Krippe: Sausewind platzt aus allen Nähten

„Das ist alles eine Zahlenspielerei“, meint Reiner Böhner, SPD. „Es lässt sich nicht sagen, welche Variante die teurere ist, weil der Fördersatz nicht bekannt ist.“ Die Gemeinderäte einigen sich dennoch einstimmig auf Planungsvariante 1, den Anbau, auch wenn Variante 2, der Umbau im Bestand, rund 50 Quadratmeter mehr Platz bringen würde.

Die Gründe dafür: der Krippenbereich lässt sich nur beim Anbau zusammenfassend gestalten und ein Neubau birgt weniger Überraschungen als wenn innerhalb des Hauses umstrukturiert würde. Außerdem wüsste man keine Lösung, wo die Kinder in der Übergangsbauzeit untergebracht werden könnten.

Zukunftsorientierte Entscheidung

Mit der Entscheidung dürfte Michaela Masel, die Kindergartenleiterin, sehr zufrieden sein. In der Bürgersprechzeit berichtet sie über die Einrichtung, die mit derzeit 89 Kindern aus allen Nähten platzt. Das ursprüngliche Gebäude wird im nächsten Jahr 40 Jahre alt, der erste Anbau sei ebenfalls bereits 28 Jahre alt. „Das merkt man, an der Heizung, an den Böden.“ Masel appelliert an die Räte, jetzt keine Kompromisse zu schließen sondern in die Zukunft zu schauen. „Wir arbeiten jetzt wieder am Limit mit einer Übergangsgruppe.“ 14 Anmeldungen gebe es für die Krippe, „nur zwei können wir aufnehmen.“ Auch fünf bis sechs Hortkinder habe man abweisen müssen. Wegen der vielen Integrativkinder gebe es auch externe Fachleute, die regelmäßig nach Altenplos kommen, wie Logopäden oder Ergotherapeuten. Die Einrichtung halte nur eine Personaltoilette vor und habe keine Gästetoilette. Ihr Appell, zukunftsorientiert zu erweitern, verhallt nicht ungehört.

Zwei Krippengruppen

Die Planung sieht jetzt folgendes vor: Anbau zweier Krippengruppen mit weiteren Funktions- und Sanitärräumen, Umbau der Personalräume, Umbau der Krippeneinrichtung zu Horträumen. Die Mittel dafür werden im Haushalt 2018 bereitgestellt. Um eine mögliche Rückerstattung von Fördergeldern zu vermeiden, fanden bereits Gespräche beim Sozialministerium in München statt um sich aus den Fallstricken des staatlichen Förderwesens zu befreien. Der Hintergrund: Im Rahmen des Konjunkturpaketes hatte die Gemeinde vor fünf Jahren einen Zuschuss für den Krippenanbau mit langer Zweckbindung erhalten. Jetzt muss die Krippe allerdings in den geplanten Neubau verlegt werden. Trotzdem sei Variante 1 die bessere Lösung, sagt Kirschner. „Ich habe schon mehrfach an dem Baum gerüttelt. Vielleicht fällt ja noch was runter,“ meint sie optimistisch.

In der letzten Gemeinderatssitzung hatte man bereits den ersten Schritt getan. Genehmigt wurde der Vertrag mit dem Architekturbüro Holzmüller und Detsch. Für rund 39 000 Euro wird der Neubau geplant.

       

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