Kreisel Eckersdorf: Bagger trifft auf Auto

„Wir hätten die Straße gerne noch zwei Wochen gesperrt“, sagt René Dietrich, der Bauleiter. Aber der öffentliche Druck sei zu groß gewesen. Man wolle die Bevölkerung schließlich nicht verärgern, sagt Dietrich, so wie die Bauarbeiter bereits in den vergangenen Wochen schon jede Menge Rücksicht auf die Autofahrer genommen hätten. Schließlich habe man geduldet, dass Autos trotz Vollsperrung der Strecke die Baustelle passierten. „Wir haben das absichtlich nicht zur Anzeige gebracht, obwohl wir gekonnt hätten“, sagt der Bauleiter.

Die Bundesstraße 22 samt Nebenstraßen und neuem Kreisel von oben. Im Hintergrund ist Eckersdorf zu sehen. Foto: Nils Katzenstein

Autofahrer reagieren sich ab

Die Rücksichtsnahme sei oftmals aber eine Einbahnstraße gewesen. Oft habe es Kritik von den vorbeifahrenden Autofahrern gehagelt. Den Bauarbeitern sei mit Anzeigen gedroht worden, als vor zwei Wochen irrtümlich im Kurier gestanden habe, die Vollsperrung sei aufgehoben worden. René Dietrich nimmt’s gelassen. „Wenn die Leute für einige Wochen einen längeren Weg zur Arbeit haben, hört bei den meisten eben der Spaß auf.“ Der Ton habe sich in den vergangenen Jahren generell verschärft, da mache die Baustelle bei Eckersdorf keine Ausnahme.

Heftige Reaktionen per Mail

Eine Erfahrung, die auch Kurt Schnabel, der Leiter des Staatlichen Bauamtes, gemacht hat. Heftige Reaktionen kämen auch immer wieder in seiner Behörde an. Den Bauherren mache man schließlich als erstes verantwortlich, wenn es zu Verkehrsbehinderungen komme. „Manch einer scheint nach Hause zu fahren und seinem Ärger erstmal an der Tastatur Luft zu machen“, sagt Schnabel. Zitieren will er aus den Schreiben, die ihn erreichten, aber nicht. Um nicht unnötig Öl ins Feuer zu gießen, wie der Behördenleiter sagt. Nur soviel: Manch einer drohe gleich zu Beginn mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde, solle ihm die Behörde nicht schleunigst antworten.

Fertigstellung in den Sommerferien

Der Bauleiter hofft unterdessen, dass die Freigabe für den Verkehr die Fertigstellung der Bauarbeiten nicht weiter verzögert. Mit Beginn des neuen Schuljahres wollten seine Mitarbeiter das Feld räumen. Der Zeitplan sei noch nicht in Gefahr, jedes Mal, wenn ein Baustellenfahrzeug wegen des Verkehrs aber warten oder ausweichen müsse, gingen wertvolle Minuten verloren. Ganz abgesehen von der Gefahr, der seine Mitarbeiter ausgesetzt seien. „Es darf halt nichts passieren“, sagt Dietrich. Entlang der Baustelle herrsche daher striktes Überholverbot sowie eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 Stundenkilometer.

Unfall auf gesperrter Strecke

Erst am Samstag verletzte sich ein Quadfahrer, als er die Baustelle trotz Straßensperrung befuhr und mit seinem Fahrzeug in einen Kieshaufen krachte. Für ihn, wie für alle anderen, die die gesperrte Strecke in den vergangenen Wochen unerlaubterweise befuhren, hat Bauleiter Dietrich eher Mitleid übrig. Die meisten hätten damit nämlich in erster Linie ihr eigenes Fahrzeug beschädigt. „Den Kleber, der vor dem Asphaltieren auf die Strecke aufgebracht wurde, kriegt man zum Beispiel nur noch mit viel Mühe und Geld wieder vom Fahrzeug ab.“ Und dem Fahrzeug, das den Kleber aufbrachte, sei gleich eine ganze Schlange unerlaubterweise hinterher gefahren.

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Kommentare

Gibt halt nur noch Vollidioten die sich einbilden daß solche Baumaßnahmen über Nacht fertiggestellt werden.
Ich arbeite selbst im Straßenbau und könnte Bücher schreiben über solche ................
Anstand kann man halt nicht kaufen.
Mit der Umgehungsstraße wird vieles besser. Auch wenn wir noch drauf warten müssen. Dann hört sich das Getuckel durch Eckersdorf hoffentlich bald auf. Jetzt bald auch noch mit weiterer Ampel!
Montag, 13. November 2017 - 11:06