Kraftlose Tigers ohne Chance

Die ersten beiden Drittel waren die einseitigsten der bisherigen Serie: Zwar starteten die Bayreuther mutig und versuchten Akzente zu setzen, doch nach dem ersten Treffer spielten nur noch die Bietigheimer.

Und dieses 1:0 (5.) war ein Spiegelbild für das Auftreten der beiden Teams. Die Gäste gewährten den spielfreudigen und schnellen Steelers-Stürmern immer wieder zu viel Platz, machten die Räume vor dem eigenen Tor zu selten eng. In diesem Fall nutzte Matt McKnight seinen Freiraum und traf aus zentraler Position. Der Schuss schien haltbar, doch war EHC-Keeper Tomas Vosvrda wohl auch die Sicht durch einen Verteidiger versperrt.

Kellys Geniestreich

Dem 2:0 (9.) ging ein eindeutiger EHC-Fehler voraus: Einen Pass im eigenen Verteidigungsdrittel fing Justin Kelly ab – und was er dann machte, war Extraklasse. Er tanzte seine Gegner aus und narrte auch Vosvrda mit einer Körpertäuschung. Die Tigers waren nur noch in die Verteidigung gedrängt und verhinderten wenigstens, dass der Rückstand nach 20 Minuten nicht höher als 0:2 ausfiel.

Positiv war auch das Unterzahlspiel zu Beginn des Mittelabschnitts: Die Tigers verteidigten gut und blieben sogar im 78-sekündigen 5:3-Powerplay ohne Gegentreffer. Doch das kostete Kraft – und davon haben die Tigers nach der Dauerbelastung der vergangenen Wochen mit elf Spielen innerhalb von 24 Tagen nicht mehr viel. Das war ihnen in der Folgezeit deutlich anzumerken.

Bietigheim in allen Belangen besser

Das Bemühen war den Bayreuthern anzumerken, doch die Bietigheimer – sie hatten vor dem Viertelfinale eine achttägige Spielpause – waren frischer, gedankenschneller, laufstärker und vor allem torhungrig.

So ist die restliche Geschichte des Spiels schnell erzählt: Angeführt vom überragenden Trio Kelly, McKnight sowie Shawn Weller enteilten die Steelers immer wieder ihren Gegenspielern und bestraften die sich häufenden Fehler der Tigers eiskalt. Vosvrda und der in der 30. Minute eingewechselte Johannes Wiedemann mussten mehrmals hinter sich greifen. Bereits in der 48. Minute führten die Hausherren mit 9:0.

Weitere Gegentreffer fielen aber nicht. In den letzten zehn Minuten – als Bietigheim einen Gang zurückgeschaltete hatte – kam auch die zuvor nicht ernsthaft in Erscheinung getretene Tigers-Offensive zu Chancen. Das Ehrentor gelang nicht, aber das Schussverhältnis fiel mit 41:20 nicht ganz so deutlich aus wie die Leistungsverhältnisse und das Endergebnis.

Fans feiern ihr Team trotz Niederlage

„Die Partie war nach dem 0:3 entschieden“, sagte EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Wir waren heute nicht in der Lage, dagegen zu halten.“ Den etwa 150 mitgereisten Bayreuther Fans war das egal. Sie feierten ihr Team trotz der höchsten Saisonniederlage und bedankten sich so für die tolle Saison des Aufsteigers. Und die ist ja noch nicht beendet. Im Heimspiel am Dienstag (20 Uhr) wollen die Tigers den Favoriten besiegen und die Serie verlängern. So warnt Steelers-Trainer Kevin Gaudet sein Team vor Überheblichkeit: „Der vierte Sieg ist immer der schwerste.“

Bietigheim Steelers:Martinovic – Steingroß, Prommersberger; Auger, Borzecki; Schwarz, Brown – McKnight, Kelly, Weller; Just, Rodman, Zientek; Lukes, Schoofs, Alt; Fink.

EHC Bayreuth:Vosvrda (ab 30. Wiedemann) – Heider, Linden; Potac, Mayer; Kasten, Neher – Pavlu, Robinson, Kuchejda; Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; V. Busch, S. Busch, Marsall; Fröhlich,Rypar.

Tore: 1:0 (5.) McKnight (Weller, Schwarz), 2:0 (9.) Kelly (McKnight), 3:0 (23.) Zientek (Rodman, Brown), 4:0 (25.) McKnight (Kelly, Auger), 5:0 (30.) Zientek (Just, Borzecki), 6:0 (39.) Kelly (McKnight, Weller), 7:0 (41.) Just (Rodman, Zientek), 8:0 (47.) Lukes (Zientek, Rodman), 9:0 (48.) McKnight (Weller, Kelly).

Strafminuten: Bietigheim 4, Bayreuth 4.

Zuschauer: 3007.

SR: Klein, Linneck, Schewe.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

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Kommentare

Das war so eigentlich zu erwarten. Die Luft ist raus!
Montag, 13. November 2017 - 11:06