen. So war die Klinik schnell zu klein geworden.

Der eine Million Mark kostende Ausbau schuf neben einem neuen Operationssaal, einem neuen Kreißsaal und Aufenthaltsräumen für Schwestern und Ärzte auch 25 neue Betten. Auch die Säuglingsstation wurde vergrößert.

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