Kritik an Fernseh-Prunksitzung

Die Feuerwehrtruppe um Kommandant Norbert Neugirg hatte am Freitagabend über den Altersunterschied zwischen Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und seiner 24 Jahre älteren Ehefrau Brigitte gelästert.

Die Oberpfälzer bezeichneten die Französin dabei als «gut eingefahr'nen Schlitten», «gut abgehang'ne Dame» und «schärfste alte Hütte». Dieser Teil ihres Auftrittes wurde von Buh-Rufen aus dem Saal begleitet.

Nun hat der Beitrag eine Debatte um die Grenzen von Witzen zur Faschingszeit ausgelöst. Der Landesbischof der evangelischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, war Gast der Fernseh-Prunksitzung aus Veitshöchheim. Er lobte die Sendung «bis auf wenige Ausnahmen» auf Facebook. Gleichzeitigt kritisierte er: «Die Sätze über Emmanuel und Brigitte Macron waren voll daneben.»

Auch für Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder ist eindeutig eine Grenze überschritten. Die Politik eines Menschen dürfe hart angegangen werden, die persönliche Lebenssituation nicht, sagte der Professor von der Universität Regensburg.

Der Bayerische Rundfunk, der die Sendung seit mehr als 30 Jahren live überträgt, kündigte an, dass sich die zuständige Redaktion im kommenden Jahr noch genauer mit dem Fastnacht-Verband und den Künstlern abstimmen werde. Falls es zu Irritationen bei den Zuschauern gekommen sei, bedauere man dies ausdrücklich.

dpa

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Kommentare

Wenn sich die o. g. Herrschaften gar künstlich echauffieren, ist das immer ein ganz klares Zeichen dafür, dass man alles richtig gemacht hat. Vielleicht sollte man mal eine Umfrage starten, wer sich den Klamauk ausschließlich deshalb antut, weil die Altneihauser dort auftreten und man leider nicht genau weiß, wann im Laufe des Abends das ist, um nur kurz "rüberzuzappen".
Trotzdem kann auch die Altneihauser mal übers Ziel hinausschießen, die spontanen Buh-Rufe sind wohl ein klares Zeichen dafür. Da muss sich niemand "künstlich" aufregen.
Der Begriff "alte Hüttn" ist in Bayern eher als Kompliment oder nette Begrüßung im Sinne von "alter Freund", "Kumpel" etc. zu verstehen. Wer das als bayerischer Landesbischof nicht weiß ist fehl am Platze. Einerseits sich im Rampenlicht wichtigtuerisch sonnen und andererseits die Moralkeule rausholen.
Da hat wohl jemand die verbiesterte Stimmung aus dem Lutherjahr noch nicht ganz überwunden. Aber wenn es je noch eines Beweises bedurft hätte, dass Fasching besser im Weinberg als am Hesselberg gefeiert wird, dann dies.
Vorher ein anderes Programm verfolgt und gerade beim Auftritt der "Feuerwehrleute" rübergezappt.
Genau diese beschriebene Passage war geschmacklos, ohne Wenn und Aber!
Die Altneihauser hatten schon Besseres, aber auch schon deutlich derberes, ohne dass sich jemand drüber aufgeregt hat. Vor ein paar Jahren war halt noch nicht alles so verbiestert wie heute.
Diesmal wurde satirisch gegen eine ältere Dame und ihren Jüngling geätzt. Wäre die Konstellation anders herum, hätte man sich jede Derbheit leisten dürfen, ohne diesen künstlichen #Aufschrei befürchten zu müssen.
Und was wäre erst, wenn dieselbe Konstellation wie bei Macron bei einem AfD-Politiker herrschen würde? Da würde statt #Aufschrei von den meisten der jetzt so beleidigten noch kräftig nachgetreten.
Ich fand es nicht wirklich gut, von den Altneihauser Auftritten in Veitshöchheim war es auch insgesamt einer der schwächsten, aber diese künstliche Aufregung ist bezeichnend für die Betroffenheits-Klientel.
Respekt vor dem katholischen Bischof, der bei einer Darbietung, die ich noch wesentlich grenzwertiger und nicht mal komisch fand (nicht von den Altneihausern), zwar freundlich dreinschaute, aber sich deutlich des Applauses enthielt.
Jetzt hab ich mir doch tatsächlich den Käse auf der BR-Seite bei YouTube angeschaut – der inkriminierte Beitrag beginnt bei 14:18 (das ist jetzt – hoffentlich – Tätä, Tätä, Tätää! – nur ein Zufall).
Kein Skandal, nur ein paar Geschmacklosigkeiten, die sich im nächsten Beitrag umkehren – da wird über Trump und seine deutlich jüngere Ehefrau gezotet.
@dono Vielen Dank für den YouTube Hinweis. Es ist immer gut, sich direkt an der Quelle eine Meinung zu bilden. Ab 18:02 geht es tatsächlich ähnlich "derb" gegen Herrn und Frau Trump.
Beides nicht unbedingt mein Humor, aber eine bunte, tolerante (Spaß)Gesellschaft sollte diesen "Humor" ertragen können.
Wenn da Brechreiz hochkommt, könnte es sogar sein, dass der Humor ins Schwarze getroffen hat. Ich bitte vorab um Nachsicht für diese bildliche Redewendung, die zu keinerlei Gewalt gegen Anderspigmentierte aufrufen soll.
und zum lachen gehn ma in Keller.
Der Bedford-Strohm sollte lieber vor seiner eigenen Türe kehren. Sich über die Altneihauser künstlich aufregen, jedoch in Jerusalem aus Opportunismus das Kreuz verstecken und somit Christus verleugnen. Pfui Teufel!!
Wo steht eigentlich, dass er sich aufgeregt hat.
evtl. im Artikel? Zwar nicht so extrem wie die Frau A. aus KU, aber deutlich erkennbar...
Genau richtig!
Deswegen kann man nur schnellstmöglich aus dieser ehrenwerten Gesellschaft austreten.
@hohehu, ein Mensch wie Pfarrer Bedford-Strohm kann tun und lassen was er will, er wird Sie nie mehr von Ihrem Vorurteil abbringen, die Kirche ist etwas ganz Böses. Ich meine, dass er sehr gelassen reagiert hat, aber nicht so begeistert, wie manche andere Anhänger des Feierwehrkapellnhumors.
Dieser zeigt, dass in der Oberpfalz offensichtlich doch noch so manches hinterwäldlerisch ist. Hahaha!
Ich habe es mir auch angesehen: Ja die Altneihauser waren schon etwas "derb" , doch das waren sie schon immer! Denn gerade das derbe an den Altneihausern fand ich immer gut , allerdings sind sie für mich mit dem immer wieder gleichen Auftritt ohne große neue Ideen, mittlerweile schon "ausgeleiertes Theater"! Ich würde mir fürs nächste Jahr mal was Neues wünschen!
Unterste Schublade. Freilich muss sich jemand, der in der Öffentlichkeit steht, etwas gefallen lassen, aber irgendwo gibt es eine Grenze (schwer zu definieren, doch hat man im Allgemeinen ein Gespür, wenn etwas darunter ist. Leider haben auch vermeintliche "Vorbilder" wie Trump und Co. die Grenze weit nach unten gezogen. ) Es mit Satire abzutun ist eine Ausrede (siehe Böhmermann).
Was wäre denn, wenn Franzosen unsere First Lady öffentlich so verunglimpfen würden? Es war weder humorvoll noch kritisch gegenüber einer Höhergestellten. Es war plump und abwertend. Offensichtlich ist dieser Feuerwehrgruppe nichts mehr eingefallen. Ich bin gespannt, wie die auf diese Kritik reagieren.
Herr Erdoganund die türkische Presse haben unsere FIRST LADY ja schon ziemlich derb verunglimpft, lieber Uwart, die
Reaktion der Regierung war ja ein scharfes " dudu ". Viele Deutsche brauchen immer was zum Anbeten, nachdem die Lichtgestalt Obama abgetrat, ist Herr Macron diese Rolle
zuteil geworden. Und das mit den Höhergestellten hört sich etwas nach Untertanengeist an.
Was hat denn Erdogan damit zu tun? Vielleicht habe ich mit dem "Höhergestellten" nicht das richtige Wort gefunden. Auf keinem Fall meinte ich damit den Untertanengeist, sondern nur die Anstandsregeln, die jeder selbst bei Staatsgästen einzuhalten hat. Was ist denn für heutige Menschen so kritisierenswert, wenn ein Mann eine deutlich ältere Frau heiratet. Für Hinterwäldler mag das ja noch undenkbar sein. Wollen wir Oberfranken denn auch zu diesen gehören?
Es ging ums Verunglimpfen unserer "First Lady". Wenn man das auf unsere Kanzlerin bezieht, dann hat sich der Herr E. aus A. da ganz mächtig damit hervorgetan. Und das nicht nur einmal. Witzig schon gleich nicht.
Nebenbei: Das "Gedicht" von Herrn Böhmermann war vom Niveau her Dimensionen unterhalb der Altneihauser, da hatte aber bei uns keiner ein Problem damit. Im Gegenteil, da wurde Freiheit der Kunst etc. ganz groß geschrieben.
Sollte man diesen Auftritt der Feierwehrkapelln auch unter der Rubrik "Kunst" verstehen?
FASCHING!
Wers niveavoll will soll in die Drogerie gehen.